The Walking Dead ist offenbar noch lange nicht tot – im Gegenteil, die Serie könnte noch mindestens 15 weitere Jahre überleben. Beim Jubiläumspanel auf der Mipcom in Cannes verriet Showrunner und Produzent Scott M. Gimple, dass die Zombie-Saga erst am Anfang einer neuen globalen Phase steht. Der aktuelle Spin-off The Walking Dead: Daryl Dixon, in dem Norman Reedus’ Charakter in Frankreich landet, sei nur der erste Schritt in eine weit größere Welt. 
„Es ist durchaus möglich, dass wir diese Gruppe in 15 Jahren immer noch sehen“, sagte Gimple und ließ durchblicken, dass er die Apokalypse weit über die amerikanischen Grenzen hinausführen will.
Für Gimple geht es um Entwicklung – von Figuren, Themen und Orten. „Es gibt noch viele Kontinente zu entdecken“, erklärte er. „Das Spannende ist, wie die Charaktere sich mit der Zeit verändern. Neue Länder bringen neue Geschichten – oft erzählen die Orte selbst die Handlung.“ Damit öffnet er das Tor zu einer völlig neuen Perspektive des Genres. Wie würde ein Ausbruch in Tokio aussehen? Oder in den eisigen Weiten Sibiriens? Oder mitten in Rio de Janeiro? Jede Kultur, jedes Klima und jede Stadt könnte neue Formen des Überlebens hervorbringen – und neue Seiten der Menschlichkeit zeigen, die wir bisher nicht gesehen haben.
Gimple verglich seine Vision mit dem Storytelling von Marvel und DC – großen Universen, in denen viele Erzählstränge miteinander verwoben sind. „Selbst wenn Charaktere schon so viel erlebt haben, können wir sie in neue Welten schicken, ihnen neue Herausforderungen geben und sehen, wie sie daran wachsen“, sagte er. Damit verwandelt er Serienmüdigkeit in kreativen Antrieb. Anstatt immer dieselben Geschichten zu erzählen, könnte The Walking Dead sich geografisch und emotional neu erfinden.
Interessant ist auch, dass Gimple damit einen klassischen Zombiefilm-Topos bricht: die Isolation. Filme wie 28 Days Later spielten mit dem Konzept, dass ein Land von der Außenwelt abgeschnitten wird. Doch The Walking Dead will diese Grenzen sprengen und zeigen, dass der Untergang wirklich global ist – ein Spiegel für die gesamte Menschheit. Damit wird der Mythos größer, aber auch persönlicher: Jeder Ort bringt seine eigene Art von Horror mit sich.
Seit 2010 hat The Walking Dead elf Staffeln, 177 Episoden und sechs Spin-offs hervorgebracht. Der neueste Ableger, Daryl Dixon, startete 2023 und wurde bereits für eine vierte und finale Staffel verlängert. Ob die Fans nach all den Jahren noch dabei bleiben, ist ungewiss – aber das Franchise scheint unsterblich. Ganz so, wie seine Protagonisten: taumelnd, verletzt, aber immer noch am Leben.
2 kommentare
Man sollte’s lieber mit Stil beenden, statt es endlos zu ziehen
Gimple will einfach nicht loslassen, oder? Geldmaschine läuft wohl gut 😅