Fast zwanzig Jahre nach dem Kinostart von Constantine sorgt Keanu Reeves erneut für Aufsehen: Der Schauspieler verriet, dass eine neue Fassung des Drehbuchs zu Constantine 2 fertiggestellt wurde und er diese bald den Verantwortlichen bei DC Studios vorlegen will. „Hoffentlich gefällt es ihnen auch“, meinte er. Ein kurzer Satz, der jedoch sofort die Hoffnungen der Fans befeuerte, die seit Jahren auf eine Fortsetzung warten.
John Constantine ist einer der faszinierendsten Antihelden im DC-Universum: ein Okkult-Detektiv, Exorzist und Zyniker, der ständig zwischen Himmel und Hölle balanciert. 
In den Comics ist er ein kettenrauchender Brite mit scharfem Humor. Reeves’ Darstellung von 2005 wich davon zwar stark ab, entwickelte aber ihren ganz eigenen Reiz. Der Film war anfangs kein Kassenschlager, wurde jedoch nach und nach zum Kultklassiker – nicht zuletzt wegen der düsteren Optik, der bedrückenden Atmosphäre und Reeves’ zurückhaltendem, aber intensiven Spiel.
Seitdem reißen die Rufe nach einer Fortsetzung nicht ab. Manche Fans wollen unbedingt Reeves zurück, andere hingegen wünschen sich endlich eine werkgetreue Version des britischen Constantine. Offiziell taucht Constantine 2 bislang nicht in den Zukunftsplänen von DC Studios-Chefs James Gunn und Peter Safran auf. Trotzdem bedeutet die Fertigstellung des Drehbuchs einen echten Schritt nach vorne.
Peter Stormare, der in Teil eins als unvergesslicher Luzifer glänzte und erneut dabei sein soll, verriet kürzlich, warum das Projekt so lange feststeckte. Laut ihm habe Reeves mehrfach Drehbuchfassungen abgelehnt, die zu sehr in Richtung Actionblockbuster gingen. „Die Studios wollen Autos, die durch die Luft fliegen, und akrobatische Kampfszenen. Aber Keanu sagt: Ich habe schon John Wick gemacht. Constantine muss spirituell bleiben, es geht um Dämonen, Engel und Menschen“, erklärte Stormare. Er selbst wolle Luzifer wieder ähnlich bedrohlich verkörpern wie damals – nur eben älter.
Produzent Lorenzo di Bonaventura bestätigte Ende 2024, dass es ein Drehbuch gebe, auch wenn er zugab, es noch nicht gelesen zu haben. Reeves erklärte zudem, dass er die Idee persönlich bei DC gepitcht habe und eine vorläufige Zustimmung erhielt. Die eigentliche Hürde sei nun die strategische Ausrichtung der Studios: Wird Constantine 2 als Teil des neuen DC-Universums betrachtet oder als eigenständige Elseworlds-Geschichte?
Reeves betonte jedenfalls, dass er die Welt des Films von 2005 bewahren möchte: „Wir bleiben dabei. John Constantine wird diesmal noch mehr leiden“, scherzte er. Das dürfte jene beruhigen, die das Original als einzigartig schätzen. Dennoch bleibt der Streit: Ist Reeves wirklich die ideale Besetzung? Kritiker sehen in ihm einen zu glatten, zu jungenhaften Darsteller für einen zynischen, gebrochenen Magier. Befürworter dagegen meinen, dass gerade seine Ernsthaftigkeit und Hingabe die Figur auf eine besondere Art lebendig machen.
Die Fan-Community ist entsprechend gespalten. Manche schwärmen noch heute von der bedrückenden Atmosphäre des ersten Films und sehen im Sequel die Chance, diese Welt auszubauen. Andere halten die Leinwandversion schlicht für eine Entstellung der Comicfigur und wünschen sich einen radikalen Neustart. Doch die Tatsache, dass nach all den Jahren noch immer so leidenschaftlich diskutiert wird, beweist, wie stark Constantine die Zuschauer geprägt hat.
Noch ist Constantine 2 nicht offiziell genehmigt. Aber mit Reeves’ unermüdlichem Einsatz, Stormares Enthusiasmus und der nie erloschenen Fanliebe wirkt das Projekt lebendiger denn je. Die Wartezeit geht weiter – aber diesmal mit einer echten Perspektive.