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AMD Helios: Offene Rack-Scale-Plattform soll NVIDIAs Dominanz im KI-Markt brechen

von ytools
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AMD hat seine neue Rack-Scale-Plattform „Helios“ vorgestellt – ein ehrgeiziges Projekt, das beim Open Compute Project (OCP) erstmals gezeigt wurde. Mit Helios will AMD nicht weniger, als NVIDIA auf dem Gebiet der KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur direkt herausfordern.
AMD Helios: Offene Rack-Scale-Plattform soll NVIDIAs Dominanz im KI-Markt brechen
Das System basiert auf offenen Standards und kombiniert die kommenden EPYC Venice CPUs mit den Instinct MI400 GPUs sowie intelligenten Netzwerkkomponenten aus der Pensando-Reihe. Entwickelt wurde Helios nach der Open Rack Wide (ORW)-Spezifikation von Meta, die auf maximale Modularität und Energieeffizienz ausgelegt ist.

Auf dem OCP-Event präsentierte AMD nicht nur Konzepte, sondern einen echten, aufgebauten Helios-Rack-Prototyp. Das System nutzt ein doppelbreites ORW-Design mit horizontalen Compute-Sleds, die etwa 70–80 % des Innenraums ausmachen, während die seitlichen Bereiche für Service und Kühlung reserviert sind. Auffällig sind die zwei farblich markierten Faserleitungen – „Aqua“ und „Gelb“ –, die für unterschiedliche Signalwege und Stromversorgung sorgen. Das Innenleben wirkt sauber, logisch aufgebaut und klar auf Hochleistung und einfache Wartung optimiert.

„Mit Helios verwandeln wir offene Standards in reale, einsatzbereite Systeme – durch die Kombination von Instinct-GPUs, EPYC-CPUs und offenen Netzwerken schaffen wir eine flexible, leistungsstarke Plattform für die KI-Workloads der nächsten Generation“, erklärte der AMD-Vizepräsident für Datacenter-Lösungen. Die Aussage zeigt deutlich: AMD will eine Alternative zu NVIDIAs geschlossenen Strukturen bieten und setzt dabei auf Offenheit und Zusammenarbeit mit der Industrie.

Technisch setzt Helios auf UALink zur internen Skalierung (Scale-Up) und UEC Ethernet für die Verbindung zwischen Racks (Scale-Out) – also offene Alternativen zu NVIDIAs proprietären NVLink- und InfiniBand-Systemen. Ergänzt wird das Ganze durch Pensando DPUs, die intelligente Netzwerksteuerung und Sicherheit ermöglichen. Eine der praktischsten Neuerungen ist das Schnelltrenn-Flüssigkühlsystem, das hohe Dichten erlaubt und Wartungseinsätze deutlich vereinfacht – eine Schlüsseltechnologie für zukünftige KI-Rechenzentren.

Die Reaktionen in der Branche reichen von vorsichtig optimistisch bis begeistert. Viele sehen Helios als AMDs bisher stärksten Versuch, ernsthaft im Bereich der KI-Infrastruktur mitzuspielen. Besonders für Hyperscaler und Cloud-Anbieter, die sich nach offenen, modularen Alternativen sehnen, dürfte Helios interessant werden. NVIDIA dominiert diesen Markt bislang fast allein – doch das könnte sich bald ändern.

Mit Helios tritt AMD in eine neue Phase ein: weg vom reinen Chip-Hersteller, hin zum Komplettanbieter für Rechenzentrumsarchitekturen. Sollte die Plattform in Leistung und Effizienz überzeugen, könnte sie das Kräfteverhältnis in der KI-Welt nachhaltig verändern. Die nächsten Monate, wenn die ersten Systeme mit Venice-CPUs und MI400-GPUs ausgeliefert werden, werden zeigen, ob AMD den großen Worten auch Taten folgen lässt.

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