Palworld sorgt erneut für Schlagzeilen, nachdem Branchenveteran Yoshiki Okamoto – bekannt durch seine Arbeit an CAPCOM-Klassikern wie Resident Evil, Street Fighter, Mega Man und Dino Crisis – in einem YouTube-Video erklärte, das Spiel der Pocketpair habe eine Grenze überschritten, die in der Spielebranche nicht akzeptabel sei. Laut Okamoto dürfe es nicht normal werden, dass Titel allein deshalb durchgewunken werden, weil sie Spaß machen, sich gut verkaufen oder gute Kritiken erhalten, während sie gleichzeitig juristisch umstritten sind.
Okamoto stellte klar, dass Erfolg und Popularität keine Rechtfertigung für fragwürdige Praktiken seien. 
Solange der Rechtsstreit mit Nintendo andauert, könne Palworld nicht als unproblematisch angesehen werden. Er appellierte sogar an die Spieler, den Titel nicht zu kaufen, da jeder Kauf ein stilles Einverständnis mit Vorgehensweisen signalisiere, die den fairen Wettbewerb gefährden.
Seine Äußerungen spalteten jedoch die Community. Viele Fans warfen ihm Doppelmoral vor: Auch CAPCOM habe in der Vergangenheit Elemente anderer Spiele aufgegriffen und daraus eigene Hits geformt. Schließlich sei die Spielehistorie voll von Beispielen, in denen Inspiration und Nachahmung ganze Genres geprägt haben. Andere wiederum stimmen ihm zu und betonen, dass es hier nicht nur um Kreativität gehe, sondern um eine handfeste Klage einer milliardenschweren Firma, die die Branche nachhaltig beeinflussen könnte.
Die Auseinandersetzung begann im September 2024, als Nintendo eine Klage wegen Patentverletzungen gegen Pocketpair einreichte. Im Prozess argumentierte Nintendo, dass Mods und Fanprojekte nicht als „Stand der Technik“ gelten könnten. Infolge dessen musste Pocketpair zentrale Features entfernen, darunter die Mechanik, Kreaturen mit Sphären zu beschwören – ein klarer Bezugspunkt zu Pokémon, der von Kritikern schon lange hervorgehoben wurde.
Doch nicht nur vor Gericht liefern sich die Kontrahenten ein Duell. Kurz nachdem Nintendo den eigenen Farming-Simulator Pokémon Pokopia (entwickelt von Koei Tecmo, geplant für 2026 auf der Switch 2) ankündigte, enthüllte Pocketpair das Spin-off Palworld: Palfarm. Der Zeitpunkt wirkte wie eine bewusste Spitze und ließ Spekulationen aufkommen, dass Pocketpair die Kontroverse aktiv in seine Marketingstrategie einbaut.
Damit ist Palworld längst mehr als nur ein Survival-Hit. Es steht sinnbildlich für die Diskussion, wo Inspiration endet und Plagiat beginnt. Für einige ist Okamotos Warnung ein wichtiges Statement zur Wahrung kreativer Grenzen, für andere klingt sie wie ein Bremsklotz für die Weiterentwicklung der Branche. Klar ist: Das geplante Release der Version 1.0 im Jahr 2026 wird mit Argusaugen verfolgt werden.
1 kommentar
wenn Leute Palworld mögen, sollen sie doch spielen dürfen