Dwayne „The Rock“ Johnson war über zwei Jahrzehnte einer der zuverlässigsten Kassenmagneten Hollywoods. Vom ersten Auftritt als Skorpionkönig in Die Mumie kehrt zurück bis hin zu Rollen in Fast & Furious oder Jumanji stand sein Name für Action, Explosionen und Blockbuster-Erfolg. Doch Johnson selbst gesteht: genau dieser Erfolg hat ihn in eine Schublade gedrängt. 
Mit dem neuen Film The Smashing Machine will er sich davon endlich befreien.
Die A24-Produktion unter Regie von Benny Safdie (Uncut Gems) erzählt die Geschichte des UFC-Stars Mark Kerr, dessen Leben zwischen Titelgewinnen und Drogensucht schwankte. Emily Blunt spielt Kerrs damalige Ehefrau Dawn Staples. Der Kinostart ist für den 3. Oktober 2025 angesetzt. Schon bei der Premiere in Venedig machten erste Stimmen die Runde: das könnte Johnsons erste echte Oscar-Chance werden.
Sein Look ist radikal anders: keine Tattoos, keine Glatze, dafür volles Haar und eine Verletzlichkeit, die man bei ihm kaum kennt. „Jahrelang ging es nur um die Kinokasse. Irgendwann fragst du dich: lebe ich meinen Traum oder den anderer Leute?“, erklärte Johnson beim Festival. Hollywood habe ihn in eine feste Rolle gedrängt, immer als unbesiegbarer Held. Doch tief in ihm habe die Frage geschwelt: „Kann ich nicht mehr?“
Viele Zuschauer bleiben skeptisch. Johnson besitzt die Produktionsfirma Seven Bucks, mit der er seine Projekte selbst steuert. Wer also hat ihn wirklich „eingesperrt“? Dazu kommt sein Ruf, in Verträgen Klauseln einzubauen, die verhindern, dass seine Figuren Niederlagen einstecken. Für Kritiker wirkt die Geschichte vom „gefangenen Star“ daher eher wie eine späte Imagekorrektur, vor allem nach dem enttäuschenden Black Adam.
Andererseits: Kollegen wie Dave Bautista haben vorgemacht, dass ein Ex-Wrestler auch ernsthafte Rollen meistern kann. Mit Auftritten in Dune oder Blade Runner 2049 hat Bautista Respekt in Hollywood erarbeitet. Johnson scheint erkannt zu haben, dass er ohne Risiko in der Routine bleibt. „Manchmal braucht es jemanden, der dir sagt: du kannst mehr“, meinte er in Venedig. „Und dieser Gedanke hat mich nie losgelassen.“
Die Rolle als Mark Kerr verlangt genau das Gegenteil von Johnsons bisherigem Heldenimage: Schwäche zeigen, Abstürze darstellen, Emotionen zulassen. Für ein Publikum, das ihn als Hobbs oder Black Adam kennt, ist das ein Wagnis. Doch wenn es gelingt, könnte es seinen Ruf komplett neu definieren.
In den sozialen Medien schwankt die Stimmung zwischen Spott und Hoffnung. Einige sagen: zu spät, er hätte schon vor Jahren eigene Dramen finanzieren können. Andere witzeln über seine „Nie-verlieren“-Klauseln und fragen sich, wie ein Film über Kerrs Niederlagen das umgehen will. Trotzdem schwingt bei vielen der Wunsch mit, Johnson möge es schaffen – denn wenn er liefert, könnte The Smashing Machine der Wendepunkt seiner Karriere werden.
Letztlich ist seine Geschichte ein Spiegelbild Hollywoods: Riesenerfolge können zur goldenen Falle werden. Ob Johnson den Ausweg findet, wird sich bald zeigen. Klar ist nur: diesmal gibt es kein Verstecken hinter Explosionen oder coolen One-Linern. Entweder beweist er, dass er mehr ist als ein Blockbuster-Garant – oder er bleibt genau das, wogegen er jetzt lautstark ankämpft.
3 kommentare
er hat eigene produktion, also selbst schuld am typcasting
mit haaren sieht er echt ganz anders aus
für mich bleibt moana sein bestes werk