
AMD hat offiziell seine neue Profi-Grafikkarte vorgestellt – die Radeon AI Pro R9700 – mit einem Preis von 1299 US-Dollar und Marktstart am 27. Oktober. Die Karte basiert auf der RDNA-4-Architektur und ist auf anspruchsvolle KI- und Workstation-Workloads ausgelegt. Damit zielt AMD direkt auf Entwickler, Ingenieure und Kreative, die große Modelle lokal trainieren und ausführen wollen – ohne teure Cloud-Lösungen.
Erstmals gezeigt wurde die Radeon AI Pro R9700 auf der Computex vor rund fünf Monaten. Jetzt steht der offizielle Verkaufsstart bevor. AMD selbst verkauft keine Referenzversion, stattdessen übernehmen Partnerhersteller wie ASRock oder XFX den Vertrieb. Einige davon werden die Karte ausschließlich über Systemintegratoren anbieten, um sie gezielt in professionelle Workstations zu bringen. Die R9700 ist klar auf Produktivität und KI-Entwicklung ausgerichtet – nicht auf Gaming.
Im Inneren arbeitet der NAVI-48-Chip auf Basis der RDNA-4-Architektur, derselbe Chip, der auch in der Radeon RX 9070 XT steckt. Er bietet 4096 Stream-Prozessoren, 128 ROPs und eine volle Ausstattung an Raytracing-Kernen. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Speicher: Statt 16 GB wie beim Gaming-Pendant kommt die Radeon AI Pro R9700 mit satten 32 GB GDDR6-VRAM über ein 256-Bit-Interface. Diese große Speichermenge ermöglicht es, selbst umfangreiche Sprach- oder Diffusionsmodelle direkt auf der Workstation laufen zu lassen – ideal für Forschung und Entwicklung.
AMD gibt an, dass die R9700 bis zu doppelt so schnell ist wie die Radeon Pro W7800 in DeepSeek-R1-Benchmarks. Dank der offenen ROCm-Plattform können mehrere Karten parallel eingesetzt werden, wodurch lokale Hochleistungs-Cluster entstehen. Damit rückt die Rechenleistung eines kleinen Rechenzentrums direkt unter den Schreibtisch – ein klarer Vorteil für kleinere Teams und KI-Startups.
Optisch bleibt AMD seiner Linie treu: Das Dual-Slot-Design setzt auf einen Blower-Lüfter, der die warme Luft direkt aus dem Gehäuse befördert. Viele Enthusiasten mögen diesen Kühlertyp nicht wegen der Lautstärke, doch für Mehr-GPU-Konfigurationen ist er ideal. Stabilität und konstante Temperaturen stehen hier klar über Design oder Lautstärke.
Mit einem Preis von 1299 US-Dollar ist die Radeon AI Pro R9700 aktuell die günstigste Workstation-GPU mit 32 GB Speicher. Damit richtet sich AMD gezielt an professionelle Anwender, die hohe Speicheranforderungen haben, aber keine fünfstelligen Summen ausgeben wollen. Im Vergleich zu NVIDIAs RTX 5080 mit nur 16 GB VRAM bietet AMD die doppelte Speicherkapazität und setzt auf offene Software-Unterstützung. Das ist ein starkes Argument für Entwickler, die unabhängig von proprietären Ökosystemen arbeiten möchten.
Mit der Radeon AI Pro R9700 bringt AMD die KI-Leistung vom Rechenzentrum zurück auf den Desktop – kompakt, effizient und erstaunlich erschwinglich.
2 kommentare
Könnte leiser sein, aber für Rechenleistung nimmt man das in Kauf
ROCm macht die Karte für Entwickler wirklich interessant