Der Nova Launcher, einst einer der beliebtesten Android-Launcher überhaupt, ist endgültig Geschichte. Über viele Jahre hinweg war er für Millionen Nutzer die erste Wahl, wenn es um schnelle Performance, cleane Optik und nahezu grenzenlose Anpassungsmöglichkeiten ging. 
Nun hat sich der Gründer und alleinige Entwickler Kevin Barry offiziell zurückgezogen – und damit das Projekt praktisch beendet.
Die Weichen für das Ende wurden schon 2022 gestellt, als die Analysefirma Branch Metrics den Launcher übernahm. Damals versprach CEO Alex Austin, dass Nova als Open Source veröffentlicht würde, falls Barry das Unternehmen irgendwann verlässt. Doch Austin verließ Branch bereits 2023, und ein Jahr später entließ die Firma über 100 Mitarbeiter, darunter das gesamte Team, das an Nova arbeitete. Kevin Barry blieb der letzte Entwickler – bis er 2024 bekanntgab, dass man ihn gebeten habe, die Arbeit einzustellen.
Die offizielle Website ist mittlerweile offline, auch wenn die App noch im Play Store verfügbar ist. Barry erklärte, dass er an einer Open-Source-Version gearbeitet habe, diese jedoch nicht mehr fertigstellen durfte. Für die Community wirkt das wie ein gebrochenes Versprechen, denn genau diese Veröffentlichung war damals Teil des Deals mit Branch.
Die Reaktionen der Fans fallen entsprechend emotional aus. Viele erinnern sich an die Nexus-Ära, in der Nova Launcher unverzichtbar war, um Android wirklich individuell zu machen. Andere geben zu, dass mit den Google-Pixel-Smartphones und deren schlankem Stock-Android der Bedarf an Launchern abgenommen hat. Trotzdem gilt Nova für viele als „legendär“, weil er jahrelang gezeigt hat, wie flexibel Android sein konnte.
Eigentlich war das Ende absehbar: Seit über einem Jahr gab es keine Updates mehr, und mit den Entlassungen bei Branch war klar, dass der Fokus nicht mehr auf Nova lag. Inzwischen läuft sogar eine Petition auf Change.org, die mehr als 2.200 Unterschriften gesammelt hat, um den Quellcode freizugeben. Doch angesichts der chaotischen Lage bei Branch stehen die Chancen dafür eher schlecht.
Das Aus für den Nova Launcher ist mehr als nur das Ende einer App – es steht sinnbildlich für den Wandel von Android. Was früher für Offenheit und grenzenlose Anpassung stand, bewegt sich immer stärker in Richtung geschlossener Systeme. Auch wenn der Code wohl nie freigegeben wird, bleibt Nova als Meilenstein in Erinnerung – und als Tool, das für viele Nutzer den Alltag mit Android entscheidend geprägt hat.
1 kommentar
ehrlich gesagt nutze ich launcher kaum noch, seit ich ein pixel hab – aber nova war immer top