Wer sich für 2026 auf neue High-End-Smartphones freut, sollte sich auf einen Schock vorbereiten: Die nächsten Flaggschiffe könnten deutlich teurer werden. Modelle wie das Galaxy S26 Ultra, Vivo X300 Ultra, Xiaomi 17 Ultra oder Oppo Find X9 Ultra könnten bis zu 30 % mehr kosten als ihre Vorgänger. 
Brancheninsider warnen, dass steigende Preise für Speicherchips die gesamte Smartphone-Produktion verteuern werden.
Der bekannte Leaker Digital Chat Station erklärte auf Weibo, dass die Speicherpreise stärker steigen, als viele erwartet haben. Dieser Trend werde sich bald auf die Endkundenpreise auswirken, da Hersteller die Mehrkosten weitergeben. Besonders betroffen sei LPDDR5X-Arbeitsspeicher – die aktuelle High-End-Technologie, die in fast allen Premium-Handys steckt. Prognosen zufolge könnten die Speicherpreise für neue Flaggschiffe im Jahr 2026 um bis zu 30 % höher liegen als 2025.
Ein Beispiel: Das Xiaomi 15 Ultra wurde in Europa für rund 1.740 US-Dollar verkauft. Sollte der Preis wirklich um 25 % steigen, läge das nächste Modell bei über 2.170 US-Dollar. Damit würde der Kauf eines Top-Smartphones endgültig zur Luxusentscheidung – ein Preisniveau, das früher nur für Foldables oder Spezialeditionen galt.
Doch was treibt diese Preisspirale an? Laut Analysten ist es nicht allein die Gier der Hersteller, sondern die wachsende Konkurrenz durch die Künstliche Intelligenz (KI). Immer mehr Speicherchips werden für Server und Rechenzentren benötigt, die KI-Modelle betreiben. Hersteller verschieben ihre Kapazitäten dorthin, wo die Margen höher sind. Die Folge: Smartphones und PCs bekommen weniger Speicher ab – und die Preise steigen. Reuters berichtete, dass Xiaomi den Einfluss der steigenden Speicherpreise auf die Produktionskosten bereits offen eingeräumt hat.
Ein Blick auf das neue Redmi K90 zeigt, wohin die Reise geht: Das Basismodell mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher kostet 2.599 Yuan (etwa 364 US-Dollar) – leicht mehr als der K80 im Vorjahr. Xiaomi-Präsident Lu Weibing erklärte, dass die gestiegenen Speicherpreise die Preisstruktur der gesamten Serie beeinflusst hätten. Um den Unmut der Kunden zu dämpfen, senkte Xiaomi den Preis der 12/512-GB-Version um 300 Yuan im ersten Verkaufsmonat – ein ungewöhnlicher Schritt in Zeiten steigender Kosten.
Und das betrifft nicht nur Xiaomi. Marken wie Samsung, Apple, Vivo und Oppo beziehen ihre Speicherchips von denselben Zulieferern. Wenn sich die Situation nicht entspannt, werden alle Flaggschiffe teurer. Kombiniert mit hohen Entwicklungskosten für Kameras, Displays und KI-Funktionen dürfte 2026 das teuerste Jahr für Smartphones seit Langem werden.
Sollte man also lieber jetzt ein 2025er-Modell kaufen? Schwer zu sagen. Die Prognosen könnten sich ändern, aber eines scheint sicher: Wer ohnehin upgraden will, könnte jetzt noch einen besseren Preis bekommen. Und wer auf 2026 wartet, sollte vielleicht schon jetzt den Chef um eine Gehaltserhöhung bitten – denn das nächste Jahr wird teuer.
1 kommentar
Erinnert mich an die Grafikkartenkrise damals, gleiche Story