Qualcomm und MediaTek stehen offenbar kurz davor, eine wichtige strategische Entscheidung zu treffen, die die Halbleiterbranche durcheinanderbringen könnte. Laut aktuellen Berichten prüfen beide Unternehmen ernsthaft, ihre 2-nm-Chipproduktion von der TSMC zu Samsung Foundry zu verlagern. 
Grund dafür: massive Preiserhöhungen bei TSMC. Der Wahrheitsgehalt dieser Information wird mit etwa 55 % eingeschätzt – also plausibel, aber nicht bestätigt. Dennoch ergibt das Szenario wirtschaftlich durchaus Sinn: Die steigenden Fertigungskosten gefährden die ohnehin knappen Margen der Chipentwickler.
TSMC, der unangefochtene Branchenprimus, hat laut Insidern die Preise für seine 2-nm-Wafer um bis zu 50 Prozent erhöht. Damit würde der Preis pro Wafer über 30.000 US-Dollar liegen. Schon jetzt sind die 3-nm-Varianten N3E und N3P teurer geworden – 25.000 bzw. 27.000 US-Dollar. Für Firmen wie Qualcomm und MediaTek, die große Volumina fertigen lassen, kann das zu erheblichen finanziellen Belastungen führen.
Hier kommt Samsung ins Spiel. Der südkoreanische Elektronikriese hat vor Kurzem die Massenproduktion seines Exynos 2600 auf dem 2-nm-GAA-Prozess (Gate-All-Around) gestartet. Diese Technologie soll im Vergleich zu klassischen FinFET-Strukturen deutlich effizienter und leistungsfähiger sein. Zwar liegt die Ausbeute derzeit bei rund 50 Prozent, doch Experten berichten, dass Samsung stetig Fortschritte macht – insbesondere im Hinblick auf seine Galaxy-S26-Reihe.
Qualcomm soll bereits Testläufe für eine 2-nm-Version des Snapdragon 8 Elite Gen 5 durchführen, die in künftigen Flaggschiff-Smartphones eingesetzt werden könnte. Auch MediaTek arbeitet an seinem ersten 2-nm-Chip, dem Dimensity 9500, der 2026 erscheinen soll. Sollte sich diese Partnerschaft tatsächlich entwickeln, könnte Samsung endlich wieder bedeutende Marktanteile im Foundry-Geschäft zurückgewinnen – nach Jahren, in denen TSMC nahezu konkurrenzlos war.
Die Preisfrage bleibt entscheidend: Der aktuelle Snapdragon 8 Elite Gen 5 kostet rund 280 US-Dollar, der Dimensity 9500 etwa 200. Mit den steigenden Produktionskosten könnte der kommende Snapdragon 8 Elite Gen 6 jedoch die 300-Dollar-Marke überschreiten. Das würde Hersteller zwingen, zwischen geringeren Gewinnen oder schwächerer Hardware zu wählen. Eine Kooperation mit Samsung wäre da eine willkommene Entlastung.
Dennoch herrscht Skepsis. Samsung hat in der Vergangenheit mit Qualitäts- und Hitzeproblemen zu kämpfen gehabt – besonders in der Ära des Snapdragon 888. Das Vertrauen muss also erst wiederaufgebaut werden. Ein realistisches Szenario wäre daher eine Doppelfertigung (Dual-Sourcing): Qualcomm und MediaTek könnten Aufträge zwischen TSMC und Samsung aufteilen, um Risiken bei Preis und Lieferketten zu minimieren.
Falls Samsung beweisen kann, dass seine 2-nm-Technologie zuverlässig und wettbewerbsfähig ist, könnte das Unternehmen eine Renaissance im Foundry-Geschäft erleben. Für die gesamte Chipindustrie wäre das ein Signal – der Beginn einer neuen Phase, in der TSMC nicht mehr der einzige Gigant auf dem Spielfeld ist.
3 kommentare
Hoffentlich wiederholt Samsung nicht das 888-Debakel mit Überhitzung 🔥
Intel Foundry ist tot, keiner will das nutzen 😂
Intel Foundry ist nur noch ein Meme. Niemand nimmt das ernst 💀