Tyler „Ninja“ Blevins war einst der unangefochtene Superstar der Streaming-Welt, doch selbst Legenden müssen sich mit dem Wandel der Zeit und den Launen des Internets auseinandersetzen. 
In einem Interview mit der BBC sprach Ninja offen über die letzten harten Jahre, sinkende Zuschauerzahlen und den ständigen Spott von Trollen, die ihm täglich seine „gefallene“ Reichweite vor Augen halten.
Sein Aufstieg Ende der 2010er war beispiellos: Er war der erste Streamer, der die Marke von 10 Millionen Followern auf Twitch durchbrach, machte Schlagzeilen mit einem legendären Fortnite-Stream an der Seite von Drake und bekam sogar ein eigenes Skin im Spiel. Für viele war er das Gesicht von Fortnite – und zugleich das Symbol dafür, dass Gaming endgültig im Mainstream angekommen war.
Doch die Dynamik der Szene ist gnadenlos. Heute verzeichnet Ninja im Schnitt 7.000 bis 8.000 Zuschauer pro Livestream über Twitch und YouTube – Zahlen, die für die meisten Streamer traumhaft wären, im Vergleich zu seinen früheren sechsstelligen Spitzenwerten aber wie ein Absturz wirken. „Es ist buchstäblich jeden Tag so, dass ich im Chat beleidigt werde“, erklärte er. „Die letzten zwei Jahre waren echt hart.“
Ein Grund sei der abflauende Hype rund um Fortnite. Sein Image war zu stark an das Spiel gekoppelt, und als dessen Popularität nachließ, sank auch sein Stern. Andere Creator wie Kai Cenat oder IShowSpeed hätten es besser geschafft, ihre Inhalte zu diversifizieren und neue Generationen anzusprechen. Ninja dagegen blieb für viele „der Fortnite-Typ“.
Dennoch bleibt sein Einfluss gewaltig: 19,2 Millionen Follower auf Twitch und 23,7 Millionen Abonnenten auf YouTube sprechen für sich. Außerdem hat er Plattformwechsel überstanden – von seinem kurzen Ausflug zu Microsofts Mixer bis zur Rückkehr auf Twitch 2020. Nur wenige Streamer konnten ähnliche Umbrüche meistern und gleichzeitig eine treue Community halten.
Trotz der Kritik zeigt Ninja keine Anzeichen, das Handtuch zu werfen. „Ich bin Gamer und Entertainer durch und durch – das steckt in meinem Blut“, sagte er. Er weiß, dass die Tage an der absoluten Spitze vorbei sind, doch die Leidenschaft für Gaming und Streaming ist geblieben.
Eine neue Facette seiner Karriere ist die Wohltätigkeit. Im September startete er den 24-Stunden-Marathon „Gaming for Cause“, inspiriert durch seine Melanom-Diagnose im März 2024. „Meine Frau und ich hätten ohnehin gespendet, aber uns geht es auch darum, Bewusstsein zu schaffen“, betonte er. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren bereits über 117.000 US-Dollar von 250.000 gesammelt.
Ninjas Geschichte zeigt, wie brüchig und gleichzeitig beständig digitaler Ruhm sein kann. Die Rekordzeiten mit Fortnite sind Geschichte, doch er macht weiter – mit Charity, mit seiner Community und mit seiner ungebrochenen Liebe zum Streamen. Trolle mögen lauter sein denn je, aber die Tatsache, dass ihm noch immer tausende Menschen zuschauen, beweist: Ninja ist noch längst nicht abgeschrieben.
Vielleicht liegt die eigentliche Lektion darin, dass Erfolg im Streaming nicht allein an Zahlen hängt. Trends kommen und gehen, Namen wechseln, aber wer mit echter Leidenschaft dabei bleibt, behält seinen Platz. Und Ninja scheint entschlossen, genau das zu tun.
2 kommentare
lol, er beschwert sich bei 7k Zuschauern, davon träumen 99% der Streamer 😂
zu sehr auf Fortnite fixiert, als das Spiel fiel, fiel er auch