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Nioh 3 auf der Tokyo Game Show 2025: Zeitreisen, Kampfstile und der Geist des Leidens

von ytools
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(Tokio, Japan) – Was einst mit einem irischen Gefangenen begann, der in Nioh zum Samurai wurde, wächst nun zu etwas viel Größerem heran. Auf der Tokyo Game Show 2025 zeigte Team Ninja mit Nioh 3, dass sie nicht einfach nur eine Fortsetzung abliefern wollen – sondern eine Evolution.
Nioh 3 auf der Tokyo Game Show 2025: Zeitreisen, Kampfstile und der Geist des Leidens
Zeitreisen, zwei kontrastierende Kampfstile und eine modernisierte Spielstruktur bilden das Herzstück dieses neuen Kapitels.

Der Spieler schlüpft diesmal in die Rolle des Enkels von Shogun Tokugawa Ieyasu – ein Samurai mit einer außergewöhnlichen Gabe: Er kann zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen Identitäten wechseln – dem Samurai und dem Ninja. Der Samurai-Stil bietet das präzise, taktische Kampfsystem, das Fans kennen: wechselnde Haltungen, Ki-Pulse zum Wiederherstellen der Ausdauer und das vertraute Tempo alter Nioh-Titel. Im Ninja-Stil hingegen gibt es keine Haltungen mehr – stattdessen dominieren Agilität, Täuschung und eine Vielzahl von Ninjutsu-Techniken.

Der Wechsel zwischen den beiden Stilen erfolgt nahtlos, sogar mitten im Kampf. Und doch erwischte ich mich dabei, wie ich instinktiv bei der Samurai-Spielweise blieb – zu stark die Erinnerung an frühere Teile. Doch Team Ninja hat klare Grenzen gezogen: Waffen sind an die Kampfstile gebunden. Warum? Das erklärte Produzent Kohei Shibata in einem ausführlichen Gespräch nach meiner Demo.

Loot ohne Ballast

Wer Nioh kennt, weiß: Jeder Gegner explodiert förmlich in einer Flut aus Waffen, Rüstungen und Items. In Nioh 3 bleibt dieser Regen bestehen, doch diesmal kontrolliert. Neue Filterfunktionen erlauben es, schwächere Gegenstände automatisch zu verkaufen oder zu zerstören. Das bedeutet: kein überfülltes Inventar mehr, keine nervige Sortierung. Das Problem der vielen generischen Waffen ist zwar nicht ganz verschwunden, aber das System belohnt nun gezieltes Sammeln und fördert das Aufrüsten wirklich wertvoller Ausrüstung.

Ein Boss, der alles testet

Das Demo endete mit einem epischen Bosskampf gegen den dämonischen Takeda Shingen – und der war brutal. Jeder Treffer war tödlich, jede Unachtsamkeit wurde bestraft. Es war ein Lehrstück in Geduld, Präzision und Ausweichkunst. Nur wer sämtliche Ninja-Werkzeuge beherrschte, hatte eine Chance. Wenn alle Bosskämpfe dieses Niveau halten, steht uns eine weitere Hundert-Stunden-Sucht bevor. Der Kampf zeigte, wie kompromisslos, aber gleichzeitig fair das Kampfsystem geworden ist.

Über die Zeitreise-Mechanik war im Demo noch wenig zu sehen, doch laut Shibata wird sie zum zentralen Motor der Geschichte. Der Release ist für den 6. Februar 2026 auf PlayStation 5 und PC angesetzt.

Interview mit Kohei Shibata: Die Philosophie hinter Nioh 3

Warum Zeitreisen?

Shibata: Wir wollten das Gefühl erzeugen, dass man wirklich durch verschiedene Epochen Japans reist. In den bisherigen Teilen drehte sich alles um den Sengoku-Zeitraum – Kriege, Schlachten, historische Figuren. Diesmal beginnen wir in einer ruhigeren Epoche, zeigen Frieden, bevor das Chaos hereinbricht. Der Protagonist wird gezwungen, durch die Zeit zu fliehen – und so erleben die Spieler verschiedene historische Schauplätze, von friedlichen Dörfern bis zu brennenden Schlachtfeldern.

