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Minisforum MS-R1: ARM-Power, echter PCIe, winziger Footprint

von ytools
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Minisforum MS-R1: ARM-Power, echter PCIe, winziger Footprint

Minisforum MS-R1: Der erste Mini-PC mit China-SoC CIX P1 und echtem PCIe x16 – ARM trifft Workstation-Ambitionen

ARM auf dem Schreibtisch ist keine Sensation mehr. Ein Mini-PC, der ein in China entwickeltes SoC mit einer vollwertigen PCIe 4.0 x16-Erweiterung (elektrisch x8) verbindet, bleibt jedoch eine echte Ausnahme. Genau hier setzt der Minisforum MS-R1 an
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. Das Gerät, erstmals auf der Computex gezeigt, übernimmt das kompakte Gehäuse des MS-01 (196 × 189 × 48 mm, ca. 1,35 kg), steckt aber statt x86 jetzt den CIX Technology P1 hinein – ein 12-Kern-ARM mit integriertem NPU und Immortalis-Grafik. Ziel: die Effizienz eines ARM-Systems mit der Modularität einer kleinen Workstation zusammenbringen.

Die Plattform: 12 Kerne, 6-nm-Fertigung und NPU bis 30 TOPS

Im CIX P1 arbeiten Cortex-A720-Performance-Kerne zusammen mit Cortex-A520-Effizienzkernen, getaktet zwischen 1,8 und 2,6 GHz. Der Chip entsteht im 6-nm-Prozess und besitzt eine dedizierte NPU mit bis zu 30 TOPS für lokale Inferenz – ideal für Bild-/Videopipelines, Sprachmodelle oder Vektor-Suche ohne Cloud-Zwang. Für die Grafik sorgt eine Immortalis-GPU; Datenblätter nennen G710 MC10, während frühe Demos die G720-Familie erwähnten. Unabhängig vom Label reicht das für flüssige Desktops, Medienbeschleunigung und leichtes GPGPU via Vulkan/OpenCL.

Gehäuse, Kühlung, Strom

Äußerlich bleibt alles angenehm bekannt: Der MS-R1 nutzt das servicefreundliche MS-01-Chassis, intern ändert sich jedoch die Charakteristik deutlich. Statt eines heißblütigen Notebook-i9 liefert der ARM-SoC eine sehr gute Performance-pro-Watt – spannend für 24/7-Dienste im Homelab oder am Netzwerkrand. Strom gibt es über USB-PD bis 100 W oder den mitgelieferten 180-W-Adapter; die Reserve hilft, wenn eine Karte im PCIe-Slot oder mehrere Peripheriegeräte dranhängen.

Speicher, Storage und Software

Bestückt wird mit LPDDR5 (5.500 MT/s) in 16/32/64 GB; mit aktivierter ECC-Korrektur bleiben effektiv 12/28/60 GB. Beim Massenspeicher stehen Varianten ohne SSD sowie 512 GB oder 1 TB PCIe-SSD zur Wahl.
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Ab Werk läuft eine angepasste Debian 12-Distribution; wer möchte, installiert reguläres Debian 12/13. Für Entwickler ist das attraktiv: weniger Vendor-Sonderwege, mehr Upstream-Kompatibilität, saubere CI-Images.

Der Clou: ein echter PCIe-Slot in einem ARM-Mini

Der PCIe 4.0 x16-Slot (elektrisch x8) ist die Schlagzeile. In einem ARM-Mini-PC eröffnet er Möglichkeiten, die sonst Einplatinenrechnern verwehrt bleiben: diskrete GPUs für Transcoding oder Inferenz, NVMe-HBAs für dichtes Storage, Erfassungskarten, Spezial-I/O. Natürlich gibt es Stolpersteine: Viele CUDA-Workflows denken x86-erst, ROCm auf aarch64 entwickelt sich, proprietäre Treiber brauchen Geduld. Trotzdem hebt der Slot den MS-R1 vom „Dev-Kit im Kasten“ zum modularen Edge-Knoten.

