
Motorola überrascht: Wie der Klassiker Samsung auf dem Foldable-Markt ins Wanken bringt
Über Jahre hinweg galt Samsung als unangefochtener König der faltbaren Smartphones. Kein anderer Hersteller kam auch nur annähernd an die Dominanz der Galaxy-Z-Reihe heran – bis jetzt. 2025 steht plötzlich ein alter Bekannter wieder auf der Bühne: Motorola. Mit einer cleveren Strategie, viel Nostalgie und fairen Preisen hat der einstige Handy-Pionier Samsung dort getroffen, wo es weh tut – beim Image und beim Preis-Leistungs-Verhältnis.
Aktuelle Prognosen deuten auf eine Verschiebung im US-Markt hin. Während die Marktanteile von Samsung im Bereich faltbarer Smartphones bis Ende 2025 sinken sollen und 2026 weiter nach unten gehen, erlebt Motorola ein regelrechtes Comeback. Die Verkäufe der Razr-Serie sind explodiert – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt bereit ist für faltbare Geräte, die nicht ein Vermögen kosten.
Wo Samsung die falsche Abzweigung nahm
Der Grund für Samsungs Schwäche lässt sich auf fünf Worte und eine Zahl reduzieren: Galaxy Z Flip 7 FE. Eigentlich sollte diese „Fan Edition“ das Tor zur breiten Masse öffnen – ein faltbares Galaxy für jedermann. Doch das Gegenteil trat ein. Mit einem Einstiegspreis von rund 900 Dollar war das Gerät zu teuer für Einsteiger und zu langweilig für Enthusiasten. Die Verkaufszahlen blieben entsprechend schwach, und inzwischen ist das Modell auf der offiziellen Samsung-Website in den USA gar nicht mehr erhältlich. Eine stille Kapitulation.
Statt sich auf realistische Preisgestaltung und Alltagstauglichkeit zu konzentrieren, steckt Samsung seine Energie in extravagante Konzepte wie dreifach faltbare Smartphones – technisch beeindruckend, aber für die meisten unerschwinglich. Es wirkt, als wolle man lieber Apple zuvorkommen und die Zukunft beweisen, statt die Gegenwart zu gewinnen. Dabei braucht die Welt nicht das futuristischste Foldable – sondern eines, das sie sich leisten kann.
Motorolas Erfolgsformel: Nähe statt Distanz
Motorola hat den Nerv der Zeit getroffen. Mit dem Razr 2025 und dem Razr Plus 2025 kombiniert die Marke Retro-Charme mit moderner Technik. Diese Geräte sind keine reinen Prestigeobjekte, sondern Produkte mit Charakter. Sie sehen gut aus, fühlen sich wertig an und – das ist entscheidend – sie sind bezahlbar. Während Samsung immer technischer und unnahbarer wirkt, schafft es Motorola, Emotionen zu wecken. Das Design erinnert an die legendären Klapphandys von damals, die Technik überzeugt mit aktuellem Standard – eine Kombination, die ankommt.
Viele Nutzer empfinden die neuen Razr-Modelle als frischer, ehrlicher und sympathischer. Das liegt nicht nur am Preis, sondern auch daran, dass Motorola verstanden hat, was Kunden wollen: Spaß, Individualität und ein Gefühl von Vertrautheit. Samsung hingegen scheint den Bezug zu normalen Käufern verloren zu haben.
Der Preis als Stolperstein
Foldables sollten ursprünglich die Zukunft des Smartphones einläuten – doch durch Samsungs Preispolitik sind sie zu Luxusobjekten verkommen. Ein Galaxy Z Flip 7 FE für 900 Dollar? Das ist kein Gerät für den Alltag, sondern eine Spielerei für Technikliebhaber. Wäre der Preis bei 650 oder 700 Dollar gelegen, hätte es ein Verkaufsschlager werden können. Doch Samsung scheint Innovation mit Exklusivität zu verwechseln. Dabei liegt die eigentliche Innovation nicht im Preis, sondern im Mut, Technologie erschwinglich zu machen.
Natürlich bleibt Samsung technisch führend. Das Galaxy Z Fold 7 ist ein Meisterwerk in Sachen Ingenieurskunst – robust, elegant und vollgestopft mit High-End-Komponenten. Aber technologische Perfektion allein reicht nicht, wenn die Masse sie sich nicht leisten kann. Innovation ohne Zugänglichkeit verliert ihren Wert. Statt auf Apple zu schielen, sollte Samsung lieber auf Motorola schauen, das längst beweist, dass Fortschritt auch bezahlbar sein kann.
Der Kampf um die Zukunft
Kann Motorola Samsung wirklich vom Thron stoßen? Möglich ist es. Marktanalysten wie Counterpoint Research sehen für Samsung in den USA düstere Zeiten voraus, während Motorola konstant zulegt. Selbst wenn Samsung die Marktführerschaft in Stückzahlen behält, verschiebt sich die Wahrnehmung: Motorola gilt inzwischen als die innovativere, bodenständigere Marke.
Samsung könnte das Ruder noch herumreißen – etwa mit einem Galaxy Z Fold Fan Edition und einer Neuauflage des Z Flip FE zu vernünftigen Preisen. Ein Foldable für 1.200 Dollar und ein Clamshell-Modell für 650 Dollar wären ein echter Neustart. Doch ob die Verantwortlichen in Seoul bereit sind, diesen Schritt zu gehen, bleibt fraglich. Die Fixierung auf Apple und auf Prestigeprodukte hat Samsung träge gemacht.
Motorola hingegen bleibt hungrig. Mit dem geplanten globalen Start des Edge 70 und einer neuen Generation des Razr scheint der Aufstieg der Marke gerade erst zu beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte 2026 das Jahr werden, in dem Motorola nicht nur wieder relevant, sondern wieder führend wird – ein echtes Comeback, das kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Der Foldable-Thron wackelt. Und wenn Samsung nicht bald begreift, dass Innovation auch fair bepreist sein kann, wird Motorola diesen Moment nutzen – und Geschichte schreiben.
1 kommentar
foldables sind cool, aber nicht für über 1000 euro 😂