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Ingenieur löst das iPhone-4-„Antennagate“-Problem 15 Jahre später – mit 20 Bytes Code

von ytools
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Fünfzehn Jahre nach der Veröffentlichung des iPhone 4 – jenem Smartphone, das damals mit seinem Edelstahlrahmen und dem gehärteten Glasgehäuse als Meisterwerk des Designs gefeiert wurde – hat sich eines der größten Technikdramen der Apple-Geschichte endlich aufgeklärt. Das Problem, das unter dem legendären Namen „Antennagate“ in die Geschichte einging, war berühmt-berüchtigt: Wenn man das iPhone 4 auf eine bestimmte Weise hielt, brach der Mobilfunkempfang plötzlich zusammen.

Damals, im Jahr 2010, sorgte das für weltweite Schlagzeilen.
Ingenieur löst das iPhone-4-„Antennagate“-Problem 15 Jahre später – mit 20 Bytes Code
Steve Jobs selbst antwortete auf die Beschwerden mit dem inzwischen legendären Satz: „Ihr haltet es falsch.“ Diese Aussage wurde schnell zum Internet-Meme und Symbol für Apples Arroganz. Hinter den Kulissen war der Konzern jedoch alarmiert. Um den Imageschaden zu begrenzen, bot Apple kostenlose Schutzhüllen an und stellte rund 175 Millionen US-Dollar für Rückerstattungen und Entschädigungen bereit. Trotzdem blieb ein Kratzer auf der glänzenden Fassade der Marke.

Heute, im Jahr 2025, hat der Softwareingenieur Sam Henri Gold das Rätsel auf spektakulär einfache Weise gelöst – mit nur 20 Bytes Code. Auf X (ehemals Twitter) erklärte Gold, dass er den ursprünglichen iOS-Code der ersten iPhone-4-Version mit den späteren Updates verglichen habe. Das Ergebnis: Der Fehler lag nicht in der Antenne selbst, sondern in einer simplen Berechnungslogik. Das System, das die tatsächliche Signalstärke (in dBm) in Balken auf dem Display umwandelte, war schlicht zu optimistisch programmiert.

Apple hatte also das Problem, dass das iPhone vier oder fünf Signalbalken anzeigte, auch wenn der Empfang tatsächlich miserabel war. Wenn man das Gerät dann auf eine Art hielt, die die Antenne leicht abschirmte, sank der echte Signalwert rapide – und die Balken fielen dramatisch ab. Es sah nach einem massiven Hardwarefehler aus, war aber in Wirklichkeit nur eine visuelle Täuschung, verursacht durch falsche Werte im sogenannten Lookup-Table.

In späteren Updates korrigierte Apple die Anzeige, sodass sie realistischer wirkte. Gold fand heraus, dass man die Werte im Code mit minimalem Aufwand anpassen konnte – gerade einmal 20 Bytes. Damit hätte sich eine der größten PR-Krisen in Apples Geschichte verhindern lassen. Er kommentierte scherzhaft, dass er Apple Millionen gespart hätte, wäre er damals Teil des Entwicklerteams gewesen.

Interessanterweise hatte Apple bereits damals eingeräumt, dass der Fehler softwarebedingt war. In einer Mitteilung hieß es: „Wir haben festgestellt, dass unsere Formel zur Berechnung der Signalbalken völlig falsch war. In vielen Fällen zeigten wir zwei Balken mehr an, als tatsächlich vorhanden waren.“ Mit anderen Worten: Die Nutzer sahen einen Einbruch im Signal, der gar keiner war – sie sahen nur zum ersten Mal die Wahrheit.

Die Geschichte des „Antennagate“ bleibt ein Paradebeispiel dafür, wie stark Wahrnehmung und Realität in der Technik auseinandergehen können. Das iPhone 4 war nie kaputt – es hat uns nur vorgespiegelt, dass alles in Ordnung sei. Eine winzige Ungenauigkeit in der Software führte zu einem globalen Eklat. Heute wissen wir: Der teuerste Fehler in der Apple-Geschichte hätte mit 20 Bytes behoben werden können. Seit dem iPhone 4S hat Apple daraus gelernt – und solche Pannen nie wiederholt.

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2 kommentare

OrangeHue November 6, 2025 - 3:39 pm

Jobs mit seinem ‘Ihr haltet es falsch’ war legendär 💀

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zoom-zoom January 6, 2026 - 9:20 pm

Moral der Geschichte: Nicht der Empfang zählt, sondern wie du ihn anzeigst 😎

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