
Nomos Club Sport Worldtimer Night Navigation – nächtliche Eleganz mit technischem Feinsinn
Nur selten gelingt es einer Marke, eine Neuerscheinung zu bringen, die fast alle begeistert – doch genau das hat Nomos in diesem Jahr mit der Club Sport neomatik Worldtimer-Serie geschafft. Acht Farbvarianten sorgten damals für Vielfalt und Begeisterung
. Jetzt geht die Marke einen anderen Weg: Mit der limitierten Night Navigation-Edition zeigt Nomos, dass sportliches Design auch dezent, dunkel und ausgesprochen elegant sein kann.
Während die ursprüngliche Club Sport-Serie durch ihre farbenfrohen Zifferblätter auffiel, setzt die Night Navigation auf gedämpfte Töne und klare Kontraste. Laut Nomos ist die Kollektion von Nachtflügen und den Lichtern einer Stadt aus der Vogelperspektive inspiriert. Die drei neuen Modelle besitzen ein schwarzes Zifferblatt mit feinem Sonnenschliff und Farbakzenten in Türkis („Trace“), Orange („Grid“) und einem Ton, den die Marke „Ecru“ nennt – tatsächlich erinnert er eher an Khaki oder olivgrün. 
Das Design vermittelt Ruhe, technische Präzision und ein wenig Abenteuerlust zugleich.
Die türkise Variante erinnert leicht an die IWC Petronas-Modelle, doch Nomos geht subtiler vor: die Farben wirken weniger grell, die Abstufungen sind feiner. Besonders das kleine orangefarbene 24-Stunden-Zeigerchen bringt einen verspielten Akzent. In puncto Ablesbarkeit ist die Night Navigation ein Fortschritt – die hellen Farben auf dunklem Grund bieten mehr Kontrast und damit bessere Übersicht als die früheren farbintensiven Versionen, bei denen Ton in Ton manchmal zu viel des Guten war.
Die Leuchtmasse beschränkt sich auf Zeiger und Stundenindizes
. Minimalistisch, aber funktional – besonders nachts, wenn man nur schnell wissen will, wie spät es ist. Ein Detail bleibt jedoch Geschmackssache: die überlappenden Ziffern 2 und 4 beim 24-Stunden-Kreis. Mir persönlich gefällt es besser, wenn Ziffern gekürzt werden, anstatt sich gegenseitig zu verdecken – aber hier wirkt es immerhin harmonischer als zuvor.
Technisch bleibt alles beim Alten: ein 24-Städte-Ring mit Zeitzonenanzeige bei 12 Uhr, ein 24-Stunden-Heimatzeit-Subzifferblatt bei 3 Uhr und kleine Sekunde bei 6 Uhr. Durch Drücken des Knopfes bei 2 Uhr dreht sich der Städtering gegen den Uhrzeigersinn und die Stunden springen automatisch weiter. 
Der Korrekturdrücker bei 8 Uhr erlaubt eine manuelle Anpassung der Ortszeit. Alles funktioniert präzise, logisch und ohne Rätselraten. Einzig die Mischung aus Stadt- und Flughafencodes könnte Reisende kurz stutzen lassen – man muss schon wissen, dass „LAX“ nicht Los Angeles heißt, sondern dessen Flughafen.
Das Gehäuse bleibt identisch: 40 mm im Durchmesser, nur 9,9 mm hoch, aus poliertem Edelstahl. Damit ist die Night Navigation schlanker als viele Worldtimer-Automatikmodelle von Patek, Bulgari oder Jaeger-LeCoultre. Trotz des schlanken Profils bietet sie 100 Meter Wasserdichtigkeit und eine verschraubte Krone – beeindruckend für ein so elegantes Stück. Am Handgelenk trägt sich die Uhr angenehm flach. Der 20-mm-Schnellwechselarmband stört nur dadurch, dass er keine Mikroverstellung besitzt – Geschmackssache, aber für Perfektionisten ein kleiner Kritikpunkt.
Im Inneren arbeitet das hauseigene Kaliber DUW 3202 – 0,9 mm dünner und elf Jahre jünger als das DUW 5201 aus der Zürich-Serie. Durch den Saphirglasboden sieht man die feinen Streifen, gebläuten Schrauben und den skelettierten Rotor mit kleiner Globusgravur
. Das Werk läuft mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und bietet 42 Stunden Gangreserve – solide Werte, auch wenn nicht rekordverdächtig.
Nomos beweist mit der Night Navigation, dass man erfolgreiche Modelle weiterentwickeln kann, ohne ihren Charakter zu verlieren. Die Kollektion erweitert die sportliche Club Sport-Linie klug und bleibt zugleich typisch Nomos: klar, präzise und ein wenig eigenwillig. Die Marke, die einst fast ausschließlich für Bauhaus-inspirierte Dresswatches stand, hat es geschafft, die Brücke zur sportlichen Moderne zu schlagen – mit Stil und Substanz.
Der Preis liegt bei rund 4.720 US-Dollar. 
Kein Schnäppchen, aber für Verarbeitung, Technik und Design absolut gerechtfertigt. Weitere Infos gibt’s auf der offiziellen Nomos-Website.
Stimmen aus der Community
„Tolle Uhren, auch wenn mir ein Subzifferblatt zu viel ist – und diese polierten Mittelglieder sind nicht meins.“
„Ich liebe alles an Nomos! Vor 20 Jahren auf der Baselworld waren sie die Einzigen, die mich freundlich empfangen haben.“
„Live gesehen – großartig! Sehr bequem, super verarbeitet, der Zeitzonendrücker macht richtig Spaß. Nur das Glas spiegelt ein bisschen zu stark.“
„Endlich mal kein überzogener Preisaufschlag. Schöne Uhr, aber etwas zu glänzend, und der 24h-Zeiger ist schwer abzulesen.“
„Polierte Mittelglieder? Ich find’s klasse! Gibt der Uhr Charakter.“
„Die Schließe wird garantiert sofort Kratzer bekommen – da dreht mein innerer Monk durch 😅. Trotzdem super Gesamtpaket.“
„Vielleicht würde sie an einem Lederband noch besser wirken. Der Stahl wirkt etwas wuchtig.“
„Am Anfang war ich skeptisch, aber je länger ich sie sehe, desto mehr will ich eine haben.“
Fazit
Die Nomos Club Sport neomatik Worldtimer Night Navigation ist eine gelungene Weiterentwicklung – stilvoll, durchdacht und funktional. Für Vielflieger, Designliebhaber und alle, die Wert auf Understatement legen, ist sie eine der überzeugendsten Worldtimer-Optionen ihrer Klasse.