Stromausfälle gehören mittlerweile zum Alltag – ob als kurzer Flackermoment bei Gewitter oder als längerer Blackout, der ganze Stadtteile lahmlegt. Bislang mussten Verbraucher sich oft mit unzuverlässigen Online-Karten der Netzbetreiber begnügen oder mühsam Informationen über soziale Medien sammeln. Nun gibt es eine neue, kostenlose Lösung: Die Whisker Labs haben ihr Ting-App so erweitert, dass Nutzer in ganz USA Stromausfälle in Echtzeit sehen können.
Vom Funkschutzstecker zur landesweiten Ausfallkarte
Ursprünglich wurde Ting als intelligenter Zwischenstecker entwickelt, der winzige Funken und Kabeldefekte erkennt, bevor sie Brände verursachen. 
Mit der Zeit stellte sich heraus, dass die integrierte Alarmfunktion für Stromausfälle extrem nützlich war. Deshalb hat Whisker Labs beschlossen, diese Funktion allen zugänglich zu machen – auch Menschen, die keinen eigenen Ting-Sensor besitzen.
Das Netzwerk umfasst inzwischen mehr als 1,1 Millionen Haushalte in den USA, die mit Ting ausgestattet sind. Diese Datenbasis erlaubt es, Stromausfälle wesentlich präziser und schneller zu erkennen als über die üblichen Meldekanäle der Energieversorger. Alles, was man braucht, ist die App für iOS oder Android: Adresse eingeben, und schon sieht man, ob das Licht ausgefallen ist und wann es wieder da ist.
Warum das nützlicher ist, als man denkt
Ein Stromausfall ist längst nicht mehr nur eine kleine Störung. Extreme Wetterlagen, Hitzewellen und die Belastung der Netze führen dazu, dass Blackouts häufiger auftreten. Für viele bedeutet das verdorbene Lebensmittel, Arbeitsausfälle oder sogar Gefahr für die Gesundheit, wenn medizinische Geräte betroffen sind. Gleichzeitig kommunizieren Energieversorger nicht immer zeitnah oder detailliert genug. Genau hier setzt Ting an: Mit Daten direkt aus den Haushalten liefert es Echtzeit-Informationen, die tatsächlich relevant sind.
Stellen Sie sich vor, Sie sind auf der Arbeit oder unterwegs, während ein Sturm durch Ihre Nachbarschaft zieht. Statt auf gut Glück nachzufragen oder auf verspätete Updates der Versorger zu warten, öffnen Sie Ting, geben Ihre Adresse ein und sehen sofort den Status. Besonders praktisch: Die App informiert auch, wenn der Strom wieder eingeschaltet wurde. Das spart Sorgen und erleichtert die Planung.
Der Vorteil gegenüber anderen Diensten
Die meisten bisherigen Ausfallkarten basieren auf offiziellen Meldungen der Netzbetreiber. Diese sind zwar hilfreich, aber häufig grob oder verspätet. Ting dagegen zieht die Informationen direkt aus über einer Million vernetzter Haushalte. Dadurch sind die Daten aktueller, genauer und deutlich näher am Geschehen. Für Nutzer bedeutet das mehr Transparenz und Kontrolle in kritischen Situationen.
Auch für Whisker Labs ist das ein kluger Schachzug: Das Unternehmen erweitert sein Profil vom Hardware-Hersteller zu einem Anbieter nützlicher Alltagsinformationen. Bob Marshall, CEO und Mitgründer, erklärte im September 2025, Ting sei nun die erste App, die allen Haushalten in den USA kostenlose Echtzeit-Benachrichtigungen zu Stromausfällen bietet.
Ein längst überfälliges Feature
Angesichts der Bedeutung von Strom im Alltag – von Kühlschränken über Smartphones bis hin zu Arbeitsplätzen im Homeoffice – ist es erstaunlich, dass solch ein Service nicht schon viel früher existierte. Jahrelang mussten Menschen raten, ob nur sie selbst oder das ganze Viertel betroffen ist. Nun schafft Ting endlich Klarheit.
Das Beste daran: Der Service ist frei zugänglich. Weder ist der Kauf eines Sensors notwendig, noch wird ein Abo verlangt. Gerade in Regionen, die regelmäßig von Stürmen oder Schneefällen betroffen sind, kann das App schnell unverzichtbar werden. Unterm Strich fühlt sich die neue Funktion nicht nach Marketing-Gag an, sondern nach einem Werkzeug, das man eigentlich schon immer gebraucht hätte. Künftig dürfte kaum jemand die nächste Blackout-Saison ohne Ting durchstehen wollen.
2 kommentare
hoffentlich verkaufen die nicht unsere Daten 😬
gestern getestet, hat super gepasst