Startseite » Nicht kategorisiert » Apple verbannt Tea und TeaOnHer aus dem App Store nach massiven Datenschutzskandalen

Apple verbannt Tea und TeaOnHer aus dem App Store nach massiven Datenschutzskandalen

von ytools
0 kommentar 0 ansichten

Apple zieht die Reißleine. Der Konzern hat zwei umstrittene Dating-Apps – Tea und TeaOnHer – komplett aus dem App Store entfernt.
Apple verbannt Tea und TeaOnHer aus dem App Store nach massiven Datenschutzskandalen
Beide Anwendungen, die sich ursprünglich als „Sicherheitsplattformen für das Online-Dating“ präsentierten, sind nun weltweit nicht mehr verfügbar. Laut Apple wurden sie gelöscht, weil sie massiv gegen Datenschutz- und Inhaltsrichtlinien verstießen.

Wie TechCrunch berichtet, hat Apple die Entwickler mehrfach auf die Probleme hingewiesen. Dennoch seien keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen worden, um die Beschwerden zu beseitigen. Die Verstöße betreffen insbesondere die Punkte 1.2, 5.1.2 und 5.6 der App-Review-Richtlinien. Diese Regeln verlangen, dass Nutzer Inhalte melden oder blockieren können, dass persönliche Daten nicht ohne Zustimmung geteilt werden dürfen und dass eine App mit zu vielen negativen Bewertungen oder Beschwerden entfernt werden kann. Kurz gesagt: Die Entwickler hatten genug Chancen – und haben sie verspielt.

Von der viralen Erfolgsgeschichte zum Datenschutz-Albtraum

Die App Tea wurde bereits 2023 veröffentlicht, erreichte aber erst 2025 ihren viralen Durchbruch. Sie sollte Frauen dabei helfen, Erfahrungen über Männer aus Dating-Apps zu teilen – eine Art Community zur Warnung vor „Red Flags“. Nutzerinnen konnten Namen, Fotos und persönliche Eindrücke posten. In der Praxis entwickelte sich daraus schnell ein Ort voller öffentlicher Anschuldigungen, Klatsch und teilweise beleidigender Kommentare.

Der größte Skandal kam jedoch im Sommer 2025: Eine massive Datenpanne legte über 72.000 Bilder offen, darunter rund 4.000 Selfies und Ausweisdokumente, die zur Verifizierung dienten. Weitere 59.000 Bilder stammten aus Posts, Kommentaren und privaten Nachrichten. Der Schaden war enorm – und für viele der Beweis, dass solche Plattformen mehr Risiko als Schutz bieten.

Nur wenige Monate später tauchte der Gegenentwurf TeaOnHer auf – diesmal für Männer. Das Prinzip blieb gleich: Nutzer bewerteten Frauen anhand persönlicher Erfahrungen. Auch hier kam es rasch zu Sicherheitsproblemen, bei denen erneut sensible Daten offengelegt wurden, darunter Personalausweise und Fotos. Trotz der Kontroversen erreichte TeaOnHer mehr als 2,2 Millionen Downloads, während Tea auf 6,1 Millionen kam und etwa 5 Millionen US-Dollar Umsatz generierte.

Neue Klone lassen nicht lange auf sich warten

Apples Löschaktion konnte den Trend allerdings nicht stoppen. Eine neue App mit dem Namen TeaOnHer and Him – Overheard wurde kurz darauf veröffentlicht und bereits über 350.000 Mal heruntergeladen. Innerhalb weniger Tage kletterte sie von Platz 90 auf Platz 27 der App-Charts. Experten warnen, dass ähnliche Apps weiter auftauchen werden, solange es keine klaren rechtlichen Regelungen für den Umgang mit Nutzerdaten gibt.

Bemerkenswert ist, dass sowohl Tea als auch TeaOnHer weiterhin im Google Play Store verfügbar sind. Google hat sich bisher nicht offiziell dazu geäußert – ein stilles Zeichen dafür, wie unterschiedlich Datenschutz bei großen Tech-Plattformen gehandhabt wird.

Privatsphäre ist das wahre rote Warnsignal

Der Fall zeigt deutlich, wie schnell gute Absichten im digitalen Raum kippen können. Was als Schutzraum für Frauen begann, wurde zu einem Ort der Bloßstellung und Datensammlung. Apples konsequentes Vorgehen sendet eine klare Botschaft: Wer Datenschutz und Nutzerbeschwerden ignoriert, verliert seinen Platz im App Store. Für die Nutzer bleibt die Lehre, vorsichtiger mit Apps zu sein, die „Sicherheit“ versprechen, aber genau das Gegenteil bewirken.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Einen Kommentar hinterlassen