Wenn Tradition auf Technologie trifft, entstehen manchmal wahre Meisterwerke. Im Jahr 2025 beweist die tschechische Marke Robot genau das mit ihrer neuesten Kreation – dem Robotic One. Dieses Modell ist weit mehr als nur eine Uhr. 
Es ist ein Symbol dafür, wie Handwerkskunst, Ingenieursgeist und kulturelle Identität in einem einzigen Objekt verschmelzen können. Der Name Robot hat in Tschechien eine ganz besondere Bedeutung – schließlich stammt das Wort „Roboter“ selbst aus der tschechischen Sprache, geprägt von Karel Čapek in seinem Theaterstück „R.U.R.“ aus dem Jahr 1920. Ein Jahrhundert später kehrt der Begriff zurück, diesmal in Form eines mechanischen Kunstwerks am Handgelenk.
Schweizer Präzision trifft tschechische Seele
Für das Projekt Robotic One tat sich Robot mit dem Schweizer Designer Marcus Eilinger zusammen – einem Namen, der Kennern sofort ein Begriff ist. Eilinger hat bereits mit renommierten Marken wie IWC, H
. Moser & Cie. und Tudor gearbeitet und ist bekannt für seine fließenden, biomorphen Formen. Diese Design-DNA zieht sich auch durch die neue Robot-Kreation: eine Symbiose aus technischer Präzision, futuristischer Eleganz und organischem Schwung. Es ist das erste Mal, dass Robot einen externen Designer in die Entwicklung einbezog – ein mutiger Schritt, der die Marke in eine neue kreative Liga hebt.
Form und Funktion: Ein roboterhaftes Design mit Charakter
Das Gehäuse des Robotic One besteht aus 904L Edelstahl – jenem hochwertigen Material, das vor allem durch Rolex bekannt wurde. 
Es ist korrosionsbeständiger und kann einen fast flüssigen Glanz erreichen, doch Robot entschied sich bewusst für eine gebürstete Oberfläche. Dieses Finish verleiht der Uhr eine industrielle Note, die manchen Liebhabern gefällt, während andere sich ein klassisch poliertes Erscheinungsbild wünschen. Mit einem Durchmesser von 43,2 mm und einer Höhe von 14,8 mm ist die Uhr präsent, aber nicht überdimensioniert
. Die asymmetrische Gehäuseform erinnert vage an den Kopf eines Roboters – subtil, aber unverkennbar.
Die rechte Gehäuseseite beherbergt die Chronographensteuerung: eine große, runde Start/Stopp-Taste und einen länglichen Drücker zum Zurücksetzen. Diese Kombination sorgt nicht nur für Funktionalität, sondern auch für einen Hauch von Exzentrik – ganz im Stil von Robot. Das Saphirglas ist entspiegelt, der Boden verschraubt und mit einem Sichtfenster versehen. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 100 Metern – ein solides Maß, das Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit vereint.
Das integrierte Armband mit seinen einzelnen Gliedern wirkt wie eine Fortsetzung des Gehäuses. Es verjüngt sich von 22,5 auf 20 mm und schließt mit einer Faltschließe samt werkzeugloser Feineinstellung. Dank Schnellwechselsystem lassen sich in Zukunft problemlos alternative Armbänder anbringen – ein modernes Detail, das zeigt, dass Robot den Träger ernst nimmt.
Ein Zifferblatt mit Persönlichkeit
Das Zifferblatt ist eines der spannendsten Elemente des Robotic One. Vertikal gebürstet, mit blauen und orangen Akzenten, kombiniert es Technik mit Verspieltheit. Die Chronographen-Totalisatoren bei 3, 6 und 9 Uhr sind so angeordnet, dass sie an ein Gesicht erinnern – zwei „Augen“ und ein „Mund“, der zugleich das Datumsfenster enthält. Die arabischen Ziffern erscheinen in einer kantigen, futuristischen Typografie. Rahmen um die Hilfszifferblätter verstärken die Tiefenwirkung, während die Zeiger mit Super-LumiNova beschichtet sind. Ihr dreidimensionaler Aufbau – sandgestrahltes Zentrum, polierte Kanten – sorgt für erstaunliche Lichtreflexe. Nachts wirkt das Zifferblatt fast lebendig, als würde es wirklich sehen.
Das Herz: Kaliber R11242
Unter dem Glasboden arbeitet das Kaliber R11242 – ein automatisches Chronographenwerk mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz) und rund 55 Stunden Gangreserve. Die Basis stammt von La Joux-Perret, doch Robot hat zahlreiche eigene Akzente gesetzt: eine skelettierte Schwungmasse in Schwarz und Gold, geformt als Markenlogo, sowie ein blaues Säulenrad, das für einen Hauch Schweizer Noblesse sorgt. Dieses Werk ist nicht nur präzise, sondern auch ästhetisch beeindruckend – ein Blickfang für Technikliebhaber.
Der Preis der Innovation
Mit einem offiziellen Preis von 9.000 US-Dollar ist der Robotic One die teuerste Uhr im Robot-Portfolio. Das liegt an der Verwendung von 904L-Stahl, der aufwendigen Fertigung und dem internationalen Designansatz. 
Manche Sammler finden den Preis ambitioniert – „bei 5.000 Dollar wäre sie sofort meine“, scherzte ein Fan –, andere sehen ihn als gerechtfertigt. Ein wiederkehrender Kritikpunkt: Nickelallergien, die bei 904L auftreten können. Doch das nimmt manch einer in Kauf, um ein Stück eigenständiger Uhrmacherkunst zu tragen. Ein Sammler fasste es treffend zusammen: „Rolex spiegelt, Robot fühlt.“
Die neue Richtung der Marke
Im Vergleich zu älteren Modellen wie dem Minor Chronograph oder der Albatros-Fliegeruhr wirkt der Robotic One reifer, flüssiger und designorientierter. Er zeigt, dass Robot bereit ist, sich zu entwickeln – vom lokalen Geheimtipp hin zu einer internationalen Marke mit eigenem Charakter. Die organischen Linien erinnern noch an die Aerodynamic-Serie, inspiriert vom tschechischen Auto Tatra T77, doch das Gesamtbild ist runder, moderner und zugleich vertraut.
Der Robotic One ist keine reine Maschine – er ist eine Geschichte aus Stahl, Technik und Fantasie. Eine Uhr, die beweist, dass auch eine Marke mit starken Wurzeln in der Vergangenheit mutig in die Zukunft schauen kann.