Die nächste Generation der NVIDIA-Grafikkarten bekommt offenbar ein „Super“-Upgrade. Der bislang deutlichste Hinweis kam nicht aus den üblichen Leak-Foren, sondern direkt von Seasonic: Im offiziellen PSU-Kalkulator des Netzteil-Herstellers tauchten plötzlich zwei noch unveröffentlichte Modelle auf – die GeForce RTX 5070 Super und die GeForce RTX 5070 Ti Super. Für Hardware-Fans ist das ein klarer Fingerzeig, dass hinter den Gerüchten mehr steckt als bloß Spekulationen.
Seit Monaten schwanken die Meldungen: Manche Insider waren überzeugt, dass NVIDIA eine Super-Variante der RTX-50-Reihe vorbereitet, während andere davon ausgingen, dass es keinerlei Refresh geben würde – zumindest nicht in diesem Jahr und schon gar nicht auf der CES. 
Mit dem Seasonic-Eintrag scheint jedoch klar, dass Partnerunternehmen bereits im Hintergrund planen. Zwar ist das noch keine offizielle Ankündigung, doch ein so öffentlicher Hinweis wie dieser ist schwer zu übersehen.
Ein genauer Blick auf den Kalkulator offenbart zusätzliche Details. Die neuen Modelle verlangen offenbar mehr Leistung als ihre Basisversionen. Laut bisherigen Gerüchten liegt die RTX 5070 Super bei rund 275 Watt (statt 250 Watt bei der Standard-5070), während die RTX 5070 Ti Super auf etwa 350 Watt klettern könnte – ein spürbarer Sprung im Vergleich zu den rund 300 Watt der Ti-Version. Genau diese Werte spiegeln sich jetzt auch in den Empfehlungen von Seasonic wider, was die Glaubwürdigkeit der Leaks erhöht.
Besonders spannend sind die Spekulationen zur Speicherbestückung. Verschiedene Quellen gehen davon aus, dass NVIDIA auf 3-GB-GDDR7-Module setzt. Damit ließe sich die VRAM-Kapazität um 50 % erhöhen, ohne die Speicherbus-Architektur neu zu entwerfen. Das würde bedeuten: 18 GB GDDR7 beim RTX 5070 Super und satte 24 GB beim RTX 5070 Ti Super. Zum Vergleich: Die aktuelle RTX 5070 bringt gerade einmal 12 GB mit – schon heute für 4K-Texturen und Content-Creation oft knapp. Ein so großer Sprung würde die Karten deutlich zukunftssicherer machen.
Architektonisch ist hingegen keine Revolution zu erwarten. NVIDIA handhabt Refresh-Modelle traditionell pragmatisch: etwas mehr aktive Recheneinheiten, höhere Taktraten, schnellere Speicherchips – fertig. Genau so lief es bei den Super-Versionen der RTX-20- und RTX-30-Reihe. Auch diesmal dürfte der Leistungsschub spürbar, aber nicht generationenprägend sein. Realistisch ist ein saubereres 4K-Gaming, stabileres Raytracing in 1440p und etwas mehr Leistungsreserven für kommende Titel.
Offen bleibt die Frage nach dem Zeitpunkt. CES wäre ein denkbarer Rahmen, doch ebenso wahrscheinlich ist ein späterer Release im Frühjahr oder Sommer. Was der Seasonic-Leak jedenfalls zeigt: Hersteller von Netzteilen bereiten ihre Empfehlungen frühzeitig vor, um Fehlkäufe zu verhindern. Dabei rutschen hin und wieder solche Modellnamen öffentlich durch – und liefern uns Enthusiasten unbeabsichtigte, aber wertvolle Hinweise.
Für PC-Bauer und Aufrüster heißt das: Plant etwas mehr Leistungsspielraum ein. Eine gute 750-Watt-Quelle mag für die RTX 5070 Super genügen, doch wer mit der 350-Watt-starken 5070 Ti Super liebäugelt, sollte eine Reserve einkalkulieren. Wenn sich zudem die VRAM-Angaben von 18 und 24 GB bestätigen, könnte die 70er-Super-Klasse zum echten Sweetspot der Generation werden – genug Speicher für moderne Games und genug Power für kreative Workloads.
Fazit: Der Eintrag im Seasonic-Kalkulator ist der bisher greifbarste Beweis für die Existenz der RTX-50-Super-Reihe. Namen und Leistungswerte decken sich mit früheren Berichten, und die Speicherspekulation macht die Karten noch attraktiver. NVIDIA schweigt zwar noch, doch alles deutet darauf hin, dass die Super-Modelle längst in den Startlöchern stehen.