Nothing versucht weiterhin, sich mit ungewöhnlichen Ideen von anderen Smartphone-Herstellern abzuheben. Nach der Vorstellung von Nothing OS 4.0 folgt nun ein neues Konzept: Essential Apps. Dabei handelt es sich um kleine, KI-generierte Mini-Apps und Widgets, die direkt auf die Bedürfnisse des Nutzers zugeschnitten sind. 
Ergänzt wird das Ganze durch die Plattform Playground, auf der man eigene Kreationen teilen oder die von anderen ausprobieren kann.
Die Idee dahinter: Statt das System mit vorinstallierten Standard-Apps vollzupacken, sollen sich die Funktionen flexibel an den Alltag der Nutzer anpassen. Beispiele sind ein Assistent, der Outfits basierend auf dem eigenen Kleiderschrank vorschlägt, ein Stimmungs-Tracker, der automatisch passende Musik-Playlists auswählt, oder ein Tool, um Quittungen und Ausgaben schnell zu erfassen. So wird das Smartphone nicht mehr als statische Oberfläche verstanden, sondern als dynamisches Werkzeug, das sich ständig weiterentwickelt.
Der Playground dient dabei als soziale und kreative Drehscheibe. Nutzer können ihre Essential Apps veröffentlichen, Ideen austauschen und bestehende Widgets weiterentwickeln. Im Prinzip ist es eine Mischung aus Open-Source-Community und sozialem Netzwerk – nur eben für Mikro-Apps.
Aktuell befindet sich das Ganze noch in einer Alphaphase. Wer teilnehmen möchte, muss sich zunächst auf eine Warteliste setzen lassen. Zudem gibt es technische Einschränkungen: Das kommende Nothing Phone (3) wird bis zu sechs Widgets gleichzeitig unterstützen, ältere Nothing- und CMF-Geräte jedoch nur zwei. Damit will man Leistung und Stabilität sichern, auch wenn dies für Nutzer älterer Modelle enttäuschend wirken könnte.
Gleichzeitig wächst die Kritik innerhalb der Community. Viele bemängeln, dass grundlegende Funktionen im Nothing OS fehlen – etwa ein vollwertiger Dateimanager, ein Ultra-Energiesparmodus oder eigene Apps, die Googles Standardlösungen ersetzen könnten. Manche erinnern auch an praktische Features älterer Android-Geräte, wie eine Warnung kurz bevor das Handy wegen leerem Akku ausgeht.
Trotzdem herrscht Neugier. Einige Fans hoffen, dass Nothing auch in Richtung Multimedia-Apps gehen wird – ähnlich wie früher bei den Sony Xperia-Smartphones mit exklusiven Musik- und Video-Tools. Wenn es dem Unternehmen gelingt, Innovation und Alltagstauglichkeit auszubalancieren, könnten Essential Apps und Playground mehr sein als nur ein nettes Experiment – nämlich ein neuer Ansatz, wie wir unsere Smartphones nutzen.