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Namenschaos 2025: Wenn Technikfirmen ihre eigenen Regeln vergessen

von ytools
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Erinnern Sie sich noch daran, als die Namen neuer Smartphones oder Softwareversionen eindeutig waren? Man hörte den Namen, wusste sofort, an welcher Stelle in der Serie er stand, und konnte einschätzen, ob es sich wirklich um etwas Neues handelte. Im Jahr 2025 ist davon nichts mehr übrig.
Namenschaos 2025: Wenn Technikfirmen ihre eigenen Regeln vergessen
Hersteller von Handys, Chips und Betriebssystemen haben ihre Namenskonzepte über den Haufen geworfen – und sorgen damit für Verwirrung bei Kunden und sogar bei Fachjournalisten.

Apple, Xiaomi, OnePlus und Qualcomm haben es in diesem Jahr besonders bunt getrieben. Apple übersprang iOS 19 bis 25 und präsentierte direkt iOS 26. Begründung: Die Versionsnummern sollen nun mit dem Kalenderjahr übereinstimmen. Xiaomi ließ die erwartete 16er-Serie einfach weg und brachte gleich die Serie 17. OnePlus erklärte, man überspringe die 14 aus kulturellen Gründen, da die Zahl 4 in China als Unglückszahl gilt – und landete beim OnePlus 15. Und Qualcomm? Dort gleicht das Namensschema mittlerweile einem Zahlensalat.

Für Konsumenten bringt das keinen Mehrwert, sondern nur Ratlosigkeit. Selbst Menschen, die den Markt täglich verfolgen, verlieren den Überblick. Bei Apple lässt sich die Entscheidung immerhin nachvollziehen: Jahreszahlen als Ankerpunkt sind ein klarer Bezug. Bei Xiaomi hingegen wirkt es schlicht nachahmend. Firmenchef Lu Weibing sagte im September 2025 sogar offen, man wolle die iPhone-Generation direkt angreifen und sich bewusst auf Augenhöhe positionieren. Doch wie in der Schule: Nur weil man sich neben den „coolen“ setzt, wird man nicht automatisch selbst einer.

Auch OnePlus’ Argumentation überzeugt wenig. Man beruft sich auf Aberglauben, hat aber früher ohne Zögern ein OnePlus 13 veröffentlicht – eine Zahl, die in westlichen Kulturen ebenfalls negativ besetzt ist. Für viele wirkt der Sprung eher wie ein PR-Manöver, nicht wie Respekt vor Traditionen.

Den größten Kuddelmuddel liefert jedoch Qualcomm. Nach dem Snapdragon 888 5G kam plötzlich der Snapdragon 8 Gen 1, gefolgt vom Snapdragon 8 Elite. 2025 stellte man den Snapdragon 8 Elite Gen 5 vor. Laut Qualcomm alles logisch: fünfte Generation der 8er-Serie. Für die meisten Beobachter wirkt das jedoch, als hätte jemand zufällig Wörter und Zahlen zusammengewürfelt.

Das eigentliche Problem: Solches Chaos schwächt das Vertrauen. Der Markt ist ohnehin mit unzähligen Modellen überflutet, die sich kaum voneinander unterscheiden. Jetzt springen auch noch die Nummern, und man fragt sich: Ist das wirklich ein neues Gerät oder nur eine leicht veränderte Version vom Vorjahr? Im Alltag voller Nachrichten, Streams und Dauerbenachrichtigungen möchte kaum jemand zusätzlich Rätselraten spielen.

Natürlich dürfen Marken ihre Strategien ändern. Sinnvoll ist das etwa, wenn ein Produktkonzept komplett neu gedacht wird – wie damals, als Samsung die Note-Serie einstellte. Willkürliche Zahlensprünge und Kopiermanöver hingegen erzeugen eher Lärm als Klarheit. Apple kann sich solche Experimente leisten, weil die Fangemeinde treu bleibt. Xiaomi oder OnePlus hingegen riskieren Glaubwürdigkeit, die sie eigentlich erst aufbauen müssten.

Am Ende gilt: Ein Name ist mehr als nur eine Nummer. Er ist ein Versprechen und soll Käufern Orientierung geben. Wenn dieses Versprechen ständig gebrochen wird, verlieren Menschen die Lust, überhaupt hinzuschauen. Ironischerweise machen die Firmen, die besonders innovativ wirken wollen, sich so nur schwerer verständlich – und damit für viele Kunden auch weniger attraktiv.

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1 kommentar

sunny December 2, 2025 - 6:44 am

xiaomi hat null scham, kopiert apple sogar beim namen 😂

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