OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, sorgt erneut für Schlagzeilen: Die Firma hat ihre Pläne für den Verkauf von Mitarbeiter- und Investorenanteilen deutlich ausgeweitet. Laut CNBC will OpenAI nun bis zu 10,4 Milliarden US-Dollar durch Sekundärverkäufe einnehmen – ein erheblicher Sprung im Vergleich zu den zuvor geplanten 6 Milliarden US-Dollar. 
Damit unterstreicht OpenAI nicht nur die enorme Nachfrage nach Investitionen in Künstliche Intelligenz, sondern auch seine Position als wertvollstes KI-Unternehmen weltweit.
Die Transaktion basiert auf einer neuen Unternehmensbewertung von 500 Milliarden US-Dollar. Damit rangiert OpenAI fast gleichauf mit den größten privaten Tech-Firmen der Welt und wird lediglich von SpaceX übertroffen. Gleichzeitig schafft die Firma mit dieser Struktur mehr Klarheit über ihre komplexen Eigentums- und Gewinnverteilungsmodelle. Große Investoren wie SoftBank, T. Rowe Price und MGX aus Abu Dhabi sollen Anteile erwerben können, während langjährige Mitarbeiter die Gelegenheit erhalten, ihre seit über zwei Jahren gehaltenen Aktien endlich zu verkaufen.
Die Entwicklung ist umso bemerkenswerter, da CEO Sam Altman nur wenige Tage zuvor öffentlich vor einer möglichen KI-Blase gewarnt hatte. In einem Gespräch, das von The Verge zitiert wurde, erklärte Altman: „Blasen entstehen, wenn kluge Leute sich zu sehr von einem Körnchen Wahrheit mitreißen lassen.“ Er zeigte sich überzeugt, dass die aktuelle Euphorie auf den Märkten überzogen ist, betonte aber gleichzeitig, dass Künstliche Intelligenz die wichtigste technologische Veränderung seit Jahrzehnten sei. Diese widersprüchliche Einschätzung verdeutlicht, wie groß Chancen und Risiken in dieser Branche derzeit sind.
Besonders die eher verhaltene Reaktion auf das neue GPT-5-Modell hat zuletzt Diskussionen ausgelöst. Nutzer reagierten weniger begeistert als erwartet, was Zweifel an OpenAIs Fähigkeit weckte, weiterhin im gleichen Tempo revolutionäre Fortschritte zu liefern. Zudem ist die Vision einer sogenannten allgemeinen Künstlichen Intelligenz trotz jahrelanger Ankündigungen noch immer nicht in greifbare Nähe gerückt – auch mehr als zwei Jahre nach dem Start von ChatGPT.
Gleichzeitig boomt der Markt. NVIDIA, deren GPUs das Rückgrat moderner KI-Anwendungen bilden, profitiert enorm: Der Aktienkurs des Chip-Herstellers ist regelrecht explodiert, weil Unternehmen weltweit Milliarden in KI-Infrastruktur investieren. Der parallele Höhenflug von NVIDIA und die massive Bewertung von OpenAI zeigen, wie viel Kapital in den Sektor strömt – auch wenn die Frage nach langfristiger Tragfähigkeit offen bleibt.
Nach Daten von Crunchbase ist OpenAI mittlerweile das zweitteuerste Unicorn der Welt, nur noch hinter SpaceX mit 400 Milliarden US-Dollar Bewertung. Das Ranking unterstreicht, wie sehr KI die globale Investitionslandschaft neu ordnet.
Für die Mitarbeiter bedeutet der Sekundärverkauf mehr als eine Zahlenspielerei: Er verschafft ihnen endlich die Möglichkeit, ihre Anteile zu Geld zu machen. Für Investoren wiederum ist es eine seltene Gelegenheit, bei einer der meistbeachteten Firmen der Welt einzusteigen – mit allen Chancen, aber auch Risiken, die die ungewisse Zukunft der KI mit sich bringt.
1 kommentar
Altman redet von Blase und verkauft gleichzeitig… komisch