Die Nvidia-Aktie erlebte turbulente Stunden, nachdem Konkurrent AMD einen milliardenschweren Deal mit OpenAI bekannt gab. 
Diese Nachricht sorgte für Aufsehen an der Börse und brachte Bewegung in den Kampf um die Vorherrschaft im boomenden Markt für KI-Chips. Viele Anleger fragen sich nun: Ist Nvidias lange unangefochtene Spitzenposition in Gefahr?
In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Kurs von Nvidia um beeindruckende 48 Prozent – ein Zeichen dafür, wie stark das Unternehmen vom KI-Hype profitiert. Nvidias Grafikprozessoren (GPUs), ursprünglich für Spiele und Multimedia-Anwendungen entwickelt, sind heute das Herzstück moderner KI-Infrastruktur. Während klassische Prozessoren (CPUs) Daten nacheinander abarbeiten, ermöglichen GPUs mit ihren tausenden Kernen die parallele Verarbeitung riesiger Datenmengen – ideal für maschinelles Lernen und neuronale Netzwerke.
Doch am Montagmorgen kam der Schock: Die Nvidia-Aktie fiel um 2,3 Prozent auf 183,33 US-Dollar, nachdem AMD einen Milliardenvertrag mit OpenAI verkündet hatte. Demnach soll OpenAI 6 Gigawatt der Instinct-GPUs von AMD einsetzen – eine gewaltige Zahl, die das Kräfteverhältnis in der Branche verändern könnte. Anleger reagierten begeistert: AMDs Aktie schoss um fast 28 Prozent auf 210,12 US-Dollar in die Höhe. Der Deal gilt als Meilenstein und als direkter Angriff auf Nvidias Dominanz im Bereich KI-Beschleuniger.
Besonders bemerkenswert sind die Details: OpenAI erhält eine Option, bis zu 160 Millionen AMD-Aktien für nur einen Cent pro Stück zu erwerben. Sollte die Option vollständig genutzt werden, würde OpenAI rund 10 Prozent von AMD für gerade einmal 1,6 Millionen Dollar besitzen – ein symbolischer Betrag angesichts der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 342,7 Milliarden Dollar. Damit wird OpenAI nicht nur Kunde, sondern auch strategischer Partner und potenzieller Mitprofiteur von AMDs Erfolg.
Zum Vergleich: Nvidia ist derzeit das wertvollste börsennotierte Unternehmen der USA mit einer Marktkapitalisierung von etwa 4,5 Billionen Dollar. Dennoch hat der AMD-Deal Anleger kurzzeitig verunsichert und gezeigt, dass auch Marktführer nicht unantastbar sind. Neben AMD entwickeln auch Google und Amazon ihre eigenen KI-Chips, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.
Doch die Erholung kam schnell: Bereits gegen 11:30 Uhr Eastern Time lag die Nvidia-Aktie nur noch 0,81 Prozent im Minus bei 186,10 Dollar. Analysten sehen darin ein Zeichen des Vertrauens – Nvidias Software-Ökosystem, seine CUDA-Plattform und seine engen Partnerschaften sichern dem Unternehmen weiterhin eine führende Position. Zudem hat Nvidia erst im September einen weiteren Vertrag mit OpenAI abgeschlossen, der die Lieferung von 10 Gigawatt GPUs umfasst – ein Investment im Wert von rund 100 Milliarden Dollar.
Der Konkurrenzkampf zwischen Nvidia und AMD erreicht damit eine neue Stufe. OpenAI setzt auf mehrere Partner, was die Innovation im Chipmarkt beschleunigen dürfte. Eines steht fest: Der Wettlauf um die Zukunft der künstlichen Intelligenz ist in vollem Gange – und die GPU-Schlacht hat gerade erst begonnen.