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NVIDIA am Nullpunkt in China – Exportpolitik, lokale Konkurrenz und die Hoffnung auf Blackwell

von ytools
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NVIDIA am Nullpunkt in China – Exportpolitik, lokale Konkurrenz und die Hoffnung auf Blackwell

NVIDIA verliert China – Jensen Huang macht US-Exportregeln verantwortlich und setzt alles auf Blackwell

Wenn Jensen Huang spricht, hört die Techwelt zu – und diesmal klingt seine Aussage wie ein Paukenschlag: „Unsere Marktanteile in China liegen bei null.“ Der CEO von NVIDIA sieht die Ursache nicht in schlechter Technik, sondern in Politik und Regulierung. Laut Huang haben die verschärften Exportkontrollen der USA die Türen zum chinesischen Markt praktisch geschlossen – genau in dem Moment, als die Nachfrage nach KI-Hardware weltweit explodierte.

Vor wenigen Jahren lief es noch anders. Die A100- und H100-Beschleuniger auf Basis der Ampere- und Hopper-Architekturen wurden ohne größere Hürden nach China geliefert. Doch mit dem Aufstieg der generativen KI und wachsender geopolitischer Skepsis zog Washington die Reißleine. Neue Regeln schränkten die Exportmöglichkeiten massiv ein. Seither ist NVIDIA im Reich der Mitte nur noch Zuschauer – ein bitterer Rückschlag für ein Unternehmen, das die KI-Revolution maßgeblich mitgeprägt hat.

Huang behauptet, dass der Umsatzverlust in China ein potenzielles Geschäft von 35 bis 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr kostet – und bis Ende des Jahrzehnts sogar über 100 Milliarden hätte erreichen können. Seine Kritik zielt klar auf politische Entscheidungen, die den US-Technologiekonzernen den Zugang zu strategischen Märkten versperren. Doch nicht nur Washington trägt Verantwortung: Auch Peking steuert gezielt gegen. Die chinesische Regierung fördert seit Jahren einheimische Chipentwickler und ermutigt große Tech-Konzerne wie Tencent oder Alibaba, auf lokale Lösungen zu setzen. Das Ergebnis: ein rascher technologischer Entkopplungsprozess, der beiden Seiten wehtut.

NVIDIA versuchte zwischen den Fronten zu überleben. Um die neuen Regeln zu erfüllen, entwickelte das Unternehmen spezielle Varianten für China – etwa den H20-Chip für Rechenzentren oder die Grafikkarte RTX 5090D für den Endkundenmarkt. Solche Produkte waren zwar regelkonform, aber technisch beschnitten. Die chinesischen Kunden merkten das schnell und wandten sich Alternativen zu. Auch frühere US-Regierungen hatten mit Verkaufsstopps experimentiert, doch die aktuellen Restriktionen sind weitaus umfassender und langfristiger.

Der Blick nach vorn ist alles andere als klar. Politik: Wenn die Exportgrenzen gelockert werden, könnte NVIDIA zurückkehren – andernfalls bleibt der Markt verschlossen. Wettbewerb: Lokale Hersteller wie Biren, Cambricon oder Huawei bauen ihre GPU- und NPU-Angebote rasant aus. Strategie: Huang setzt auf die neue Blackwell-Architektur, die so angepasst werden soll, dass sie leistungsfähig bleibt, ohne gegen Exportauflagen zu verstoßen. Doch diese Gratwanderung ist riskant: zu stark, und die Lieferung wird verboten; zu schwach, und sie interessiert niemanden.

In sozialen Medien sorgt Huangs Aussage für Spott und Streit. Manche witzeln, dass „0 % Marktanteil in China“ so klinge wie „0 % in der Sowjetunion“ – reine Rhetorik. Andere unterstellen ihm politische Sympathien und sehen das Statement als Kritik an Präsident Biden. Die Wahrheit liegt wohl dazwischen: NVIDIA steht exemplarisch für die Folgen der globalen Technologiekonfrontation. Die KI-Industrie wird zunehmend geopolitisch, und Unternehmen wie NVIDIA werden zu Spielbällen zwischen Supermächten.

Ob Huang mit Blackwell ein Comeback in China gelingt, ist ungewiss. Der Bedarf an Hochleistungs-KI bleibt riesig, aber die Spielregeln haben sich geändert. Vielleicht ist „null Prozent“ kein Endpunkt, sondern eine Zwischenbilanz in einem Markt, der sich gerade neu erfindet – diesmal ohne die einst unangefochtene Dominanz von Team Green.

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1 kommentar

Tensor January 3, 2026 - 5:20 pm

Wette: Es kommt ein Blackwell-D mit künstlich gedrosselter Bandbreite. Entweder nützlich oder Briefbeschwerer 😅

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