Gaijin Entertainment, das Studio hinter Erfolgen wie War Thunder, Modern Warships und Enlisted, hat sein neuestes Großprojekt vorgestellt: EdenSpark. 
Die offene, KI-gestützte Plattform soll „die Hürden der Spieleentwicklung senken“ und jedem ermöglichen, Spiele zu erstellen – egal ob Profi oder kompletter Neuling.
Das Konzept klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Mit EdenSpark können Nutzer Spiele direkt auf PC oder Konsole entwickeln und spielen, ohne teure Dev-Kits, ohne Studio, ohne komplizierte Lizenzen. Die Plattform kombiniert einfache Werkzeuge mit einer KI, die Grafiken, Sounds und sogar Gameplay-Logik generieren kann. Eine Idee eintippen – und schon steht das erste spielbare Ergebnis bereit.
Gaijin betont, dass EdenSpark nicht nur durch seine Einfachheit überzeugt, sondern auch durch echte Freiheit und Eigentum. Während viele Engines und Baukästen wie Unity oder Dreams die Nutzung und Verwertung stark einschränken, will EdenSpark das Gegenteil bieten: Die Spiele gehören voll und ganz ihren Erstellern. Man kann sie innerhalb der Community teilen oder eigenständig auf Plattformen wie PlayStation oder Xbox veröffentlichen – ganz ohne rechtliche Hürden.
„EdenSpark eröffnet Einzelentwicklern den Zugang zu Konsolen, ohne dass sie ein Unternehmen gründen oder teure Lizenzen erwerben müssen“, erklärt Gaijin in seinem offiziellen Blog. Damit könnte theoretisch jede Person mit einer guten Idee ihr eigenes Spiel erschaffen und es mit Freunden teilen – ganz ohne Publisher oder komplexe Verträge. Für viele Hobbyentwickler klingt das wie ein Traum.
Doch einige Punkte sind noch unklar: Können die Entwickler ihre Spiele auf EdenSpark direkt monetarisieren? Wird Gaijin an den Einnahmen beteiligt, wenn ein Game veröffentlicht wird? Trotz des Versprechens, dass die Nutzer „den Code besitzen“, bleiben viele Fragen zu Geschäftsmodell und Lizenzen offen. Möglicherweise dient EdenSpark zunächst eher als kreative Plattform als als Einnahmequelle.
Technisch basiert alles auf der bewährten Dagor Engine – demselben Fundament, auf dem War Thunder und Enlisted laufen. Damit verspricht Gaijin professionelle Performance, selbst für große Projekte. Besonders spannend: Laut Studio soll EdenSpark auch direkt auf handelsüblichen Konsolen funktionieren, einzig mit einer angeschlossenen Tastatur. Damit könnte sich das Konzept des Game-Makings direkt ins Wohnzimmer verlagern.
Das Herzstück des Projekts ist der KI-Assistent. Er hilft Einsteigern, Modelle, Texturen, Soundeffekte und sogar Gameplay-Logik zu erstellen – alles mit simplen Texteingaben. Erfahrene Entwickler können tiefer in den Code eintauchen und die KI als Werkzeug nutzen, um Routineaufgaben zu automatisieren. Ziel ist, dass jeder – vom Schüler bis zum Indie-Profi – eigene Ideen umsetzen kann, ohne an technische Grenzen zu stoßen.
Laut Roadmap startet die geschlossene Beta im November 2025. Die vollständige Version 1.0 soll im Sommer 2026 erscheinen und dann sämtliche KI-Funktionen sowie Konsolenveröffentlichungen unterstützen. „EdenSpark ist die erste Plattform, die Konsolen für Solo-Entwickler wirklich öffnet und ihnen gleichzeitig das Eigentum an ihren Spielen sichert“, erklärt Mitgründer Anton Judintsev.
Vergleiche mit Dreams von Media Molecule sind naheliegend – beide Plattformen wollen das Publikum zum Entwickler machen. Doch EdenSpark hebt sich durch seinen Open-Source-Ansatz und die Möglichkeit, Spiele frei zu veröffentlichen, deutlich ab. Sollte es funktionieren, könnte es die Indie-Szene grundlegend verändern.
Natürlich gibt es Skepsis. Einige befürchten, dass zu einfache Tools zu einer Flut an minderwertigen, KI-generierten Spielen führen könnten. Wie ein User kommentierte: „Leicht zu machen heißt nicht automatisch gut zu spielen.“ Der Erfolg von EdenSpark wird stark davon abhängen, ob die Plattform Qualität und kreative Tiefe fördern kann – und nicht nur Masse.
Auch juristische Fragen stehen im Raum: Wenn die KI Grafiken oder Musik generiert, wem gehören diese Inhalte dann tatsächlich? Dem Nutzer? Der KI? Oder Gaijin selbst? Das Unternehmen verspricht, die Rechte bei den Erstellern zu belassen, aber in Zeiten offener Urheberrechtsdebatten rund um KI bleibt das Thema heikel.
Trotz dieser Unsicherheiten ist das Interesse enorm. Viele Entwickler, vor allem aus der Indie-Szene, sehen EdenSpark als potenziellen Game-Changer – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine offene, faire Plattform, die jedem ermöglicht, Spiele zu erschaffen und zu veröffentlichen, ohne technische oder rechtliche Hürden? Das wäre tatsächlich etwas Neues. Oder wie ein Fan online schrieb: „Das Ende des Indie-Burnouts, so wie wir ihn kennen!“
Ob Revolution oder nur ein weiteres Experiment im KI-Zeitalter – EdenSpark sorgt jetzt schon für Gesprächsstoff. Und wer weiß: Vielleicht sehen wir bald die ersten Konsolenspiele, die komplett von Hobbyentwicklern aus dem Wohnzimmer erschaffen wurden.
3 kommentare
cool, aber das schreit nach KI-Müllgames 😅
wenn das klappt, ist Indie-Burnout wirklich Geschichte 😂
open source UND konsolenfähig? Gaijin rastet aus 😎