Garmin hat die zweite Generation seiner Kinder-Smartwatch vorgestellt: die Bounce 2. Und schon kurz nach der Präsentation sorgt das Modell für Diskussionen – weniger wegen der neuen Funktionen, sondern vor allem wegen des Preises. 
Statt wie beim Vorgänger moderate 150 US-Dollar, verlangt Garmin nun satte 299,99 US-Dollar. Ein Verdopplung des Preises, ohne dass die Verbesserungen diesen Sprung wirklich rechtfertigen.
Das Bounce 2 präsentiert sich in neuem, rundem Design und mit einem 1,2 Zoll großen AMOLED-Display. Der Bildschirm ist deutlich heller, kontrastreicher und moderner als beim ersten Modell und sorgt dafür, dass die Uhr wie ein „echter“ Smartwatch-Look wirkt. Dazu kommt eine sinnvolle Funktionserweiterung: Neben kurzen Sprachnachrichten können Kinder nun auch richtige Telefonate führen. Praktisch ist auch die Möglichkeit, Sprachnachrichten automatisch in Text umzuwandeln – ein Detail, das den Alltag erleichtern kann.
Ansonsten ist vieles beim Alten geblieben. Echtzeit-Ortung über die Garmin-Jr.-App, Geofencing-Benachrichtigungen und eine Akkulaufzeit von etwa zwei Tagen sind weiterhin an Bord. Neu hinzugekommen ist die Integration von Amazon Music, was zwar Kinder begeistert, aber die Batterie zusätzlich belasten dürfte. Immerhin: Die monatliche LTE-Gebühr bleibt mit 9,99 US-Dollar stabil und steigt nicht mit dem Preis der Hardware.
Genau dieser Preis ist das Problem. Das ursprüngliche Bounce war erfolgreich, weil es erschwinglich war: ein einfacher Tracker mit Kommunikationsfunktionen für Kinder, der Eltern nicht überforderte. Bei fast 300 US-Dollar sieht die Sache jedoch ganz anders aus. In diesem Segment konkurriert Garmin nun mit viel leistungsfähigeren Geräten. Ein Apple Watch SE mit LTE-Unterstützung ist beispielsweise für ähnliche Preise erhältlich und bietet ein vollständiges Betriebssystem, eine riesige App-Auswahl und deutlich mehr Funktionen, die Kinder auch im Jugendalter weiter nutzen können.
Das führt zu der entscheidenden Frage: Warum sollten Eltern jetzt doppelt so viel für ein Gerät ausgeben, das im Kern noch immer ein Einsteiger-Tracker ist? Das neue AMOLED-Display ist hübsch, und die Telefoniefunktion ist sinnvoll – doch beides rechtfertigt kaum eine Preissteigerung von 100 Prozent. Viele Familien werden vermutlich eher zu Alternativen greifen, die mehr für das gleiche Geld bieten.
Am Ende bleibt der Eindruck, dass Garmin versucht, einen Premium-Preis für ein Basisprodukt zu verlangen. Das Bounce 2 sieht modern aus, fühlt sich hochwertig an und hat ein paar nette Extras. Doch das zentrale Argument der ersten Generation – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – ist verloren gegangen. Mit dieser Strategie läuft Garmin Gefahr, Eltern abzuschrecken, die gerade auf bezahlbare Lösungen angewiesen sind.
Das Bounce 2 ist also ein schönes, technisch solides Kinder-Gadget, das jedoch mit einer unausgewogenen Preisgestaltung startet. Für 299,99 US-Dollar wird es schwer, denselben Erfolg wie das erste Modell zu wiederholen.
2 kommentare
die erste Bounce war cool wegen dem Preis, das hier ist Abzocke
Fitbit Ace LTE klingt da echt vernünftiger