Von Missionen zu offenen Feldern

Frage: Ihr habt Nioh 3 offener gestaltet. Wie verhindert ihr, dass das Spiel an Spannung verliert?
Shibata: Es ist kein typisches Open-World-Spiel. Wir achten extrem auf Dichte und Atmosphäre. Manche Gebiete sind voller Feinde, andere beinahe leer – aber jeder Gegner hat Gewicht. Wir haben viel experimentiert, bis wir die Balance zwischen Freiheit und Herausforderung gefunden haben. Die Spieler können ihren Weg wählen, doch jeder Pfad hat Konsequenzen. Diese Freiheit im Rahmen des typischen Nioh-Drucks war das Ziel.

Schwierigkeit für alle – vom Veteranen bis zum Neuling

Frage: Wie wollt ihr alte Hasen fordern und Neueinsteiger nicht abschrecken?
Shibata: Die Gegner sind so stark wie eh und je. Aber wir haben den Lernprozess verbessert. Zu Beginn beherrscht man im Samurai-Stil nur die mittlere Haltung. Erst später werden die anderen freigeschaltet. So verstehen neue Spieler die Grundlagen, bevor sie tiefer einsteigen. Für Veteranen bleibt der volle Schwierigkeitsgrad natürlich bestehen – fair, gnadenlos, belohnend.

Waffenbindung – Design oder Zwang?

Frage: Warum dürfen Samurai und Ninjas nicht dieselben Waffen nutzen?
Shibata: Um Identität zu bewahren. Ein Ninja mit einer Lanze? Das würde sich falsch anfühlen. Der Kusarigama und die Tonfa gehören zu Ninjas, während Speere und Katanas zum Samurai passen. Nur das Katana ist eine gemeinsame Waffe – aber selbst hier unterscheiden sich Stil und Haltung. Samurai heben die Klinge über den Kopf, Ninjas halten sie tief und versteckt. Dasselbe Werkzeug, zwei völlig unterschiedliche Philosophien.

Talismane und Ausrüstung

Frage: Bleiben die Onmyo-Talismane stark?
Shibata: Ja, aber sie müssen nun verdient werden. Man erhält sie durch Yokai-Kämpfe, und ihre Stärke ist besser ausbalanciert. Sie sollen taktisch wichtig bleiben, aber nicht das Spiel dominieren.

Frage: Und was ist mit dem übermäßigen Loot?
Shibata: Das Volumen bleibt, aber es gibt jetzt Werkzeuge, um es zu zähmen. Spieler können automatisch die besten Waffen anlegen und den Rest verkaufen lassen. Außerdem haben die Ausrüstungen bonusspezifische Werte je nach Stil – etwa bessere Ninjutsu-Effekte oder höhere Ki-Regeneration. So bekommt das Sammeln wieder Bedeutung.

Neuer Durchlauf, neue Hölle

Frage: Wird es ein New Game+ geben?
Shibata: Natürlich. Das gehört zur DNA von Nioh. Nach dem ersten Durchlauf wird ein schwererer Modus freigeschaltet – mit stärkeren Gegnern, neuen Beute-Chancen und erhöhter Intensität. Wir wollen, dass sich jeder zweite Durchgang anders anfühlt, nicht nur schwieriger, sondern auch lohnender.

Fazit: Ein Schritt nach vorn, ohne die Wurzeln zu vergessen

Nioh 3 ist eine mutige Weiterentwicklung – respektvoll gegenüber der eigenen Geschichte, aber voller neuer Ideen. Die Dualität zwischen Samurai und Ninja sorgt für Tiefe, die Zeitreise bringt frischen Wind, und das Loot-System entschlackt das Gameplay. Team Ninja wagt viel – und gewinnt dadurch Charakter.

Manche Fans werden die Waffeneinschränkungen kritisieren, aber genau darin liegt die Stärke: klare Identität statt Beliebigkeit. Der Schwierigkeitsgrad bleibt gnadenlos, aber fair. Wer bereit ist zu leiden, wird belohnt. Wenn die Vollversion hält, was das Demo verspricht, steht uns am 6. Februar 2026 ein neues Meisterwerk im Action-RPG-Genre bevor.

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1 kommentar

DeltaForce October 31, 2025 - 9:36 am

Mega Artikel! Jetzt bin ich richtig heiß auf Nioh 3 🔥

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