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HBS von SK hynix: mehr Bandbreite für mobile KI ohne TSV

von ytools
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SK hynix arbeitet an einem Hybrid aus Speicher und Massenspeicher, der exakt jenes Nadelöhr adressiert, das heutige Smartphones bei KI bremst: den Datenfluss. Das Konzept heißt High Bandwidth Storage (HBS) und bringt DRAM und NAND in einem einzigen, eng verdrahteten Paket zusammen.
HBS von SK hynix: mehr Bandbreite für mobile KI ohne TSV
Wenn HBM das Raketen­treibstoff-Äquivalent für Rechenzentren ist, will HBS der effiziente Turbolader für On-Device-KI in der Hosentasche sein.

Was hinter HBS steckt

Technisch kombiniert HBS bis zu 16 gestapelte Ebenen aus DRAM und NAND, verbunden über Vertical Fan-Out (VFO). Im Unterschied zum üblichen, gebogenen Wire-Bonding verlaufen die Leitungen bei VFO nahezu geradlinig. Der Weg wird kürzer, Signalverluste und Latenzen sinken, zugleich lassen sich deutlich mehr I/O-Kanäle herausführen. Diese drei Effekte addieren sich zu spürbar höherer effektiver Bandbreite und schnelleren Transfers zwischen Paket und Anwendungsprozessor.

Warum das für mobile KI zählt

Generative Modelle sind kaum jemals rechnerisch allein limitiert; die Bandbreite wird zum Flaschenhals. Große Kontextfenster, viele Parameter, Kamerastreams und Audiodaten müssen kontinuierlich bewegt werden. Das traditionelle Duo aus LPDDR (Arbeitsspeicher) und UFS (Massenspeicher) reißt hier eine Lücke auf: Es wird ständig umkopiert, die Recheneinheiten warten. HBS schließt die Lücke, indem es DRAM-Tempo und NAND-Kapazität in einem Paket zusammenbringt – weniger Leerlauf, mehr Inferenz: Bildverarbeitung, Super-Resolution, lokale Assistenten, Transkription und Übersetzung profitieren direkt.

VFO statt TSV: Kosten und Ausbeute

Der Clou: Anders als HBM kommt HBS ohne TSV aus, also ohne durch die Chips gebohrte Durchkontaktierungen. Das vereinfacht die Fertigung, verbessert die Yield-Raten und drückt die Kosten – ein entscheidender Punkt, wenn nicht nur Ultra-Premium-Geräte profitieren sollen. Das HBS-Paket ist dafür ausgelegt, direkt neben dem SoC auf der Hauptplatine zu sitzen, ohne exotische Leiterbahnführung.

Wer könnte den Anfang machen?

Offizielle Partner nennt SK hynix noch nicht. Naheliegend ist ein kommender Flaggschiff-SoC – etwa ein kolportierter Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro mit LPDDR6 und UFS 5.0. Der Speichercontroller müsste DRAM-Verkehr und NAND-gestützte Datenströme klug takten, mit Prefetch-, Kompressions- und Platzierungsstrategien, die zur Last passen. Der Mehrwert zeigt sich in der Praxis: flottere Kamera-KI (Semantik, Nachtmodus, Rauschreduktion), Assistenten ohne „Stocken“, schnellere lokale Diktat- und Übersetzungsfunktionen.

Kontext: Apple und der HBM-Pfad

Aus dem Apple-Ökosystem ist zu hören, dass man für künftige Geräte HBM mit TSV sondiert, um noch schwerere Modelle lokal zu stemmen – maximale Bandbreite, aber auch höhere Komplexität und Kosten. HBS setzt einen anderen Akzent: ein pragmatischer Bridge-Ansatz zwischen Speicher und Massenspeicher, der Bandbreite steigert, ohne den TSV-Aufpreis zu zahlen, und damit leichter in Stückzahlen skaliert.

Herausforderungen in der Realität

Dichte Stacks verlangen saubere Thermik und Energieverwaltung. Firmware und Treiber müssen vorladen, bündeln und platzieren, ohne das System in Thrashing zu treiben. Sicherheit ist ebenso Pflicht: Durchgängige Verschlüsselung, Isolierung sensibler Bereiche und Schutz von Modell-Caches und Nutzerdaten sind gesetzt. Trotzdem ist die Richtung klar: Bei mobiler KI verlagert sich das Limit von TOPS hin zu Datenbewegung – und HBS setzt genau dort an.

Fazit

Gelingt die Serienreife, könnte HBS die nächste Stufe für echte On-Device-KI zünden – schneller, stabiler, öfter offline. Technischer Fortschritt mit wirtschaftlichem Realismus. Und zur Überschrift am Rande: Gemeint ist der Boost, nicht „Boots“ – auch wenn’s ähnlich laut klingt.

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2 kommentare

Markus December 17, 2025 - 2:35 pm

Wenn das ohne TSV klappt, könnte die Technik auch in Oberklasse UND Mittelklasse landen. Klingt spannend

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SamLoover January 4, 2026 - 4:50 am

Klingt auf Folien super. Zeigt Benchmarks und Energieaufnahme – dann reden wir weiter

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