Podcasts über Comics gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Von Batman bis Spider-Man hat fast jede Figur ihr eigenes Audioformat. 
Doch ein neues Projekt geht bewusst einen anderen Weg. Der Superfan Podcast ist zwar offiziell ein Comic-Podcast, doch in Wahrheit dreht er sich kaum um Comics. Stattdessen lernen Hörerinnen und Hörer die Menschen hinter den Panels von einer ganz neuen Seite kennen – durch ihre Leidenschaften, Hobbys und Geschichten abseits der Szene.
Die Gastgeber sind keine Unbekannten: Christian Gossett, Schöpfer von Eyes of Wakanda; Kristen Simon, Executive Editor bei Nakama Press (Mad Cave Studios); und David Hyde, Gründer von Superfan Promotions. Gemeinsam laden sie Comic-Schaffende ein, um nicht über ihre neuesten Werke, sondern über sehr persönliche Themen zu sprechen – über Musik, Literatur, Gartenarbeit oder Kindheitserinnerungen. Dadurch entsteht eine intime Atmosphäre, die sich deutlich von den üblichen PR-Gesprächen unterscheidet.
Die Auftaktfolge macht sofort klar, wohin die Reise geht. Rodney Barnes, bekannt für die Horrorreihe Killadelphia, erzählt dort nicht über Vampire, sondern über seine große Liebe zu Stephen-King-Romanen. Passend dazu erleben Kings Geschichten gerade eine neue Welle an Kino- und TV-Adaptionen. Barnes schildert, wie Kings Bücher seine Fantasie geprägt haben und warum sie für ihn bis heute wichtig sind.
Auch die kommenden Episoden versprechen spannende Einblicke:
- Episode 2: Arrow-Produzent Marc Guggenheim spricht über seine Jugend als eingefleischter Billy-Joel-Fan auf Long Island.
- Episode 3: Kelly Sue DeConnick (Wonder Woman Historia) erzählt von ihrer Bewunderung für Alan Alda – und von den etwas verrückten Knöchel-Tattoos mit seinem Namen.
- Episode 4: Matt Kindt (Mind MGMT) schwärmt von der Welt der Spionageromane von John le Carré.
- Episode 5: Marjorie Liu (Monstress) berichtet von ihrer Leidenschaft fürs Gärtnern und von einer Familienpflanze, die über Generationen weitergegeben wird.
- Episode 6: Patrick McDonnell (Mutts) erinnert sich an seine Musikerzeit und erklärt, warum ihn Frank Zappa bis heute fasziniert.
Ein besonderes Extra: Jede Folge endet mit einem Dessert-Rezept und einem passenden Drink (wahlweise mit oder ohne Alkohol), inspiriert vom jeweiligen Thema. Das sorgt für einen sympathischen, fast schon familiären Abschluss.
„Comic-Autor:innen und Künstler:innen bekommen meist immer die gleichen Fragen gestellt“, erklärt Hyde. „Uns geht es darum, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Wir bereiten uns intensiv auf jedes Thema vor, aber die schönsten Momente entstehen, wenn wir auf Nebenwege geraten und plötzlich ganz neue Geschichten auftauchen. Das macht die Gespräche lebendig, voller Erinnerungen, Leidenschaft und Humor.“
Der Superfan Podcast ist bereits auf Spotify, Audible/Amazon Music, YouTube und anderen Plattformen verfügbar. Für Fans bietet er die Chance, ihre Lieblingskünstler nicht nur als Profis, sondern auch als Menschen zu erleben – ehrlich, überraschend und oft sehr unterhaltsam.
Parallel dazu bleibt die Comic-Welt in Bewegung: Dark Horse veröffentlicht bald The Art of Star Wars: A New Hope – The Manga, während DC mit Absolute Batman #12 düstere neue Origin-Storys bekannter Bösewichte präsentiert. Doch dank Superfan bekommen Fans jetzt zusätzlich ein Format, das zeigt: Hinter den Superhelden stehen echte Menschen mit ganz eigenen Geschichten.
3 kommentare
desserts und cocktails im podcast, nice touch
marjorie liu beim gärtnern klingt total sympathisch
rodney barnes als stephen-king-fan? hört sich gut an