Samsung hat offiziell das Galaxy XR vorgestellt – ein Mixed-Reality-Headset für stolze 1.800 US-Dollar, das in Zusammenarbeit mit Google und Qualcomm entwickelt wurde. Damit eröffnet das Unternehmen nicht nur ein neues Produktsegment, sondern auch die Zukunft der Android-XR-Plattform. 
Das Galaxy XR tritt gegen Apples Vision Pro an, verfolgt aber einen anderen Ansatz: Offenheit, Flexibilität und tiefe Integration ins Android-Ökosystem.
Das Headset verfügt über zwei micro-OLED-Displays mit einer Auflösung von 3.552 × 3.840 Pixeln pro Auge – zusammen fast 8K, insgesamt 27 Megapixel. Die Bildwiederholrate lässt sich zwischen 60, 72 und 90 Hz umschalten, je nach gewünschtem Gleichgewicht zwischen Flüssigkeit und Energieverbrauch. Das Sichtfeld ist beeindruckend weit – 109° horizontal und 100° vertikal – und sorgt für ein starkes Gefühl der Immersion, sei es beim Filmeschauen, Spielen oder Arbeiten in 3D-Umgebungen.
Dank zwei Weitwinkelkameras mit 6,5 MP (18 mm, f/2.0) kann der Nutzer seine reale Umgebung in Echtzeit sehen (Passthrough-Modus) oder 3D-Fotos und -Videos aufnehmen. Sechs zusätzliche Außenkameras übernehmen das sogenannte Inside-Out-Tracking – Kopf- und Handbewegungen werden präzise erfasst, ganz ohne externe Sensoren. Ein Tiefensensor, mehrere IMUs und ein Flacker-Sensor sorgen für Stabilität und Präzision selbst bei Kunstlicht.
Innen sitzen vier Eye-Tracking-Kameras, die nicht nur Blickbewegungen erkennen, sondern auch Iris-Scanning unterstützen, um das Gerät sicher zu entsperren
. Der Augenabstand (IPD) lässt sich zwischen 54 und 70 mm einstellen, und es gibt Einsätze für Brillenträger. Ein abnehmbarer Lichtschutz sorgt wahlweise für totale Immersion oder mehr Komfort bei längeren Sitzungen.
Das Hauptgerät wiegt 545 Gramm, die externe Batterie nochmals 302 Gramm. Durch die getrennte Bauweise wird das Gewicht gleichmäßig über Stirn und Hinterkopf verteilt, was den Tragekomfort verbessert. Dennoch ist klar: Mit einer Akkulaufzeit von etwa zwei Stunden (2,5 Stunden bei 2D-Video) ist das Galaxy XR kein Begleiter für den ganzen Tag, sondern ein High-End-Gerät für gezielte XR-Erlebnisse zu Hause oder im Büro.
Im Inneren arbeitet der Snapdragon XR2+ Gen 2 – ein speziell entwickelter Chip mit 20 % schnellerer CPU und 15 % stärkerer GPU als beim Vorgänger. Dazu kommen 16 GB RAM und 256 GB Speicher. Die Latenz beim Farbdurchblick liegt bei nur 12 Millisekunden. Das Headset unterstützt Wi-Fi 7 (802.11be) und Bluetooth 5.4 für moderne drahtlose Verbindungen.
Was das Galaxy XR besonders spannend macht, ist seine Offenheit: Es läuft mit allen Android-Apps – keine Einschränkungen, keine geschlossene Plattform. Entwickler können neue XR-Erfahrungen über OpenXR, WebXR oder Unity schaffen. Herzstück ist Googles Gemini AI, die das, was der Nutzer sieht und hört, kontextbezogen versteht. Du kannst also mit dem Headset sprechen, Fragen zu Objekten stellen, Routen planen oder YouTube-Videos interaktiv erkunden – einfach durch Gesten oder Sprachbefehle. Zeichne zum Beispiel mit dem Finger einen Kreis in der Luft, und Gemini startet automatisch eine visuelle Suche.
Auch für Unterhaltung ist gesorgt: Das Galaxy XR bietet virtuelle Kinosäle, mehrere Sportstreams gleichzeitig und immersive XR-Spiele, bei denen der KI-Assistent Tipps geben kann. Adobe hat mit Project Pulsar einen XR-Videobearbeiter vorgestellt, mit dem man 3D-Inhalte direkt im virtuellen Raum schneiden kann. Fotos und Videos in 2D lassen sich mit KI-Unterstützung in lebendige 3D-Aufnahmen verwandeln – ein kreativer Traum für Content-Creator.
Der Sound wurde nicht vernachlässigt: Sechs Mikrofone erfassen Sprache und Umgebung, während zwei Harman-Lautsprecher (Woofer + Tweeter) für ein räumliches, kräftiges Klangbild sorgen. Samsung nutzt hier das Know-how seines Tochterunternehmens Harman – und das hört man.
Das Galaxy XR startet in den USA und Südkorea für 1.800 US-Dollar. Käufer erhalten exklusive Boni: 30 % Rabatt auf Zubehör (Controller, Hülle, Galaxy Buds3 Pro) und eine Premium-Mitgliedschaft mit Zugriff auf XR-Apps, Spiele und NBA-Streams. Studierende bekommen zusätzlich 10 % Rabatt auf das Headset selbst.
Doch das ist erst der Anfang: Samsung arbeitet bereits an AI-basierten Smart Glasses in Kooperation mit Warby Parker und Gentle Monster. Ziel ist es, XR-Technologie alltagstauglich zu machen – nicht als Luxusspielzeug, sondern als nützliches Werkzeug. Apple hat mit dem Vision Pro vorgelegt, doch Samsung scheint entschlossen, XR für alle zu öffnen.
Das Galaxy XR ist mehr als ein Headset – es ist Samsungs Vision einer offenen, intelligenten und vernetzten Realität.