Die Gaming-Welt trauert um eine wahre Legende: Der japanische Spieledesigner Tomonobu Itagaki, Schöpfer der ikonischen Reihen Dead or Alive und Ninja Gaiden, ist im Alter von 58 Jahren verstorben. Die Nachricht wurde über seine eigene Facebook-Seite bekanntgegeben – mit einer Abschiedsbotschaft, die er selbst für den Fall seines Todes vorbereitet hatte. 
Es ist ein letzter Gruß eines Mannes, der sein ganzes Leben als Kampf verstand.
„Mein Leben war ein ständiger Kampf“ – die letzten Worte
In seiner letzten Nachricht, betitelt „Letzte Worte“, schrieb Itagaki:
„Die Flamme meines Lebens wird bald erlöschen. Dass diese Nachricht gepostet wurde, bedeutet, dass meine Zeit gekommen ist. Ich bin nicht mehr in dieser Welt. Mein Leben war ein ständiger Kampf. Ich habe gesiegt, ich habe Fehler gemacht, aber ich bin meinen Überzeugungen bis zum Ende treu geblieben. Ich bereue nichts – außer, dass ich meinen Fans keine neuen Werke mehr schenken konnte. Es tut mir leid. So ist es nun mal.“
Diese Zeilen tragen seine unverwechselbare Handschrift: direkt, ehrlich, kompromisslos. So, wie er auch lebte – leidenschaftlich, stolz und unerschütterlich.
Vom Aufstieg bei Tecmo bis zur Schaffung von Team Ninja
Itagaki begann seine Karriere Anfang der 1990er Jahre bei Tecmo und gründete später das legendäre Entwicklerteam Team Ninja. 1996 veröffentlichte er Dead or Alive, ein Kampfspiel, das wegen seiner rasanten Mechaniken und auffälligen Charaktere berühmt – und berüchtigt – wurde. 2004 brachte er Ninja Gaiden für die Xbox zurück und machte es zu einem der schwierigsten und zugleich stilvollsten Actionspiele seiner Zeit.
Er war bekannt für seine unerschrockene Meinung – ob gegen die Konkurrenz oder gegen Branchengrößen. Seine offenen Worte über Sonys PlayStation 4 Pro bleiben unvergessen. Itagaki war nie jemand, der sich anpasste – er provozierte lieber, um etwas zu bewegen.
Konflikte, Valhalla und der Preis der Unabhängigkeit
Nach 16 Jahren bei Tecmo verließ er 2008 das Unternehmen im Streit und verklagte seinen ehemaligen Arbeitgeber wegen ausstehender Zahlungen. Kurz darauf gründete er mit ehemaligen Team-Ninja-Mitgliedern Valhalla Game Studios. Deren erstes großes Projekt, Devil’s Third (2015, Wii U), floppte sowohl bei Kritikern als auch kommerziell. Doch Itagaki blieb standhaft: Er wollte Spiele erschaffen, die Leidenschaft statt Marktlogik atmen.
2021 wurde Valhallas Mutterfirma Wake Up Interactive für 44 Millionen US-Dollar von Tencent übernommen. Die Mitarbeiter und Projekte gingen an Soleil Ltd. – Valhalla war Geschichte. Aber Itagaki gab nicht auf.
Itagaki Games – eine letzte Hoffnung
Er gründete Itagaki Games, seine eigene Firma, und versprach eine Rückkehr zu alten Glanzzeiten. Ein Jahr vor seinem Tod verriet er, dass das Studio offiziell in Itagaki Games, Inc. umbenannt wurde. Doch bevor ein neues Spiel erscheinen konnte, verstummte die Stimme des Meisters für immer.
Ein Abschied voller Fragen
Tomonobu Itagaki starb am 16. Oktober 2025. Über die Todesursache wurde bisher nichts veröffentlicht, doch Bekannte vermuten, dass er schon länger krank war. Die Tragödie ereignete sich nur wenige Tage vor dem geplanten Release von Ninja Gaiden 4 – der ersten Fortsetzung der Reihe seit vielen Jahren. Für viele Fans fühlt es sich an, als hätte das Schicksal einen grausamen Witz gemacht.
Reaktionen und Nachrufe
Fans weltweit reagierten bestürzt. „Ich musste damals die Tür abschließen, um DOA heimlich zu spielen 😂“, schrieb ein User. Ein anderer kommentierte: „Wahre Ninjas sterben nie. Ruhe in Frieden, Itagaki-san.“ Entwicklerkollegen würdigten ihn als kompromisslosen Visionär. Katsuhiro Harada, der Schöpfer von Tekken, erinnerte sich an ihren freundschaftlichen Wettbewerb und nannte ihn „einen echten Krieger der Spielebranche“.
Auch Team Ninja veröffentlichte eine offizielle Trauerbotschaft und versprach, seinen Geist in künftigen Projekten weiterleben zu lassen. In sozialen Medien wurde erneut über die toxische Crunch-Kultur in der japanischen Spieleindustrie diskutiert – eine Arbeitsweise, die viele Talente ausgelaugt und zerstört habe.
Der Mann hinter der Sonnenbrille
Itagaki war nicht nur ein Entwickler – er war ein Charakter. Seine Sonnenbrillen, sein Lederlook, seine direkte Art machten ihn zu einer Rockstar-Figur der Gamingwelt. Er lebte für seine Spiele und sah jede Produktion als Kampf um Ehre und Ausdruck. Seine Leidenschaft war kompromisslos, seine Haltung unverwechselbar.
Ein Vermächtnis, das weiterlebt
Er hat vielleicht keine neuen Spiele mehr veröffentlicht, aber seine Philosophie lebt fort – in jedem Combo-System, in jeder präzisen Bewegung eines Actionspiels, das von ihm inspiriert wurde. Tomonobu Itagaki hat Spuren hinterlassen, die nicht verblassen. Er hat gekämpft, gelitten, erschaffen – und am Ende gesiegt, auf seine Weise.
1 kommentar
Schade, dass kein neues Spiel mehr kam. Er hatte noch so viel zu sagen