Der Exynos 2600 sollte eigentlich das große Comeback von Samsung im Chipgeschäft werden – jetzt scheint der Traum ins Wanken zu geraten. Laut neuen Berichten läuft die Produktion des 2nm-Prozessors alles andere als rund. 
Statt der erwarteten Massenfertigung soll der Start mit nur 15.000 Wafern erfolgt sein, was auf erhebliche Probleme bei den Ausbeuten (Yields) hinweist. Brancheninsider nennen den Chip gar „unausgereift“ und warnen, dass er noch nicht bereit für den Einsatz in allen Modellen der Galaxy S26-Serie ist.
Als Samsung die Fertigung des Exynos 2600 offiziell einleitete, hieß es noch, die Ausbeute liege bei etwa 50 Prozent – ein vorsichtiger, aber akzeptabler Wert für ein brandneues 2nm-Verfahren. Doch die neuesten Zahlen zeichnen ein anderes Bild: Nur ein Bruchteil der ursprünglich geplanten Menge wird tatsächlich produziert. Das bedeutet, dass der Exynos 2600 wohl lediglich in rund 30 Prozent der Galaxy-S26-Smartphones verbaut wird, während der Rest auf den Snapdragon 8 Elite Gen 5 von Qualcomm setzt.
Interne Tests sollen zwar gezeigt haben, dass der Exynos 2600 in puncto Leistung sowohl den Apple A19 Pro als auch den Snapdragon 8 Elite Gen 5 übertrifft. Doch was nützen beeindruckende Benchmark-Ergebnisse, wenn die Produktionsausbeute nicht stimmt? Experten sehen den 2nm-Gate-All-Around-Prozess als entscheidenden Schritt für Samsungs zukünftige Halbleiterstrategie, aber die Technologie steckt offenbar noch in den Kinderschuhen. Fehlerhafte Chips, hohe Produktionskosten und komplexe Fertigungsmethoden machen dem Konzern zu schaffen.
Frühere Prognosen, wonach auch das Galaxy S26 Ultra mit dem Exynos 2600 ausgestattet werden sollte, scheinen sich nun zu zerschlagen. Wahrscheinlicher ist, dass Samsung den Chip nur in bestimmten Regionen einsetzt – ähnlich wie bei früheren Generationen. Manche Analysten sehen die reduzierte Produktionsmenge nicht als Niederlage, sondern als strategische Entscheidung: lieber kleine Schritte gehen, bevor man das volle Risiko eingeht.
Parallel dazu arbeitet Samsung an einer Pilotproduktion des Tesla AI6, ebenfalls auf Basis des 2nm-GAA-Verfahrens. Ein Unternehmenssprecher erklärte, man wolle die Ausbeute bis dahin auf 50 Prozent erhöhen – ein klares Eingeständnis, dass noch Luft nach oben besteht. Sowohl der Exynos 2600 als auch der AI6 gelten als wichtige Testprojekte, die zeigen sollen, ob Samsung langfristig mit TSMC konkurrieren kann. Auch Qualcomm soll die 2nm-Prototypen bereits prüfen, doch angesichts der schwachen Ausbeuten dürften größere Bestellungen zunächst auf Eis liegen.
Dennoch: Branchenbeobachter betonen, dass das Rennen um den 2nm-Prozess gerade erst beginnt. Selbst Marktführer TSMC kämpft mit ähnlichen Herausforderungen. Für Samsung ist der Exynos 2600 ein notwendiger Lernschritt – auch wenn der Weg steinig ist. Sollte das Unternehmen die Kinderkrankheiten in den Griff bekommen, könnte es in den nächsten Jahren wieder zu den ganz Großen aufschließen. Bis dahin bleibt der Exynos 2600 ein Symbol für ehrgeizige Pläne – und die harten Realitäten der Chipfertigung.
1 kommentar
Vielleicht klappt’s ja beim S27 endlich mit dem 2nm-Wunder