Samsung führt den Smartphonemarkt im dritten Quartal an – so liest sich der neue Omdia-Bericht. Zwischen Juli und September lieferten die Koreaner 60,6 Mio. Geräte aus und kamen damit auf 19 % Marktanteil, ein Plus von 6 % zum Vorjahr. Apple folgt mit 56,5 Mio. und 18 % (+4 % YoY). Xiaomi hält Rang drei mit 43,4 Mio. (14 %, +1 %). Dahinter überrascht Transsion (Tecno, Infinix, iTel) mit 28,6 Mio. (9 %, +12 %) vor vivo mit 28,5 Mio. (9 %, +5 %). Insgesamt setzte die Branche 320,1 Mio. Smartphones ab – +3 % gegenüber Q3 des Vorjahres.
Hinter den Tabellen stecken sehr unterschiedliche Hebel. 
Bei Samsung sorgten die Faltmodelle Galaxy Z Fold7 und Flip7 für Glanz und Gesprächswert, während die Volumenbringer A07 und A17 das Fundament legten. Apples iPhone 17 in der Basisausführung übertraf die vorsichtigen Launch-Erwartungen dank klarerer Wertversprechen: lange Update-Zyklen, stabiles Trade-in-System und hohe Restwerte. Xiaomi musste in China nach Auslaufen staatlicher Förderungen Federn lassen, kompensierte das aber mit solider Nachfrage in der Asien-Pazifik-Region. vivo blieb in Indiens offlinegetriebenem Handel stark, zog in China an Huawei vorbei und expandiert weiter in Asien-Pazifik, Afrika und Lateinamerika.
Regional zeigt sich eine „Zwei-Gang-Welt“: In Nordamerika und im Großraum China gingen die Auslieferungen im Jahresvergleich zurück, während Afrika um 25 % zulegte und Asien-Pazifik um 5 % wuchs. Parallel verschiebt sich die Nachfrage nach Preissegmenten: Zugkraft entsteht an den Extremen – unter 100 US-$ und über 700 US-$. Die Midrange, lange Zeit der sichere Hafen, wirkt matt. In Schwellenländern treiben extrem günstige Androids die Erstanschaffung; in reifen Märkten setzt ein treues Publikum weiterhin auf Premium wegen Kameraqualität, Akkulaufzeit und verlässlicher Updates.
Gegenwind droht vor allem unten: steigende Komponenten- und Gerätepreise könnten die ultrabilligen Modelle ausbremsen – dort entscheidet ein Aufschlag von 10 US-$ oft über den Kauf. Hersteller werden wohl stärker auf Betreiberfinanzierung, Bundle-Mehrwert und aggressive Saisonpromos setzen, um psychologische Preisschwellen zu halten.
Ein methodischer Hinweis: Die Branche liebt Top-5-Tabellen, doch in diesem Quartal summiert der Korb „Andere“ auf über 100 Mio. Einheiten – in etwa so viel wie Platz 2+3 zusammen oder 3+4+5 zusammen. Damit verschwimmen die Geschichten wichtiger Regionalmarken. Ein Top-10-Schnitt würde das Bild realistischer zeichnen – von Jakarta bis Lagos.
Und: Markenranking ist nicht Modellranking. Betrachtet man einzelne SKUs, dominiert oft das Einstiegs-iPhone, während Android-Volumen über viele Linien verteilt ist – von Foldables bis FE- und A-Serie. Beides nebeneinander erklärt, warum Samsung als Marke führen kann, während ein iPhone als einzelnes Modell die Charts anführt.
Fazit: Q3 stand für eine „Hantel-Nachfrage“ – stark an beiden Enden des Preisbandes. Der Sprung von Transsion zeigt zugleich, dass Wachstumsfantasie zunehmend außerhalb der üblichen Hotspots entsteht.
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Transsion liefert ab. Afrika kocht gerade richtig