Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2 hat endlich ein festes Erscheinungsdatum: 21. 
Oktober 2025. Nach jahrelangen Verzögerungen, Entwicklerwechseln und beinahe kompletter Einstellung wirkt die langerwartete Fortsetzung des Kult-RPGs von 2004 nun greifbarer denn je. Die spielbare Demo vor der Gamescom zeigt, wie ernst es The Chinese Room meint.
Die Geschichte beginnt mit Phyre, einem uralten Vampir, der nach hundert Jahren Schlaf im modernen Seattle erwacht. Anders als im Original ist der Protagonist diesmal vertont und anpassbar: Geschlecht, Kleidung, Frisur und vor allem die Wahl des Clans. Zur Auswahl stehen Brujah, Tremere, Ventrue und Banu Haqim. Toreador und Lasombra gibt es nur im Premium-Paket oder als DLC. Jeder Clan bringt eigene Stärken und Schwächen mit, vom brutalen Nahkämpfer bis zum charmanten Verführer.
Für die größte Überraschung sorgt Fabien, ein Malkavianer und Polizeidetektiv. In Rückblenden übernimmt der Spieler seine Rolle und nutzt Wahnsinnskräfte, um Erinnerungen zu manipulieren, Leichen zu befragen oder sich als jemand anderes auszugeben. Seine Abschnitte sind freier und experimenteller, da man hier nicht permanent auf den Bruch der Maskerade achten muss – im Gegensatz zu Phyre.
Die Maskerade bleibt das Herzstück: Übernatürliche Aktionen wie blitzschnelles Sprinten oder Blutsaugen in der Öffentlichkeit füllen die Verdachtsanzeige. Ist sie voll, folgt ein sofortiges Game Over – ein Killer der Camarilla rammt den Pflock ins Herz. Atmosphärisch passt das, doch viele Spieler hätten sich eine Verfolgungsjagd à la GTA gewünscht, statt eines abrupten Endes.
Der Kampf ist wuchtig, aber verlangt Köpfchen. Mit Clan-Fähigkeiten wie Celerity für Tempo oder Toreador-Charmes lassen sich Kämpfe unterschiedlich angehen. Bluttrinken im Gefecht bleibt riskant, da Gegner weiter zuschlagen – also besser taktisch vorgehen und Gegner isolieren. Loot gibt es kaum, was stimmig ist: Vampire sind selbst Waffen. Wichtiger sind die Dialoge, die Beziehungen prägen und verschiedene Enden ermöglichen.
Seattle in Unreal Engine 5 sieht stimmungsvoll aus: Neonlichter, volle Straßen, düstere Gassen. In der Demo traten jedoch Ruckler auf, selbst mit High-End-Hardware. Bis zum Release dürfte das optimiert werden. Die Stadt ist kein Open World, bietet aber Raum zum Erkunden und vermutlich Nebenquests im fertigen Spiel.
Nach den Rückschlägen bei Hardsuit Labs hätte kaum jemand auf eine Rettung gewettet. Doch Bloodlines 2 lebt – und auch wenn es wohl nicht auf Augenhöhe mit The Witcher 3 oder Elden Ring steht, verspricht es eine atmosphärische, erzählerisch starke Action-RPG-Erfahrung für alle, die seit Jahren auf frisches Vampirblut warten.
5 kommentare
wird sicher gut, aber witcher 3 bleibt unerreicht
warte seit 2004 drauf… endlich!
malkavianer-detektiv? klingt nach meinem ding 👀
premium edition für clans? typisch paradox..
instant game over für maskerade-bruch ist echt schwach