Ubisoft Massive Entertainment hat offiziell eine neue Welle von Entlassungen bestätigt und ein sogenanntes „freiwilliges Karriere-Übergangsprogramm“ gestartet. Hinter dieser freundlich klingenden Formulierung steckt allerdings die bittere Wahrheit: Das Studio baut Stellen ab – nur eben mit einem weicheren PR-Anstrich. 
Betroffene Mitarbeiter dürfen „freiwillig“ gehen, erhalten Abfindungen und Unterstützung, aber im Kern ist es der nächste Schritt in Ubisofts laufender Umstrukturierung.
Der Schritt kommt kurz nach der Ankündigung von Ubisoft RedLynx, rund 60 Mitarbeiter zu entlassen, um sich stärker auf kleinere und mobile Projekte zu konzentrieren. Jetzt ist auch Massive betroffen – eines der Aushängeschilder von Ubisoft, bekannt für seinen technisch beeindruckenden Snowdrop-Engine. Laut dem Studio sei die Entscheidung Teil einer „langfristigen Planung“, um die Roadmap zu stärken und den Fokus auf zentrale Säulen wie The Division, den Snowdrop-Engine und Ubisoft Connect zu legen.
Trotz der Entlassungen betont Massive, man bleibe „voll engagiert“ für die laufenden Projekte: The Division 2, The Division 2: Survivors, The Division Resurgence und das in Arbeit befindliche The Division 3. Doch viele Fans sehen diese Aussagen skeptisch. Nach den enttäuschenden Ergebnissen von Avatar: Frontiers of Pandora und Star Wars Outlaws fällt es schwer, an eine stabile Zukunft zu glauben. Beide Titel sahen atemberaubend aus, konnten aber weder Kritiker noch Spieler wirklich überzeugen.
Trotz allem bleibt der Snowdrop-Engine eines der technologischen Highlights von Ubisoft. Die grafische Qualität und das Detailniveau sind unbestritten, doch die technischen Glanzleistungen können die wachsende Unruhe in der Belegschaft nicht verdecken. Viele in der Branche sehen Ubisofts ständige „Evolutionen“ mittlerweile als Synonym für Entlassungen und Management-Chaos.
Wenn Ubisoft von einem „freiwilligen Programm“ spricht, klingt das für viele Mitarbeiter eher wie ein Euphemismus für: „Ihr steht auf der Liste.“ Und wenn das Unternehmen erklärt, dies biete „neue Karrierechancen“, wirkt das wie eine freundliche Verpackung für schmerzhafte Einschnitte. Die jüngste Trennung von Marc-Alexis Côté, dem ehemaligen Leiter der Assassin’s Creed-Reihe, verstärkt zusätzlich den Eindruck, dass Ubisoft an Orientierung verliert.
Der Fall von Massive zeigt einmal mehr das Dilemma der modernen Spieleindustrie: Studios erschaffen beeindruckende Welten und Technologien – doch die Menschen dahinter werden immer austauschbarer behandelt. Ubisoft beteuert, an seinem Kurs festzuhalten, aber das Vertrauen der Community und der eigenen Mitarbeiter scheint langsam zu schwinden.