
Galaxy S26 wird teurer: warum die Preise steigen könnten – und wie Samsung den Effekt dämpfen kann
Mit jedem Flaggschiff-Jahr stellt sich dieselbe Frage: Was kostet das nächste Galaxy? Bei der S25-Familie hielt Samsung in den USA die bekannten Marken: 799 US-$ für das Basismodell, 999 US-$ für das Plus und 1.299 US-$ für das Ultra. Für 2026 sieht die Lage jedoch rauer aus. Entlang der Lieferkette steigen zentrale Posten des Bill of Materials, weshalb beim Galaxy S26 ein moderater Aufpreis inzwischen realistischer wirkt als noch vor ein paar Monaten.
Was genau teurer wird – und weshalb
Die Signale aus Berichten und Zulieferkreisen sind erstaunlich deckungsgleich. SoCs/Chipsets liegen rund 12 % höher als im Vorjahr, Kameramodule verteuern sich um etwa 8 %, und LPDDR5-Mobil-RAM schießt um 16 % und mehr nach oben. Letzteres ist der dickste Brocken: Weil viele Fabs Kapazitäten in High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Server umlenken, wird klassische Mobile-DRAM knapp. Das Ergebnis: längere Vorlaufzeiten, höhere Stückpreise – und für Smartphone-Hersteller die unschöne Wahl zwischen „mehr bezahlen“, „später liefern“ oder „Spezifikationen abspecken“. Für ein Aushängeschild wie die S-Serie ist keiner dieser Wege attraktiv.
Unterm Strich wirkt die Nachfrage nach KI-Infrastruktur nicht wie ein Buzzword, sondern wie ein handfester Verschiebebahnhof in der Halbleiterwelt. Branchenbeobachter erwarten, dass dieses Tauziehen bis weit ins Jahr 2026 anhält. Selbst wenn die Ausbeuten steigen, dreht sich die Priorisierung nicht über Nacht zurück – genau das Zeitfenster, in dem die S26-Produktion läuft.
Line-up und Timing
Die Aufstellung bleibt voraussichtlich übersichtlich: Galaxy S26, S26+ und S26 Ultra. Gedankenspiele zu „Pro“- oder „Edge“-Varianten gelten als abgelegt. Das reduziert Komplexität, bündelt Einkaufsvolumen und hilft in Phasen straffer Lieferketten. Als Launchtermin kursiert weiterhin 25. Februar in San Francisco – ein kleiner Schlenker im Kalender, plausibel erklärt durch Zertifizierungen und Logistik.
Wieviel Aufpreis ist realistisch?
Falls Samsung den Hebel umlegt, ist ein Aufschlag von 50 bis 100 US-$ je Modell das wahrscheinlichste Szenario – keine Generalüberholung der Preisklasse. Traditionell federt der Konzern höhere Listenpreise über Trade-in-Gutschriften, Carrier-Deals, Pre-Order-Bundles und clevere Speicherstufen ab. Es wäre daher keine Überraschung, wenn die Schaufensterzahl wettbewerbsfähig bleibt, während der effektive Preis für Upgrade-Kundinnen und -Kunden nah an S25 heranrückt.
Marktstimmung: Skepsis trifft Upgrade-Müdigkeit
Parallel dazu kippt die Stimmung vieler Käuferinnen und Käufer in Richtung „erst zeigen, dann zahlen“. Nach Jahren inkrementeller Kamera- und CPU-Verbesserungen empfinden nicht wenige die Preissprünge als größer als die Alltagsgewinne. Der Satz „wegen KI wird alles teurer“ sorgt eher für Augenrollen: Wenn der KI-Hype abkühlt oder die Versorgungslage sich normalisiert – gehen die Preise dann wieder runter, oder bleibt die neue Latte stehen? Angesichts von Entlassungsmeldungen und stagnierenden Löhnen in einigen Märkten strecken viele Nutzer ihren Wechselzyklus ohnehin auf drei bis vier Jahre. Der Refurb-Markt profitiert, Neugeräte müssen Mehrwert greifbar machen.
Warum Samsung trotzdem anheben dürfte
Auf Flaggschiff-Niveau lassen sich zweistellige Kostensteigerungen über mehrere Kernkomponenten nicht dauerhaft kompensieren. Vertikale Integration, langfristige RAM-Verträge und eine rationalisierte Kamerastack-Architektur helfen, löschen die Mathematik aber nicht aus. Zudem setzt die S26-Generation stärker auf On-Device-AI und Computational Photography – beides verschlingt schnellen Arbeitsspeicher und leistungsfähige ISP/NPU. Genau dort zieht der Markt gerade an.
Strategien, die den Schmerz lindern
- Trade-in hochfahren: garantierte Eintauschwerte für S23/S24 (besonders Ultra/Plus) neutralisieren einen 50–100-Dollar-Hub für Stammkundschaft.
- Speicher sweet spot: 256 GB als Standard im Basismodell oder ein günstiger Sprung auf 512 GB schafft gefühlten Mehrwert ohne nominelle Preissenkung.
- Carrier-Taktik: Ratenpläne, die die Monatsrate auf S25-Niveau halten, dämpfen die Preissensibilität, selbst wenn die UVP steigt.
- Regionale Pakete: In preissensiblen Ländern eher Bundles als nackte UVP-Erhöhung; in Premium-Märkten Fokus auf Speicher/Service-Mehrwert.
- Software-Versprechen: Längere Update-Zyklen und KI-Features mit echtem Alltagseffekt stützen die Zahlungsbereitschaft.
Worauf bis zum Event zu achten ist
Drei Indikatoren erzählen die Wahrheit: (1) DRAM- und Kameramodul-Kontrakte für Q1/Q2 2026, (2) Leaks zu Standard-Speicher und Pre-Order-Goodies, (3) die Antwort von Apple und chinesischen OEMs auf ihren Frühjahrs-Flaggschiffen. Kühlt RAM schneller ab als gedacht, hat Samsung Luft zum Halten. Bleibt der Druck, droht ein kontrollierter Schritt nach oben – flankiert von ungewöhnlich üppigen Incentives zum Start.
Fazit
Die Ausgangslage für das Galaxy S26 ist spürbar härter als beim S25: Chipsets ~12 % teurer, Kameras ~8 %, LPDDR5 16 %+. Eine moderate UVP-Erhöhung wirkt deshalb zunehmend wahrscheinlich. Ob sie akzeptiert wird, entscheidet weniger die Zahl auf der Folie als der Nettopreis nach Trade-in und Bundles – und ob Samsungs „On-Device-AI“ tatsächlich tägliche Vorteile liefert statt bloßer Präsentationsfolien. Gelingt das, folgt der Markt zähneknirschend. Wenn nicht, wächst die Kritik an immer teureren Premium-Phones bei stagnierenden Budgets.
1 kommentar
Bleibe beim S22, Akku tauschen und gut. On-Device-AI macht meine Termine auch nicht