Star Wars: The Acolyte bleibt eines der umstrittensten Kapitel der Galaxis – eine Serie, die viele faszinierte, aber ebenso viele spaltete. Nach der überraschenden Absetzung durch Disney sorgt sie erneut für Gesprächsstoff, denn Showrunnerin Leslye Headland hat nun bestätigt, dass der geheimnisvolle Bösewicht Der Fremde (Qimir) ursprünglich eine direkte Verbindung zu Kylo Ren haben sollte. 
Laut Headland wäre Qimir der erste Ritter von Ren geworden – der Gründer jenes dunklen Kults, dem sich Ben Solo später anschließt.
In dem Buch The Art of Star Wars: The Acolyte verriet Headland, dass Qimirs Figur von Anfang an so konzipiert war, dass sie die Brücke zwischen den alten Sith und den Rittern von Ren schlagen sollte. „Wir wollten zeigen, wie die dunkle Seite der Macht überlebt – nicht durch die klassische Regel der Zwei, sondern durch eine neue Bewegung“, erklärte sie. Der Fremde sollte also ein Sith-naher Adept sein, jemand, der das Erbe der Dunklen Seite bewahrt, ohne selbst ein Sith-Lord zu sein. Diese Idee hätte der Saga eine neue Dimension gegeben – jenseits des ewigen Kreislaufs von Meister und Schüler.
Headland bestätigte zudem, dass Darth Plagueis in späteren Staffeln eine zentrale Rolle gespielt hätte. Sein Auftritt sollte zeigen, wie sich die Philosophie der Dunklen Seite weiterentwickelte und schließlich zu Palpatine führte. Doch die Absetzung nach der ersten Staffel ließ all diese Pläne in der Schwebe. Die Fans bekamen zwar einen kurzen Blick auf Plagueis in Live-Action, aber keine Erklärung seiner Bedeutung – ein Cliffhanger, der nie aufgelöst wurde.
Die Reaktionen im Cast fielen unterschiedlich aus. Manny Jacinto (Qimir) erklärte, Plagueis hätte in Staffel 2 eine größere Rolle gespielt, während Lee Jung-Jae (Sol) sagte, er sei „völlig überrascht“ über die Absetzung. Amandla Stenberg (Osha) zeigte sich weniger schockiert: Schon vor dem Start wurde die Serie Zielscheibe von Shitstorms und rassistischen Angriffen. Schauspielerin Jodie Turner-Smith (Mutter Aniseya) kritisierte Disney dafür, die Darsteller nicht stärker vor den Online-Attacken geschützt zu haben. „Sie können nicht einfach schweigen, wenn Leute im Netz mit Rassismus überschüttet werden“, sagte sie deutlich.
Obwohl The Acolyte erzählerisch nicht perfekt war, brachte die Serie frischen Wind in die Welt von Star Wars. Sie spielte in der Ära der Hohen Republik – lange vor den Skywalkers – und wagte sich an neue Themen: moralische Grauzonen, Mystik und die Verführung durch die Dunkelheit. Für manche war sie ein mutiges Experiment, für andere ein missglückter Versuch, die Saga „modern“ zu machen. Doch fast alle waren sich einig: Qimir war eine der spannendsten neuen Figuren seit Jahren – ein Bösewicht mit Charme, Philosophie und gefährlicher Tiefe.
Hätte Disney die Serie fortgesetzt, hätten wir gesehen, wie Qimir zur Legende wird – zum ersten Ritter von Ren, der die dunkle Seite in eine neue Ära führt. Diese Geschichte hätte die Lücken in der Sequel-Trilogie geschlossen und erklärt, woher die Ritter kamen und was sie eigentlich glaubten. Stattdessen bleibt nur eine „Was wäre wenn?“-Erzählung – ein geplatzter Traum für Fans, die hofften, The Acolyte würde Star Wars endlich wieder etwas Mystik und Vision zurückgeben.
1 kommentar
Schade, ich hätte gern gesehen, wie sie Plagueis einbauen. Das hätte vieles erklärt