
Hat Apple die Produktion des iPhone Air wirklich gekürzt? Ein Gerücht auf dem Prüfstand
Seit Wochen kursieren Berichte, dass Apple die Produktion seines neuen iPhone Air wegen schwacher Verkaufszahlen reduziert haben soll. Analysten der Lieferkette und Brancheninsider sprachen von nachlassender Nachfrage, und schnell entstand das Bild eines Flopprodukts. Doch ein neuer Bericht von TD Cowen sorgt jetzt für Verwirrung: Laut dem Analysehaus hat Apple seine Produktionspläne überhaupt nicht geändert – das iPhone Air wird weiterhin im geplanten Umfang gefertigt.
Wie aus einer Mitteilung an Investoren hervorgeht, die AppleInsider vorliegt, bleibt Apples Produktionsprognose für das Jahr 2025 unverändert. TD Cowen erklärt, dass keine Anpassungen der Produktionsmengen vorgenommen wurden, auch nicht für den iPhone-Air-Zweig. Ihre Lieferkettenrecherchen und sogenannte „Feldarbeit“ hätten ergeben, dass es keine Anzeichen für eine Verlangsamung oder Kürzung gibt.
Demnach sollen im dritten Quartal 2025 rund 3 Millionen Einheiten des iPhone Air produziert werden, im vierten Quartal sogar 7 Millionen. Auch die übrige iPhone-17-Serie bleibe stabil: 54 Millionen Geräte im Septemberquartal und 79 Millionen im Dezemberquartal. Kurz gesagt – die Produktion läuft planmäßig, entgegen den jüngsten Gerüchten.
Widersprüchliche Berichte aus der Branche
Diese Einschätzung widerspricht früheren Meldungen anderer Marktbeobachter. Am 17. Oktober berichtete Mizuho Securities aus Japan, Apple habe beschlossen, eine Million weniger iPhone-Air-Modelle zu bestellen und stattdessen die Produktion anderer Modelle um sieben Millionen Geräte zu erhöhen. Diese Nachricht löste eine Welle von Spekulationen aus, wonach Apple das Vertrauen in das ultradünne Modell verloren habe.
Wenig später meldete sich der bekannte Analyst Ming-Chi Kuo zu Wort und bestätigte angebliche Produktionsrückgänge. Sogar ein Zulieferer wurde zitiert, der meinte, das iPhone Air befinde sich bereits in einer „End-of-Production“-Phase, weil die Nachfrage zu gering sei. Für viele Beobachter schien das Urteil gefallen: Der schlanke iPhone-Traum war gescheitert, bevor er richtig begann.
Doch TD Cowen widerspricht dem entschieden. Laut ihrem Bericht gibt es keinerlei belastbare Hinweise auf Produktionskürzungen. Stattdessen vermutet die Firma, dass voreilige Schlüsse aus vereinzelten Lieferverzögerungen gezogen wurden. Apple ist bekannt dafür, kurzfristig Anpassungen vorzunehmen, ohne dass dies zwangsläufig auf Probleme hinweist. Produktionsdynamik bedeutet bei Apple nicht automatisch Verkaufsprobleme.
Warum Missverständnisse so leicht entstehen
In der gigantischen Lieferkette von Apple kann eine kleine Veränderung bei einem einzelnen Zulieferer schnell für Schlagzeilen sorgen. Ein verspäteter Komponentenlieferant oder eine vorübergehende Umverteilung der Produktionskapazität wird leicht als „Kürzung“ interpretiert. In Wahrheit können solche Bewegungen schlicht auf interne Optimierungen oder saisonale Verschiebungen zurückzuführen sein.
Hinzu kommt, dass Apples Verkaufsdynamik vorhersehbare Muster hat: Direkt nach dem Launch greifen viele Käufer zu den Pro-Modellen, während leichtere Modelle wie das iPhone Air erst später stärker nachgefragt werden. Solche Verzögerungen sind Teil der Strategie, nicht Zeichen von Panik.
Wie sich die Konkurrenz schlägt
Interessanterweise steht Apple mit dieser Situation nicht allein da. Auch Samsungs Galaxy S25 Edge, das als direkter Konkurrent zum iPhone Air gilt, verkauft sich offenbar schleppend. Berichten zufolge hat Samsung sogar die Entwicklung seines Nachfolgers, des Galaxy S26 Edge, gestoppt. Es scheint, dass ultradünne Smartphones derzeit einfach keinen Nerv der Masse treffen.
Trotzdem bleibt das iPhone Air ein Paradebeispiel für Apples Designphilosophie: elegant, minimalistisch und kompromisslos in seiner Form. Es ist ein technisches Kunststück, das Gewicht und Dicke minimiert, ohne völlig auf Leistung zu verzichten – wenn auch auf Kosten der Akkulaufzeit.
Schlank ist schön – aber praktisch?
Viele Technikfans bewundern das iPhone Air für seine Ästhetik, doch die Meinungen gehen auseinander. Während Design-Enthusiasten die Handlichkeit feiern, kritisieren andere die schwache Batterie. „Ich liebe das Design, aber ohne Akku, der den Tag übersteht, ist es nichts für mich“, schreibt ein Nutzer in einem Forum. Damit bringt er ein Kernproblem moderner dünner Smartphones auf den Punkt.
Für Apple ist das kein Grund zur Sorge. Laut TD Cowen läuft alles nach Plan, und die Produktionszahlen deuten darauf hin, dass das Vertrauen in das iPhone Air ungebrochen ist. Vielleicht beweist dieses Modell am Ende, dass es auch in einer Welt voller XXL-Handys noch Platz für schlanke Schönheit gibt. Die Ära der dünnen Telefone ist also noch längst nicht vorbei.
3 kommentare
Kaufe nix, was nach halbem Tag leer ist lol
Gerüchteküche brodelt, Realität bleibt entspannt 😎
Galaxy S25 Edge floppt auch, dünn ist wohl out 😂