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SSD-Preise ziehen an: KI schreibt die Regeln im NAND-Markt neu

von ytools
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SSD-Preise ziehen an: KI schreibt die Regeln im NAND-Markt neu

SSD-Preise ziehen an: Wie der KI-Boom den NAND-Markt umkrempelt

Wer dachte, dass Arbeitsspeicher zuletzt teuer geworden ist, sollte sich auf den nächsten Preisschub gefasst machen: SSDs rücken in den Fokus. Nach dem turbulenten DRAM-Zyklus heizt sich nun der Markt für NAND-Flash auf – das Fundament nahezu aller Consumer-SSDs und vieler Datacenter-Laufwerke. Der Controller-Spezialist Phison spricht sogar von einer „schockierenden“ Lage: Die aktuelle Speicherphase sei in dieser Form noch nicht erlebt worden.

Warum gerade NAND – und warum jetzt?

Künstliche Intelligenz frisst nicht mehr nur GPUs, sondern inzwischen auch Speicher und Storage. Um große Sprachmodelle (LLMs) mit niedriger Latenz zu bedienen, werden Modelle vermehrt lokal auf SSDs vorgehalten. Das verkürzt den Kaltstart und reduziert Netzwerkrisiken. Jeder neue Checkpoint, jedes Feintuning und jedes Modell-Update bedeutet zusätzliche Schreibvorgänge – und damit wachsenden Bedarf an Kapazität und Haltbarkeit.

Aus Phisons Q3-Einblicken geht hervor: Das ist kein gewöhnlicher Aufschwung. Die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASPs) für TLC-NAND sind innerhalb weniger Monate um 50–75 % gestiegen. Solche Bewegungen schlagen schnell im Handel durch – zuerst bei großen Kapazitäten wie 2 TB und 4 TB, dann im restlichen Portfolio.

Von der Duerre zur Flut

Ironisch: Noch vor kurzem litten NAND-Anbieter unter einer Nachfrageduerre. Pandemiebedingte Lagerueberhaenge, verhaltene Kunden und niedrige Margen bremsten den Ausbau. Fabs liefen unterausgelastet, Investitionen wurden aufgeschoben. Nun schwingt das Pendel auf die Gegenseite: KI-Inferenz treibt die SSD-Nachfrage quer durch Hyperscaler-Rechenzentren bis an den Edge. Der Markt ist angespannt und entspannt sich nicht uebers Wochenende. Selbst wenn Wafer-Starts steigen und weitere Schichtzahlen kommen: Kapazitaet braucht Quartale, keine Wochen. Parallel sichern sich Enterprise-Kaeufer Kontingente – das hebt den Preisboden und engt den Consumer-Kanal ein.

Was bedeutet das fuer Aufruester?

Die DRAM-Geschichte wiederholt sich: Viele rechneten mit sanfter Teuerung und sahen am Ende verdoppelte Preise bestimmter Kits. Bei SSDs koennte es aehnlich laufen. Wer 2 TB oder 4 TB fuer Gaming, 4K/8K-Schnitt oder lokale KI-Laeufe plant, sollte wissen: Groessere Kapazitaeten ziehen zuerst an. Einsteiger-Modelle haengen oft noch nach, doch sobald die Kanalbestaende schrumpfen, schliesst sich die Schere schnell.

Ja, Verkaufsaktionen bleiben – aber die Basis, von der der Rabatt abgezogen wird, liegt inzwischen hoeher. Das Banner zeigt vielleicht –20 % oder –30 %, der Kassenbon fuehlt sich jedoch weniger nach „2024-Schnapper“ an. Uebersetzt: Angebote gibt’s, nur seltener zum alten Gefuehlspreis.

Techniktreiber hinter dem Preissprung

  • Modell-Preload: LLMs werden lokal auf SSDs gelegt, um Latenz und Netzwerklast zu senken.
  • Mehr Schreiblast: Fine-Tuning, Quantisierung und haeufige Updates erhoehen die Write-Zyklen – das beschleunigt Erneuerungen und treibt Kapazitaetsbedarf.
  • TLC/QLC-Mix: TLC dominiert performancekritische Tiers und haelt die ASPs hoch, QLC waechst bei Archiven und Content-Pools – beide profitieren vom KI-Schub.
  • Gezuegelte Expansion: Nach mageren Jahren investieren Hersteller vorsichtig; Ramp-ups dauern und lassen die Angebotsseite traege reagieren.

So kaufst du clever im Aufwaertstrend

  1. Kapazitaet vorziehen: Wenn 2–4 TB in den naechsten Monaten faellig sind, koennen saisonale Deals heute attraktiver sein als morgige Listenpreise.
  2. Auf Haltbarkeit achten: Fuer lokale Inferenz, Scratch-Disks und Render-Workflows zaehlen TBW und Garantiebedingungen mehr als ein Peak in Benchmarks.
  3. Nicht nur Topspeed jagen: Gen4/Gen5-Boliden sind nett, doch im ASP-Auftrieb liegt das Preis-Leistungs-Sweet-Spot oft eine Klasse darunter.
  4. Enterprise-Bedarf beobachten: Wenn Datacenter schlucken, wird der Consumer-Kanal kurz danach duenn.

Das grosse Bild

Der KI-Magnet ordnet den Compute-Stack neu – von Strom und Cooling ueber Interconnects bis Memory & Storage. Fertiger werden nachziehen, aber bis spuerbare Zusatzkapazitaet laeuft, bleibt das Grundszenario preistreibend. Falls dich der DRAM-Anstieg kalt erwischt hat, ist dies die fruehe Warnung fuer SSDs.

Nach Jahren mit schmalen Margen kippt der Zyklus: Jetzt holen NAND-Anbieter wieder Luft – und Preise.

Fazit: Deals verschwinden nicht, doch „billig“ hat seinen Massstab veraendert. Plane Upgrades nach realem Bedarf: Wenn der Preis fuer die richtige Kapazitaet fair wirkt, warte nicht auf das Fabelwesen „Super-Sonderrabatt“.

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2 kommentare

BenchBro January 6, 2026 - 3:20 pm

Black Friday sieht gut aus, aber die Basispreise sind höher geworden

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Conor January 8, 2026 - 7:20 am

Wollte gerade 4 TB kaufen… tja, zu spät 😭

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