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NVIDIA lehnt Custom-Chips ab und bereitet Vera Rubin auf Gigawatt-Nachfrage vor

von ytools
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NVIDIA lehnt Custom-Chips ab und bereitet Vera Rubin auf Gigawatt-Nachfrage vor

NVIDIA weist Gefahr durch maßgeschneiderte KI-Chips zurück und bereitet Vera Rubin auf Nachfrage im Gigawatt-Bereich vor

Auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference machte Finanzchefin Colette Kress deutlich: NVIDIA sieht in maßgeschneiderten KI-Chips von Wettbewerbern keine existenzielle Bedrohung. Stattdessen setzt das Unternehmen auf massives Wachstum bei den kommenden Vera-Rubin-GPUs. Gleichzeitig sprach Kress über die schwierige Lage in China, wo Verkäufe der H20-Chips bis zu 5 Milliarden US-Dollar einbringen könnten – sofern die politischen Spannungen nachlassen.

Kress hob hervor, dass NVIDIAs Geschäft mit Rechenzentren und Netzwerklösungen trotz des Ausschlusses der China-spezifischen H20-Umsätze stark wächst. Im zweiten Quartal verzeichnete das Unternehmen ein Plus von 12% gegenüber dem Vorquartal, für Q3 wird sogar ein Zuwachs von 17% erwartet. Damit zeigt sich: Die Nachfrage nach NVIDIAs Infrastruktur für künstliche Intelligenz beschleunigt sich weiter.

Besonders überraschend war das schnelle Hochskalieren der GB200- und GB300-Systeme. Laut Kress unterschätzten viele Branchenbeobachter die Bedeutung des GB300 Ultra, doch der Übergang verlief reibungslos und brachte deutlich größere Volumina auf den Markt als erwartet. Berichte deuten darauf hin, dass GB300 im dritten Quartal ein Wachstum von 300% im Vergleich zum Vorquartal erreichen könnte. NVIDIA plant, beide Systeme – GB200 und GB300 – noch weiter auszubauen.

Das heikelste Thema bleibt China. Kress bestätigte, dass NVIDIA über Lizenzen verfügt, die noch unter der Trump-Regierung erteilt wurden, um H20 an chinesische Kunden zu liefern. Allerdings hängt alles von der politischen Lage ab. „Es gibt immer noch eine geopolitische Situation, die zwischen beiden Regierungen gelöst werden muss“, sagte sie. Chinesische Unternehmen wollen sicherstellen, dass die Regierung die Käufe offiziell absegnet. Sollten die Lieferungen erfolgen, könnten diese zwischen 2 und 5 Milliarden Dollar zusätzliche Einnahmen bedeuten.

Zugleich drängt Peking seine Firmen dazu, verstärkt auf heimische Chips zu setzen. Dennoch zeigte sich Kress optimistisch: „Wir glauben, dass es eine starke Möglichkeit gibt, dass die Lieferungen zustande kommen.“ NVIDIAs Aktie geriet zuletzt jedoch unter Druck, nachdem Broadcom einen Zehn-Milliarden-Dollar-Auftrag für maßgeschneiderte KI-Chips bekannt gab. Dieser Deal löste erneut Diskussionen aus: Werden große Tech-Konzerne langfristig eher auf günstigere Eigenentwicklungen setzen oder beim teuren, aber bewährten NVIDIA-Ökosystem bleiben?

Kress machte klar, dass NVIDIA nicht im Preiswettbewerb gefangen sein will. Entscheidend sei nicht der billigste Chip, sondern die Balance aus Leistung und Energieeffizienz. Besonders bei inferenzlastigen Modellen und agentischen KI-Anwendungen brauche es riesige Cluster mit zuverlässiger Performance. „Wer solche Systeme kauft, bindet sich für vier bis sechs Jahre. Und über die gesamte Lebensdauer spielt der Stromverbrauch eine zentrale Rolle. Deshalb zählt die Leistung pro Watt und pro Dollar“, erklärte sie.

Die Strategie ist eindeutig: NVIDIA setzt auf komplette Rack-Lösungen, bei denen GPUs, Netzwerke und Software perfekt aufeinander abgestimmt sind. Diese ganzheitliche Optimierung soll langfristig mehr Vorteile bringen als Einzelchips nach Maß, die kurzfristig günstiger erscheinen, aber auf Dauer weniger Effizienz liefern.

Im zweiten Teil ihrer Rede stellte Kress die neue Generation Vera Rubin in den Mittelpunkt. Alle sechs Chips sind bereits im Tape-out-Stadium, und NVIDIA hält an einem jährlichen Release-Rhythmus fest. Besonders eindrucksvoll: Noch vor Marktstart haben Rechenzentrumsbetreiber Kapazitäten in Gigawatt-Größenordnung vorgemerkt. Das zeigt, welchen strategischen Stellenwert Rubin schon jetzt für die weltweite KI-Infrastruktur hat.

Rubin wird auf den Erfahrungen mit GB300 aufbauen und neue Rekorde bei Leistung und Effizienz anstreben. In Zeiten steigender Energiepreise und politischer Debatten über Stromverbrauch will NVIDIA Rubin als Goldstandard für Performance pro Watt etablieren.

Angesichts milliardenschwerer Konkurrenzverträge wie bei Broadcom verfolgt NVIDIA eine andere Linie: Statt Panik setzt das Unternehmen auf technologische Führungsrolle durch Skalierung. Rubin ist mehr als ein weiterer Produktzyklus – er ist ein Statement, dass NVIDIA auch künftig den Takt der KI-Infrastruktur bestimmen will.

Das Fazit von Kress: NVIDIA zieht sich nicht zurück, sondern verdoppelt seinen Einsatz bei Innovation, Energieeffizienz und Komplettlösungen. Ob durch Milliardenumsätze in China, starkes Wachstum bei GB300 oder vorgezogene Nachfrage nach Rubin – das Unternehmen will unersetzlich bleiben in einer Welt, in der Leistung und Energie die entscheidenden Währungen sind.

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