Neues Design, knalliges Cosmic Orange – und eine stille Revolution im Inneren: Beim iPhone 17 Pro bricht Apple mit einer alten Tradition und liefert erstmals dasselbe Spitzenmodell mit zwei unterschiedlichen Akku-Größen aus, je nach Verkaufsregion. Dort, wo die Geräte ausschließlich mit eSIM verkauft werden, fließt der Platz des entfallenen Nano-SIM-Schachts direkt in zusätzliche Akkukapazität. Klingt nach einem simplen Gehäuse-Tetris – ist in der Praxis aber messbar. 
Wir haben die eSIM-Variante des iPhone 17 Pro durch unseren kompletten Laufzeit-Parcours geschickt und sie mit dem technisch sonst identischen Modell inklusive SIM-Schacht verglichen.
Warum es zwei Akku-Varianten gibt
Die eSIM-Offensive von Apple läuft seit Jahren, doch die 17er-Generation zieht die Schraube fester. In Bahrain, Kanada, Guam, Japan, Kuwait, Mexiko, Oman, Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den USA und den Amerikanischen Jungferninseln kommt das iPhone 17 Pro (genauso wie das 17 Pro Max) ohne physischen SIM-Slot in den Handel. Der freigewordene Hohlraum wird nicht leer gelassen, sondern mit Batteriezellen gefüllt. In Regionen, in denen der SIM-Schacht bleibt, ist folglich auch die Zelle kleiner – obwohl Chip, Display und Gehäuseabmessungen identisch sind.
Was Apple verspricht – und was unsere Messungen zeigen
Auf der September-Bühne sprach Apple von bis zu zwei zusätzlichen Stunden Videowiedergabe für die eSIM-Modelle. Nur: Der Alltag besteht nicht nur aus Netflix-Marathons. Uns interessiert vor allem Surfen, Telefonie und Gaming. Genau deshalb haben wir die eSIM-Version direkt nach dem Auspacken nach unserem bewährten Protokoll getestet – bei reproduzierbaren Rahmenbedingungen für Helligkeit, Netz und Temperatur – und sie dem Schwestermodell mit Nano-SIM gegenübergestellt.
Technische Eckdaten der Testgeräte
- iPhone 17 Pro (eSIM, A3256): 4.252 mAh Akku
- iPhone 17 Pro (Nano-SIM, A3523): 3.998 mAh Akku
- Kapazitätsplus: rund +6,35 % zugunsten der eSIM-Variante
Die Ergebnisse im Überblick
| Test | iPhone 17 Pro eSIM (4.252 mAh) | iPhone 17 Pro Nano-SIM (3.998 mAh) | Delta |
|---|---|---|---|
| Active Use Score | 16:12 | 15:23 | +49 Min (~+5,3 %) |
| Gespräche | 24:01 | 23:14 | +47 Min (~3 %) |
| Web-Browsing | 13:41 | 12:39 | +1:02 Std |
| Video-Streaming | 22:40 | 22:47 | −7 Min |
| Gaming | 10:58 | 10:14 | +44 Min |
Wo man den Unterschied tatsächlich spürt
Telefonie: kleine, aber nützliche Reserve
Traditionell rangiert das iPhone bei Dauergesprächen nicht ganz oben. 24:01 Stunden sind deshalb ein willkommenes Polster: kein Gamechanger, aber genau das Quäntchen Extra, das lange Hotline-Schichten, Dienstreisen oder Familiencalls entspannter macht.
Surfen: der Star des Alltags
Den größten Sprung sehen wir im Browser. 13:41 statt 12:39 – eine gute Stunde mehr. Darin stecken viele Seitenaufrufe, Push-Wellen, Script-Orgien und Handover zwischen WLAN und Mobilfunk. Kurz: Genau jene Mischlast, die moderne Telefone am häufigsten erleben. Wer pendelt, News liest und parallel chattet, merkt diese Stunde sofort.
