Borderlands 4 ist endlich auf dem PC erschienen – mit großem Hype, aber auch mit massiver Ernüchterung. Auf Steam schnell in die Verkaufscharts geklettert, doch die Bewertungen der Spieler sackten bald auf „Ausgeglichen“ ab. 
Grund: technische Probleme, die selbst High-End-Rechner in die Knie zwingen.
Das renommierte Team von Digital Foundry hat sich die PC-Version genauer angesehen und kommt zu einem deutlichen Urteil: Das Spiel läuft schlechter als andere Titel auf Unreal Engine 5. Und wer denkt, er könne mit der Grafikoption „Badass“ das Maximum rausholen, sollte sich das lieber sparen.
Das alte Shader-Stottern ist zurück
Spieler berichten von massivem Stuttering durch Shader-Kompilierung. Bereits beim Start werden Shader kompiliert, aber auch im laufenden Spiel tauchen neue Hänger auf – etwa wenn eine bisher unbekannte Animation oder eine neue Waffe geladen wird. Alex Battaglia von DF betont: Diese Mikroruckler lassen das Spiel unfertig wirken und zerstören den Flow.
PC-Gamer kennen dieses Problem schon länger. Viele UE-Titel sind davon betroffen. Erst kürzlich schob Epic-Chef Tim Sweeney die Schuld auf die Entwicklerstudios. Für Spieler macht das aber keinen Unterschied: Fakt ist, dass Borderlands 4 technisch nicht rund läuft.
Grafische Merkwürdigkeiten
Zusätzlich fällt die Vegetation negativ auf. Gras bewegt sich erst, wenn man näherkommt, was wie klassisches „Pop-in“ wirkt – tatsächlich startet einfach nur die Animation. Laut Battaglia sieht das „komisch“ aus und zerstört die Illusion einer lebendigen Welt.
Noch irritierender sind die Cutscenes, die auf 30 fps begrenzt sind. In einem Shooter aus der Ego-Perspektive fühlt sich der abrupte Sprung von über 100 fps im Gameplay auf 30 fps in Zwischensequenzen extrem störend an. DF-Chef Rich Leadbetter erklärt, dass selbst auf einem der schnellsten CPUs am Markt diese Limitierung sichtbar bleibt.
Warum „Badass“ keine gute Idee ist
Das Grafik-Preset „Badass“ klingt cool, liefert aber praktisch keinen Mehrwert. Die Unterschiede zum Modus „Sehr Hoch“ sind minimal, die Leistungseinbußen dagegen erheblich. Battaglia sagt klar: „Das ist Placebo, ineffizient und nicht sinnvoll.“
John Linneman von DF ergänzt: „Dieses Spiel läuft schlechter als üblich für ein Unreal-Engine-5-Spiel.“ Damit stellt er Borderlands 4 ein denkbar schlechtes Zeugnis aus.
Patch ohne Wirkung
Gearbox hat bereits ein Update veröffentlicht – allerdings ohne Patchnotes. Digital Foundry testete und stellte fest: Verbesserungen sind nicht erkennbar. Die Entwickler versprechen weitere Updates, doch die Community verliert die Geduld. Wer viel Geld in High-End-Hardware gesteckt hat, will keine Ausreden hören.
Als Hilfestellung veröffentlichte Gearbox einen Nvidia-Optimierungsleitfaden auf Steam. Dort wird erklärt, wie man mit dem Nvidia-Tool die Performance verbessert. Auffällig ist ein Hinweis: „Nach jeder Änderung der Grafikoptionen müssen Shader neu kompiliert werden. Bitte spielt mindestens 15 Minuten weiter, um die Performance zu beurteilen.“ Viele Spieler empfinden das weniger als Hilfe, sondern eher als Bitte, die Probleme stillschweigend zu akzeptieren.
Spieler zwischen Frust und Hoffnung
Die Fanbase ist gespalten. Manche fühlen sich betrogen, weil ein AAA-Titel in diesem Zustand veröffentlicht wurde. Andere geben sich optimistisch und hoffen, dass die ambitionierte Open-World-Struktur die Wartezeit auf Patches rechtfertigt. Tim Sweeneys Schuldzuweisung an die Entwickler sorgt zusätzlich für Spott in den Foren.
Trotz aller Kritik schwelgen viele Fans in Nostalgie: Sie erinnern sich an Borderlands 2, an Nächte mit Freunden, an LAN-Sessions voller Chaos und Gelächter. Heute hoffen sie, dass Borderlands 4 nach den nötigen Fixes wieder dieses besondere Gefühl wecken kann. Doch momentan wirkt der Titel mehr wie eine Baustelle.
Fazit
Borderlands 4 zeigt deutlich: Für PC-Spieler zählt Performance mindestens so viel wie Grafik. Bis Gearbox stabile Patches liefert, bleibt der Rat eindeutig: Finger weg von „Badass“, Stottern in Kauf nehmen – und hoffen, dass die Entwickler bald nachliefern. Aktuell ist Borderlands 4 ein spannender, aber fehlerhafter Shooter, der mehr an einen Early-Access-Titel erinnert als an das nächste große Highlight der Serie.
2 kommentare
Konsolen-Performance-Mode bringt nix, nur schlechtere Grafik. Trotzdem für mich 10/10 🔥
jemand sollte Randy echt mal vom Handy fernhalten