Nvidia-CEO Jensen Huang hat mit einer provokanten Aussage für Aufsehen in der Tech-Welt gesorgt: Chinas KI-Chips liegen nur „ein paar Nanosekunden“ hinter denen der USA. 
Diese Bemerkung ist weit mehr als nur ein Bild – sie verdeutlicht, wie schnell China technologisch aufholt und wie sich das Machtverhältnis in der globalen Halbleiterindustrie verschieben könnte. Huang warnt, dass Washingtons Sanktionen gegen China möglicherweise genau das Gegenteil ihres Ziels bewirken: Sie beschleunigen den technologischen Fortschritt des Landes.
Die USA versuchen seit Jahren, Chinas Zugang zu moderner Chiptechnologie zu blockieren. Besonders betroffen sind hochentwickelte Lithografie-Maschinen, die für die Produktion von Chips unter 5 Nanometern notwendig sind. Ohne sie ist es kaum möglich, Prozessoren der neuesten Generation zu fertigen. Doch trotz dieser Hürden hat China enorme Fortschritte gemacht – dank massiver staatlicher Förderung, einem großen Pool talentierter Ingenieure und dem Ehrgeiz seiner Tech-Giganten.
Ein Paradebeispiel ist Huawei. Der Konzern feierte mit seinem Ascend 910B-Chip ein eindrucksvolles Comeback. Das Modell gilt inzwischen als leistungsstärkster KI-Beschleuniger, der vollständig in China entwickelt wurde, und hat den heimischen Markt im Sturm erobert. Ironischerweise spielte das US-Exportverbot gegen Nvidia Huawei direkt in die Hände: Während Nvidia seine Produkte nicht verkaufen durfte, füllten chinesische Unternehmen die Lücke mit eigenen Lösungen. Später lockerten die USA ihre Beschränkungen etwas und erlaubten Nvidia den Verkauf der weniger leistungsstarken H20-Chips – ein Versuch, den chinesischen Markt nicht völlig zu verlieren.
Doch der technologische Wettlauf verschiebt sich weiter. Große chinesische Unternehmen wie Baidu, Tencent, Alibaba und ByteDance arbeiteten lange mit Nvidias CUDA-Plattform, einem Software-Framework, das parallele Berechnungen auf GPUs ermöglicht – eine Schlüsseltechnologie für das Training komplexer KI-Modelle. Inzwischen investieren diese Firmen jedoch massiv in Alternativen, um sich von der Abhängigkeit westlicher Systeme zu lösen. Sollte China erfolgreich eine eigenständige, CUDA-freie Infrastruktur aufbauen, könnte das die globale KI-Landschaft dauerhaft verändern.
Vor den Sanktionen stammten laut Nvidia rund 20 bis 25 Prozent des Umsatzes seiner Rechenzentrums-Sparte aus China – ein gewaltiger Anteil. Huang warnt nun, dass eine wirtschaftliche Entkopplung beiden Seiten schadet. Handelsbarrieren könnten zu einem „ökonomischen Bumerang“ werden, der die Innovationskraft der gesamten Branche schwächt. Er fordert stattdessen offene Konkurrenz und gegenseitigen Zugang, um das weltweite technologische Gleichgewicht zu wahren.
Der Wettlauf zwischen China und den USA im Bereich künstlicher Intelligenz wird immer enger. Jeder Nanosekunde Fortschritt entscheidet darüber, wer die Zukunft der globalen Technologie bestimmen wird.
2 kommentare
Huawei is back, und wie!
China wird die Amis bald überholen, wetten?