Silent Hill f sorgt nicht nur für neue Albträume unter Horrorfans, sondern auch für eine hitzige Diskussion über die Zukunft von Kreativität in Zeiten der künstlichen Intelligenz. Der Auslöser war niemand Geringerer als Hideo Kojima, der in einem Interview erklärte, dass „Remakes und Fortsetzungen künftig von KI gemacht werden“. Seine Aussage schlug in der Gaming-Welt ein wie eine Bombe: Wird der Mensch bald überflüssig im kreativen Prozess? Doch Motoi Okamoto, Produzent der Silent Hill-Reihe bei Konami, sieht das anders. Für ihn ist Silent Hill f der Beweis, dass wahre Kreativität menschliche Intuition braucht – etwas, das keine Maschine nachbilden kann.
In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) widersprach Okamoto direkt Kojimas Prognose. 
Er gab zu, dass KI theoretisch ein Sequel im Silent Hill-Universum zusammenstellen könnte, aber nie den Mut oder das Gespür hätte, radikal neue Wege zu gehen. „KI könnte vielleicht die Bausteine für eine Fortsetzung zusammensetzen“, schrieb er, „aber Entscheidungen wie das Verlegen der Handlung in das Japan der 1960er oder die Zusammenarbeit mit Ryukishi07 als Autor – das sind mutige, menschliche Entscheidungen, die keine KI treffen kann.“ Diese kreative Unberechenbarkeit sei genau das, was Silent Hill f besonders mache.
Das Spiel selbst ist tatsächlich ein gewagter Bruch mit der Tradition: Statt der nebligen US-Kleinstadt spielt Silent Hill f in einem ländlichen Japan der 60er Jahre. Die Protagonistin Hinako Shimizu kämpft mit familiären Erwartungen, sozialem Druck und psychologischem Verfall. Das Ergebnis ist ein düsteres, intensives Erlebnis zwischen Horror und Tragödie. Kritiker lobten die Atmosphäre und die Geschichte, bemängelten jedoch das Nahkampfsystem – am Ende gab es eine solide 7/10. Seit dem Release im September hat das Spiel über eine Million Exemplare verkauft und zeigt, dass mutige Entscheidungen belohnt werden.
Okamoto sprach zudem darüber, warum Konami nach jahrelanger Funkstille gleich drei neue Silent Hill-Projekte ankündigte. Der Grund: Man wollte beweisen, dass es Konami ernst ist mit der Rückkehr der Kultreihe. Seit der Silent Hill Transmission im Jahr 2022 habe man darauf geachtet, die Balance zwischen Nostalgie und Innovation zu finden. Das Silent Hill 2 Remake etwa, entwickelt für alte und neue Fans gleichermaßen, hat inzwischen über 2,5 Millionen Verkäufe erreicht und die Gesamtzahlen der Serie auf rund 10 Millionen gebracht.
Während Kojima also über eine Zukunft nachdenkt, in der KI Spiele erschafft, erinnert Okamoto daran, dass Horror – und Kunst im Allgemeinen – von menschlicher Angst, Intuition und Gefühl lebt. Silent Hill f ist nicht nur ein Spiel, sondern ein Statement: Wahre Kreativität entsteht dort, wo Menschen das Risiko eingehen, anders zu denken.
1 kommentar
Warum zum Teufel gibt’s auf Konsole keinen Schalter für Motion Blur?! Ich krieg Kopfschmerzen 😵