
John Boyega: „Ich bin ein Lichtschwert-Typ“ – aber Star Wars könnte sich von Star Trek etwas abschauen
John Boyega hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, wo seine Loyalität liegt: in einer weit, weit entfernten Galaxis. Der Schauspieler, der in der Sequel-Trilogie den ehemaligen Sturmtruppler Finn verkörperte, sagte auf der Dragon Con offen, dass er kein Fan von Star Trek sei – zu viel Gerede, zu wenig Action. Doch dann kam die überraschende Wendung: Gerade das, was ihn an der Konkurrenz nervt, könnte für Star Wars eine wertvolle Lektion sein.
„Wenn ihr mich auf Conventions trefft, wisst ihr, dass ich kein Trekkie bin“, erklärte Boyega lachend. „Die reden einfach zu viel. Bei Star Wars muss man während der Schlacht reden – zwischen Blasterfeuer und Explosionen.“ Dann fügte er nachdenklich hinzu: „Aber ehrlich gesagt, vielleicht sollte Star Wars genau das lernen – sich Zeit für Gespräche nehmen.“
Ein Satz, der bei Fans sofort Diskussionen auslöste. Schließlich verkörpert Star Wars den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, Emotion und Mythos, während Star Trek für Philosophie, Diplomatie und Reflexion steht. Boyega hat unbewusst den Kernunterschied beider Welten beschrieben: Star Trek fragt nach dem „Warum“, während Star Wars sich meist mit dem „Was“ begnügt. Vielleicht, so deutet Boyega an, würde die Macht etwas besser im Gleichgewicht sein, wenn man öfter mal innehält – und einfach redet.
Der Schauspieler nutzte die Gelegenheit auch, um erneut über die Disney-Trilogie zu sprechen. Bei verschiedenen Events wie der Florida Supercon und der Fan Expo Boston erzählte Boyega, dass die Filme komplett anders ausgesehen hätten, wenn er kreativen Einfluss gehabt hätte. „Fans hätten ein völlig anderes Ergebnis bekommen“, sagte er. Vor allem hätte er den Umgang mit Han Solo und Luke Skywalker verändert, deren Tode in den ersten beiden Teilen viele Zuschauer verstörten.
Auch über seine eigene Figur sprach Boyega offen. Er ist überzeugt, dass Finn eigentlich machtsensitiv sein sollte – ein Ansatz, der in Das Erwachen der Macht angedeutet, aber nie weiterentwickelt wurde. In seiner Vorstellung hätte sich zwischen Finn und Rey (gespielt von Daisy Ridley) ein komplexeres, vielleicht sogar tragisches Verhältnis entwickeln können – eher wie zwischen Obi-Wan und Darth Vader. „Da war Raum für Konflikt, für Emotion, für Tiefe“, meinte Boyega.
Viele Fans teilen seine Meinung. Die Idee eines Sturmtrupplers, der das Imperium hinter sich lässt, war eine der spannendsten Grundlagen der neuen Trilogie – und wurde dann kaum genutzt. Statt einer packenden inneren Reise bekam man oberflächliche Gags und verschenktes Potenzial. Trotzdem bleibt Boyega für viele ein Sympathieträger: ehrlich, humorvoll und mit einer spürbaren Leidenschaft für die Saga, die ihn berühmt machte.
Während Daisy Ridley bald als Rey zurückkehrt, ist Boyegas Zukunft im Star-Wars-Universum ungewiss. Doch seine Worte hallen nach – vielleicht ist es an der Zeit, dass auch in einer Galaxis voller Blaster und Lichtschwerter wieder Platz für echte Gespräche ist.