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Hähnchen, Soju und harte Fakten: Was Huangs Korea-Trip über NVIDIAs KI-Lieferkette verrät

von ytools
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Jensen Huang, CEO von NVIDIA, ist für die APEC-Woche in Südkorea gelandet – und hat einen Hochrisiko-Geschäftstrip in eine sehr menschliche Episode verwandelt. Zwischen Protokoll, Politik und PowerPoint stand er plötzlich in einer bodenständigen Kneipe, reichte knuspriges koreanisches Hähnchen, stieß mit Bier und Soju an und plauderte locker mit Gästen.
Hähnchen, Soju und harte Fakten: Was Huangs Korea-Trip über NVIDIAs KI-Lieferkette verrät
Die Bilder gingen in koreanischen sozialen Medien herum, doch hinter dem Wohlfühlmoment steckt eine klare Botschaft: NVIDIA vertieft seine Präsenz in Asien, und Samsung wie Hyundai sind für die nächste Wachstumsphase der KI-Industrie zentral.

Huangs Kalender war gnadenlos: Direkt nach einem seiner prägendsten Keynotes in den USA ging es weiter nach Seoul, wo APEC traditionell als Brücke zwischen Ost und West fungiert. Das politische Scheinwerferlicht war heller als sonst, nicht zuletzt wegen eines hochrangigen Treffens zwischen führenden Staatschefs. Auf der Business-Seite drehte sich die Agenda um Versorgungssicherheit, Halbleiterkapazitäten und die Zukunft der Beschleuniger-Rechenzentren. In genau diesem Kontext traf Huang auf Samsung-Chairman Lee Jae-yong und den Hyundai-Motor-Präsidenten Chung Eui-sun – zwei Gesprächspartner, die sinnbildlich für Speicher+Foundry und Mobilität+Robotik stehen.

Die Fotos, die am meisten Resonanz erzeugten, stammten nicht aus Konferenzräumen, sondern vom Restauranttresen: Huang verteilt Teller, hebt Gläser, lacht mit koreanischen Spitzenmanagern. Er mischte sich zudem unter Passanten – darunter Anleger, die ihre Kursgewinne nach NVIDIAs Höhenflug Richtung Multi-Billionen-Bewertung mit einem Augenzwinkern feierten. Charmant, ja – aber auch strategisch: Der CEO signalisiert, dass NVIDIA die unsichtbaren Leitungen der KI-Ära sichern will – von High-Bandwidth-Memory über Interconnects bis zu fortgeschrittener Chip-Verpackung.

Auf der operativen Ebene rückt Samsung enger an Team Green. Das Konglomerat hat bei HBM3E, der ultraschnellen Speicherklasse für moderne Beschleuniger, entscheidend aufgeholt; zugleich taucht Samsung Foundry im NVLink-Ökosystem auf. NVLink ist kein nettes Logo, sondern das Nervensystem für kohärente Multi-GPU-Setups: je größer die Modelle und je länger die Kontextfenster, desto kritischer werden Speicherbandbreite und Latenz – und damit 2,5D/3D-Packaging, Interposer und gestapeltes Silizium. Übersetzt: Wer morgen KI in industriellem Maßstab liefern will, muss heute Interconnect und Packaging im Griff haben.

Warum also gerade jetzt stark auf Samsung setzen? Diversifizierung und Durchsatz. KI saugt HBM-Kapazität auf, verlangt ausgereifte Packaging-Flows und alternative Routen, falls einzelne Lieferanten überlastet sind. SK hynix und TSMC bleiben Grundpfeiler, doch eine tiefere Einbindung Samsungs reduziert Engpassrisiken und erhöht die Wahrscheinlichkeit, Volumen wirklich an den Start zu bringen. Marktgerüchte sprechen von einer größeren Kooperation am Horizont; sollte sie greifen, dürfte sie mehrere Schichten umfassen – von HBM-DRAM über Packaging-Innovationen bis zu ergänzenden Foundry-Services.

Auch Hyundai ist mehr als eine Fußnote. Das Auto wird zur Softwareplattform auf Rädern, die Fabrik zum KI-nativen Umfeld. Fahrerassistenz, In-Cabin-Modelle, Qualitätskontrolle mit Computer Vision, autonome Logistik und Roboterzellen – überall verdichten sich die Linien GPU ↔ Roboter ↔ Edge-Cloud. Hyundais Wetten auf Robotik und neue Mobilitätsformen passen zu NVIDIAs durchgängigem Toolstack für industrielle und Automotive-KI. Das Händeschütteln in Seoul deutet auf Projekte, die vom Rechenzentrum bis zur Fertigungslinie reichen.

APEC lieferte die Bühne, die eigentliche Handlung schrieb jedoch die Lieferkette. Während Regierungschefs über Kooperation sprachen, verabredeten Firmen im Hintergrund, wer Speicher liefert, wer Module stapelt und wie Chips miteinander sprechen. Indem Huang öffentlich an der Seite zweier der einflussreichsten koreanischen Entscheider auftrat – bewusst niedrigschwellig, ohne steife Kulisse – machte er deutlich: NVIDIA will Partner nicht nur zum Vertragsabschluss sehen, sondern entlang des gesamten Taktgefüges aus Kultur, Vertrauen, Engineering und Terminplan.

Ja, es gab Hähnchenflügel, klirrende Gläser und pfeffrige Sprüche. Der eigentliche Punkt ist größer: NVIDIA baut eine Multi-Vendor- und Multi-Knoten-Strategie, um das Beschleuniger-Zeitalter auf Kurs zu halten. Samsungs Tempo bei HBM3E und die Aufnahme in das NVLink-Ökosystem deuten auf eine tiefere Verzahnung hin; die Hyundai-Schiene skizziert, wie KI in Mobilität und Produktion explodiert. Wenn Seoul wie eine Party aussah, dann war es die Art Feier, bei der am Nebentisch schon der Produktionsplan für die nächste Rechenwelle geschrieben wird.

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3 kommentare

404NotFound November 27, 2025 - 1:44 am

Hyundai + Robotik ist der echte Sleeper. Da liegt das Geld

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8Elite December 26, 2025 - 2:35 am

Deal-Making 101: Hähnchen + Soju = Milliarden 😂

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turing January 25, 2026 - 11:50 am

NVDA bei Multi-Billionen… mir schwindelt’s

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