Marvel Zombies hätte eigentlich ein epischer Animationsfilm werden sollen – stattdessen landete das Projekt als vierteilige Miniserie auf Disney+. 
Der Grund: die komplizierten Lizenzrechte am Spider-Man, die immer noch bei Sony liegen.
Showrunner Bryan Andrews erklärte, dass die Idee ursprünglich war, einen langen Kinofilm zu machen – über zwei Stunden voller Action, großer Emotionen und ruhiger Momente. „Wir wollten daraus ein richtiges Movie machen, so zwei, zweieinhalb Stunden, das wäre großartig geworden“, so Andrews. Doch dann stellte sich heraus, dass Spider-Man in dieser Form nicht genutzt werden durfte, weil die Kino-Animationsrechte bei Sony liegen. Ohne die Figur musste Marvel den Plan aufgeben und die Geschichte in kurze Episoden zerteilen.
Am Ende bekam das Publikum vier schnelle Kapitel, die eher wie Teile eines Buches wirken als wie ein großes Ganzes. Andrews räumte ein: „Der Rhythmus ist extrem schnell. Wir hätten gern mehr Zeit für die stillen Szenen gehabt, aber die Vorgaben waren knapp.“
Das Problem mit Spider-Man ist nicht neu. Sony baut parallel seine eigene Animationsreihe mit dem gefeierten Spider-Verse aus, während Marvel in mühsamen Deals Tom Hollands Peter Parker in den Live-Action-Filmen einsetzen darf. Für Marvel Zombies bedeutete das schlicht: kein Kinofilm, egal wie groß die Ambitionen waren.
Hinzu kam, dass die Serie schon fast ein Jahr fertig war, bevor sie veröffentlicht wurde. Marvel verschob den Start bewusst, um Überschneidungen mit What If…? Staffel 3 oder Agatha: Darkhold Diaries zu vermeiden. So blieb das fertige Projekt lange im Archiv.
Interessant ist auch, dass Marvel Zombies ursprünglich in Verbindung mit dem geplanten Blade-Film entwickelt wurde, der mit Mahershala Ali längst hätte laufen sollen. Da der Film jedoch immer wieder verschoben wurde, musste das Animationsteam improvisieren. Heraus kam eine alternative Version des Vampirjägers – die „Fists of Khonshu“-Variante, gesprochen von Todd Williams. Sein Blade wurde sofort zum Highlight der Trailer und kam bei den Fans besonders gut an.
Kritiken betonen, dass die Serie zwar gewisse Standardmuster bedient, aber dennoch eine Qualität erreicht, die vielen MCU-Filmen der letzten Jahre fehlte. Vor allem die Figurenbeziehungen und das Zusammenspiel wirken lebendiger und überzeugender als in so manchem Kinofilm der Phase 4. Für viele Fans war Marvel Zombies deshalb eine willkommene Abwechslung.
Trotzdem blieb das Gefühl, dass ein Film die bessere Wahl gewesen wäre. Größere Emotionen, epische Kämpfe und ein runderes Ende hätten der Geschichte gutgetan. Andrews meinte dazu: „Wenn genug Leute laut werden und es lieben, vielleicht gibt’s beim nächsten Mal mehr Budget und Spielraum.“
So bleibt Marvel Zombies selbst ein kleines „What if?“: ein Projekt, das an Verträgen, Timing und Studio-Strategien gescheitert ist. Gleichzeitig zeigt es, wie viel Potenzial Marvels Animationssparte hätte – wenn man sie nur machen ließe.
3 kommentare
Budget-Ausreden hört man ständig, macht’s endlich richtig
Sony hat’s mal wieder versaut mit Spidey 🙄
fühlt sich einfach gekürzt und billig an