Electronic Arts hat die Gaming-Szene erneut aufgerüttelt: Der neue Live-Action-Trailer zu Battlefield 6 ist nicht einfach nur Werbung, sondern eine offene Kampfansage an Call of Duty. 
Statt still und brav sein eigenes Spiel zu bewerben, zeigt EA klar, dass man den Konkurrenten direkt ins Visier nimmt – und das mit einer Mischung aus Ironie, Provokation und dem Versprechen, zum Kern der Serie zurückzukehren.
Der Trailer beginnt wie ein Déjà-vu für Call of Duty-Fans. Die Inszenierung erinnert stark an die berühmten Star-Trailer der Reihe – allen voran den Kult-Spot „There’s a Soldier in All of Us“ aus dem Jahr 2010 mit Kobe Bryant und Jimmy Kimmel. EA setzt auf eine ähnliche Eröffnung: Zac Efron hält eine flammende Rede, flankiert von Basketball-Profi Jimmy Butler, Country-Sänger Morgan Wallen und UFC-Star Paddy Pimblett. Alle treten in übertrieben bunten Waffenskins auf – ganz im Stil der poppigen COD-Kampagnen der letzten Jahre. Doch ehe man denkt, es geht in diese Richtung weiter, schlägt ein Raketenangriff ein, pulverisiert die Truppe und reißt Efrons Ansprache brutal ab.
Aus den Trümmern treten Soldaten hervor, wie sie realistischer kaum wirken könnten: kampferprobte Figuren in schlichter, militärischer Ausrüstung. „Wer war das?“, fragt einer. „Egal. Vorwärts“, kommt die Antwort. Es folgt eine Adrenalin-Montage: Explosionen, einstürzende Hochhäuser und die brachiale Zerstörung, für die Battlefield seit jeher steht. Zum Schluss der Schlag ins Gesicht der Konkurrenz: „Only in Battlefield“.
Die Botschaft: Battlefield 6 will nicht länger im Schatten von Call of Duty stehen, sondern den Gegenpol bilden. Realismus, Authentizität und gigantische Schlachten statt bunter Pop-Skins und Celebrity-Auftritte. Viele Fans erkannten sofort die Spitze gegen Activision. „Spielefirma disst Konkurrent in 2025? Das fühlt sich an wie 2010!“, schrieb ein User. Ein anderer: „Die roast’n COD komplett.“ Und ein Reddit-Kommentar fasste zusammen: „Man weiß genau, wen sie hier veralbern. Starkes Marketing.“
Hinter dieser Marketing-Attacke steckt mehr als nur ein Gag. Shashank Uchil, Design Director von Battlefield 6, betonte kürzlich im Interview mit DBLTAP, dass die Serie zurück zu ihren Wurzeln gehen will. „Es muss bodenständig sein. Genau das war BF3, genau das war BF4: Soldaten auf dem Boden, keine Spielereien“, erklärte er. Und er konnte sich einen Seitenhieb auf Activision nicht verkneifen: „Battlefield braucht keine Nicki-Minaj-Skins. Wir bleiben realistisch.“
Ein deutlicher Kontrast zu Call of Duty, wo in letzter Zeit Figuren wie Beavis & Butt-Head, American Dad oder gar Seth Rogen mit Kiffer-Bundles Einzug hielten. Viele Fans sprachen schon von der „Fortnite-isierung“ ihrer Lieblingsreihe und forderten eine Rückkehr zum militärischen Kern. Vor diesem Hintergrund wirkt Battlefield 6 wie ein Rettungsanker für Puristen.
Interessanterweise scheint auch Activision selbst ins Grübeln geraten zu sein. Vor kurzem bestätigte man, dass Operatoren, Skins und Waffen aus Black Ops 6 nicht in Black Ops 7 übernommen werden – ein Bruch mit der bisherigen Praxis. Begründung: Black Ops 7 müsse sich „authentisch“ anfühlen. Zumindest zum Launch soll der Multiplayer also deutlich seriöser daherkommen. Ob das dauerhaft so bleibt, ist offen.
EA setzt außerdem auf den richtigen Zeitpunkt: Battlefield 6 erscheint am 10. Oktober – einen ganzen Monat vor Call of Duty: Black Ops 7, das am 14. November folgt. Ein klarer Versuch, sich frühzeitig zu positionieren, bevor Activision seinen Blockbuster zündet. Beide Spiele sind nicht nur Shooter, sondern Kulturmarken, die das Genre geprägt haben.
2025 ist damit nicht nur ein Spielejahr, sondern ein Jahr der Werbeschlachten. Sega stichelte jüngst gegen Nintendo, indem man Mario Kart World in einem Trailer zu Sonic Racing: CrossWorlds aufs Korn nahm. Jetzt zieht EA nach. Für viele Spieler ist das eine willkommene Rückkehr in Zeiten, als große Publisher noch mit offenen Spitzen gegeneinander kämpften.
Ob Battlefield 6 mit seinem Anspruch auf Realismus oder Call of Duty mit seinem Hollywood-Spektakel am Ende die Nase vorn hat, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Trailer hat die Rivalität neu entfacht und verspricht einen heißen Herbst für Shooter-Fans.
2 kommentare
so ein Marketing-Battle hab ich vermisst
haha battlefield hat cod komplett hops genommen 😂