In den 2010er-Jahren galt Apple als unangefochtener Gigant der Tech-Branche: Das iPhone war ein Kassenschlager, und die hauseigene Service-Welt band Millionen von Nutzern langfristig an das Unternehmen. Doch die Spielregeln ändern sich. Mit dem Aufstieg von generativer und agentenbasierter künstlicher Intelligenz, die klassische Apps überflüssig machen könnte, verliert das Smartphone seinen Alleinstellungscharakter. 
Apple muss reagieren – und sucht nun offenbar sogar die Nähe zu Erzkonkurrent Google.
Laut Medienberichten testet Apple derzeit eine Integration von Googles Gemini-Modell in den Sprachassistenten Siri. Dabei geht es nicht um die Standardversion, sondern um eine maßgeschneiderte Variante, die direkt auf Apples eigener Private Cloud Compute-Infrastruktur laufen soll. Sollte dies gelingen, könnte Siri künftig Antworten in Safari oder Spotlight liefern – etwa zu Filmen, Musikern oder aktuellen Themen – ohne dass Nutzer zwingend den klassischen Google-Suchdienst bemühen müssen.
Parallel dazu arbeitet Apple an einem internen Projekt mit dem Namen World Knowledge Answers. Ziel ist es, Suchanfragen mit KI-generierten Kurzfassungen von Web-Inhalten zu beantworten. Damit würde Apple in direkte Konkurrenz zu Playern wie OpenAI oder Perplexity treten. Bemerkenswert ist, dass auch hier Google als Partner eine Rolle spielen soll – ein Szenario, das vor wenigen Jahren noch undenkbar schien.
Das Finanzinstitut UBS hat in einer neuen Analyse klar Stellung bezogen. Zwar sei die Entwicklerkonferenz WWDC25 im Juni eher enttäuschend verlaufen, da es keine großen AI-Neuheiten, sondern nur kleine Software-Updates gab. Dennoch gehen die Analysten davon aus, dass ein Apple-Google-Deal im Bereich KI nur eine Frage der Zeit ist. Viele Investoren, mit denen UBS im Austausch steht, erwarteten eine solche Partnerschaft fest – schlicht, weil Apple sonst Gefahr läuft, im Wettrennen um KI den Anschluss zu verlieren.
Kurzfristig liegt der Fokus auf Apples Event „Awe Dropping“, bei dem die iPhone-17-Reihe vorgestellt werden soll. Darunter auch das iPhone 17 Air, eine dünnere Version des Smartphones. Doch die UBS-Analysten sind skeptisch: Ein schlankeres Design allein werde kaum zu einem massiven Nachfrageanstieg führen, da Konsumenten mittlerweile mehr als kosmetische Veränderungen erwarten.
Apple steht damit an einem Scheideweg. Einerseits setzt das Unternehmen weiter auf Hardware-Feinschliff und elegante Designs. Andererseits wächst der Druck, im Bereich Künstliche Intelligenz endlich substanzielle Fortschritte zu zeigen. Sollte es tatsächlich zu einer Allianz mit Google kommen, wäre dies ein Signal mit enormer Tragweite – für Apple, für Google und für die gesamte Branche. UBS hält es für wahrscheinlich, dass die große Ankündigung nicht lange auf sich warten lässt.
4 kommentare
apple hinkt bei KI echt hinterher, google muss aushelfen
immer nur kleine updates, langweilig
ubS hat recht, das wirkt unvermeidlich
schon wieder ein dünneres iphone… hoffentlich nicht so verbiegbar 😂