Video: die Bühne, auf der es keinen Triumph gibt
Beim Videoloop bleibt es beim Patt – mit einem Hauch Nachteil für das eSIM-Gerät (22:40 vs. 22:47). Wir haben mehrfach neu vermessen, das Bild blieb stabil. Beide halten extrem lange durch, aber der von Apple skizzierte Zwei-Stunden-Vorsprung spiegelt sich in unserem Setup nicht wider. Das deutet darauf hin, dass Thermik, Displaytakt und Streaming-Pfad hier limitieren, nicht die reine Kapazität.
Gaming: spürbar mehr Luft nach oben
10:58 Stunden sind für ein Hochleistungs-Phone eine Ansage – und 44 Minuten Vorsprung bei GPU-/CPU-Last sind Gold wert. Wer gerne länger zockt, profitiert von weniger abruptem Absturz des Akkustands gegen Ende der Session und von stabileren Frames ohne Angst vor dem roten Symbol.
Active Use Score: die eine Zahl, die alles bündelt
Der Active Use Score fasst typische Aktiv-Szenarien zusammen. Die eSIM-Variante kommt auf 16:12 und damit auf 49 Minuten Plus gegenüber 15:23. Rechnet man die 6,35 Prozent mehr Kapazität gegen, landet man bei einem Effizienzgewinn von rund 5,3 Prozent. Das ist realistisch: Nicht jede Last skaliert linear mit mAh. Modemverhalten, Display-Driver, Scheduler, Hintergrunddienste und das Energie-Management der Plattform mischen kräftig mit.
Wo gibt es den größeren Akku?
Wer in Bahrain, Kanada, Guam, Japan, Kuwait, Mexiko, Oman, Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den USA oder auf den Amerikanischen Jungferninseln kauft, erhält beim iPhone 17 Pro und 17 Pro Max die größere Zelle. In Märkten mit Nano-SIM-Schacht steckt die kleinere Batterie im Gehäuse – und damit auch ein minimal reduziertes Ausdauerprofil.
Und das iPhone 17 Pro Max?
Die Logik bleibt: kein Schacht, mehr Volumen, größere Zelle. Unser detaillierter Durchlauf betraf das 17 Pro; wer in einem eSIM-Markt zum Pro Max greift, darf ein ähnliches Muster erwarten: klare Vorteile beim Surfen und Zocken, leicht bessere Telefonie, beim Video praktisch Gleichstand.
Sollte Apple global auf eSIM umstellen?
Aus Hardware-Sicht ist die Antwort offensichtlich: mehr Platz für Batterie ist immer ein Gewinn. Die Hürden liegen bei Regulierung und Carrier-Infrastruktur. Sobald Apple weltweit auf eSIM setzt, verschwindet die seltsame Situation, dass ein und derselbe Premium-iPhone-Typ je nach Region eine andere Laufzeit hat.
Der Blick nach vorn: Silizium-Carbon als nächster Hebel
In der Akku-Forschung gilt Silizium-Carbon als möglicher Schritt zu höherer Energiedichte. Wenn diese Anodentechnik in die breite Smartphone-Serie durchrutscht, könnten die Zugewinne deutlich größer ausfallen als das, was ein freigeräumter SIM-Schacht ermöglicht. Konkrete Signale fürs iPhone gibt es aktuell nicht – der eSIM-Weg ist der pragmatische, sofort nutzbare Fortschritt: mehr Raum, mehr Kapazität, mehr Stunden.
Fazit
Das iPhone 17 Pro als eSIM-Modell punktet nicht nur auf dem Datenblatt. Es hält bei den relevanten Alltagsaufgaben länger durch: deutlicher Vorsprung im Web, spürbarer Puffer beim Gaming, leicht bessere Telefonie und beim Video ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Unterm Strich steht ein Plus von etwa 5,3 % im Active Use Score – fundiert durch 6,35 % mehr Kapazität. Wenn Ihr Markt die eSIM-Variante anbietet, kaufen Sie letztlich Zeit. Und Zeit ist im Smartphone-Alltag der wertvollste Luxus.
1 kommentar
Cosmic Orange? Mutig. Nehm ich trotzdem in Schwarz 😂