Anschlüsse wie bei der großen Schwester

  • Netzwerk: zwei 10GbE-Ports plus Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3.
  • Displays & USB: 2× USB-C (USB-PD + DP Alt Mode), 2× USB 3.2 Gen2, 2× USB 2.0, HDMI 2.0, Audio-Buchsen.
  • Maker-Extras: 40-Pin-GPIO, eDP, UART, I2C-Touch, TPM-Header.

Diese Mischung ist selbst bei x86-Minis selten; im ARM-Kosmos ist sie fast exotisch. Damit lässt sich der MS-R1 als Router/Firewall, NAS-Kopf, Kamera-Gateway, Kiosk-Controller oder schlicht als leiser Linux-Entwicklerrechner denken.

Für wen geeignet – und wer eher wartet

Wer Container liebt, mit Ansible/Pulumi jongliert und Linux-First arbeitet, bekommt hier eine spannende Schachtel: Die 30-TOPS-NPU macht lokale Assistenten und Medienanalyse realistischer; Dual-10GbE beschleunigt Ost-West-Traffic im Lab; der PCIe-Slot gibt Aufrüstpfade. Skeptiker erinnern zu Recht: ARM-Desktops stolpern mitunter über Treiberpolitik, Tools mit hartem x86-Bias und proprietäre Apps. Gaming via Proton? Möglich, aber nur mit passender GPU und Geduld – und sicher nicht die Hauptdisziplin dieses Systems.

Das größere Bild

Jenseits der Spezifikationen markiert der MS-R1 auch das Reiferwerden chinesischer Halbleiter. Die einen feiern das als Weggabelung, die anderen warten auf unabhängige Benchmarks. Parallel schiebt ARM weiter in den Desktop, während Intel und AMD mit dedizierten NPUs und Effizienz-Tweaks kontern. Ob man nun „RIP Shintel“ oder „AMDone“ murmelt: Am Ende bedeutet es mehr Auswahl und schärferen Wettbewerb.

Technische Daten im Überblick

  • SoC: CIX Technology P1 (12 Kerne A720/A520, 6 nm, 1,8–2,6 GHz)
  • NPU: bis 30 TOPS
  • GPU: Immortalis (Datenblätter: G710 MC10; frühe Demos: G720)
  • RAM: 16/32/64 GB LPDDR5; mit ECC effektiv 12/28/60 GB
  • Storage: ohne SSD / 512 GB / 1 TB PCIe-SSD
  • Erweiterung: PCIe 4.0 x16, elektrisch x8
  • I/O: 2× USB-C (USB-PD + DP Alt), 2× USB 3.2 Gen2, 2× USB 2.0, HDMI 2.0, Audio
  • Netz: 2× 10GbE, Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3
  • Maker: 40-Pin-GPIO, eDP, UART, I2C-Touch, TPM-Header
  • Power: USB-PD bis 100 W; Netzteil 180 W
  • OS: Debian 12 (Custom), Support für Debian 12/13
  • Status: Preis/Verfügbarkeit noch offen

Zwischenfazit: Ein seltener ARM-Desktop, der echte Aufrüst-Optionen bietet. Für ARM-Neugierige mit Bastelherz landet der MS-R1 ganz oben auf der Shortlist.

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4 kommentare

Ninja December 11, 2025 - 1:35 pm

RIP Shintel? Mal abwarten, Benchmarks zuerst 😉

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Conor December 12, 2025 - 11:35 am

Hardware top, jetzt bitte noch saubere aarch64-Treiber…

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Interlude December 13, 2025 - 7:05 pm

China-Silizium wird erwachsen – das ist kein Experiment mehr 🔥

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FaZi January 5, 2026 - 8:20 am

Sieht mega spannend aus, aber ARM-Treiber… ich rieche Gefrickel 😅

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