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Vier RTX 5090 in einem Gehäuse: Leistung, Kühlung und die Realität

von ytools
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Vier RTX 5090 in einem Gehäuse: Leistung, Kühlung und die Realität

Vier RTX 5090 in einem Gehäuse: Leistung, Kühlung und Realität

Manche PC-Bauten beeindrucken leise. Dieser hier jedoch schreit förmlich nach Aufmerksamkeit. Ein Reddit-Nutzer hat Fotos seiner Workstation gepostet, in der er vier ASUS ROG Astral GeForce RTX 5090 Grafikkarten in einem einzigen Gehäuse untergebracht hat, wodurch der gesamte Innenraum nahezu vollständig ausgefüllt wird. Die Frage „Kann es Crysis spielen?“ klingt dabei fast schon veraltet. Die wahre Frage hier lautet: Hält dieser gigantische PC dem Druck stand, ohne zu überhitzen, zu brennen oder die Stromversorgung zu sprengen?

Was steckt drin?

Das Herzstück des Systems ist eine Intel Xeon Plattform, die von einem AIO (All-in-One) Kühler mit 240/360mm gekühlt wird. Um die vier ROG Astral RTX 5090 Karten unterzubringen, hat der Nutzer PCIe 5.0 Riser-Kabel verwendet, die die GPUs in eine zweite Kammer des Gehäuses verlagern, um dem Motherboard mehr Platz für eine bessere Luftzirkulation zu geben. Doch das hat auch seinen Preis: Die vier gigantischen Karten nehmen fast drei Viertel des Gehäuses ein, wodurch nur noch wenig Platz für das Netzteil und die Kabel bleibt.

Die Stromrechnung, die Elektriker zum Schwitzen bringt

Jede GeForce RTX 5090 kann unter Vollast bis zu 600W Strom ziehen. Multipliziert man das mit vier, kommt man auf 2400W nur für die GPUs, ohne die Leistung des Prozessors, des Arbeitsspeichers und anderer Komponenten zu berücksichtigen. In der Praxis wird der Stromverbrauch insgesamt sogar leicht über 3000W liegen. Das erklärt, warum viele Beobachter sofort auf das Netzteil aufmerksam wurden: Statt eines einzigen Netzteils nutzt der Nutzer zwei GreatWall BlackBox 2400W 80+ Platinum Modelle, die jeweils an einer Seite des Gehäuses angebracht sind. Eine intelligente, aber auch sehr risikobehaftete Lösung.

Wer plant, diesen PC an eine Standardsteckdose mit 110-120V und 15A anzuschließen, wird schnell den Stromkreis überlasten. Eine solche Maschine muss an eine entsprechend leistungsfähige Steckdose angeschlossen werden, wie etwa 220-240V, um sicher betrieben werden zu können.

Kühlung und das 16-Pin-Problem

Offene Kühler funktionieren gut, wenn sie genügend Platz haben, um kalte Luft anzusaugen und die heiße Luft effizient abzuführen. Wenn man jedoch vier dieser Giganten nebeneinanderstellt und sie in einem kompakten Gehäuse unterbringt, stoßen selbst die besten Lüfter an ihre Grenzen. Deshalb empfehlen viele erfahrene PC-Bauer, bei Multi-GPU-Setups lieber auf Blower-Karten (mit Ventilatoren) zurückzugreifen, die gezielt warme Luft nach draußen leiten. Doch die größte Sorge sind die 16-Pin-Anschlüsse.

Der 12V-2×6 (oder 12VHPWR) 16-Pin-Anschluss ist sicherer als frühere Versionen, aber auch dieser erfordert Vorsicht. Zu enge Biegungen der Kabel oder ein unsachgemäß eingesteckter Stecker können zu einem Brand führen. Jede der vier Karten braucht einen solchen 16-Pin-Anschluss, was bedeutet, dass ein kleiner Fehler bei der Installation fatale Folgen haben kann.

Ist das gut für Spiele? Eher nicht

Obwohl dieser PC theoretisch in der Lage sein könnte, Spiele mit vier RTX 5090 Karten zu spielen, nutzt die Mehrzahl der modernen Spiele nicht die volle Leistung von Multi-GPU-Setups. SLI ist für aktuelle Spiele praktisch tot, und viele Spiele skalieren nicht über eine einzige GPU hinaus. Wo diese Konfiguration jedoch Sinn macht, sind Aufgaben wie KI, Rendering in großen Maßstäben und wissenschaftliche Berechnungen, die mehrere GPUs benötigen. Für Spiele ist dieser PC eher eine teure Flex und weniger eine praktische Wahl.

Der Preis der Extravaganz

Die ASUS ROG Astral RTX 5090 kostet aktuell etwa $3.300 pro Stück, was bedeutet, dass der Preis für die vier GPUs bei rund $13.000 liegt. Wenn man die Netzteile, Riser, das Xeon-Setup und das Gehäuse mit einbezieht, wird dieser PC schnell zu einer echten Workstation mit einem Preis, der mehr an professionelle Anwendungen erinnert. Und das alles, ohne die laufenden Stromkosten und den Aufwand für die Kühlung zu berücksichtigen.

Was die Leute sagen

  • Technische Details: Der Build verwendet zwei GreatWall BlackBox 2400W Netzteile, nicht nur eines.
  • Kühlung: Offene Kühler in einem engen Gehäuse sind keine gute Wahl. Blower-Karten wären hier effizienter.
  • Stromverbrauch: Um diese Maschine sicher zu betreiben, sind leistungsstarke Steckdosen erforderlich.
  • Steckverbindungen: 16-Pin-Anschlüsse erfordern eine perfekte Installation ohne scharfe Biegungen.
  • Verwendung: Dieser PC ist ideal für KI und wissenschaftliche Berechnungen, aber nicht für Spiele.

Fazit

Diese Konfiguration ist ein wahres Meisterwerk der Technik. Als Alltagssystem ist sie jedoch eher ein Experiment als eine praktische Lösung. Wenn der Nutzer es schafft, die Kühlung und Kabel perfekt zu managen, wird dieser PC nicht nur ein Prachtexemplar an Leistung sein, sondern eine echte Arbeitsmaschine. Andernfalls wird er zu einer Ansammlung von heiß werdenden, lauten GPUs mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für Überhitzung und Ausfall.

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2 kommentare

David December 6, 2025 - 4:44 pm

Offene Kühler in einem engen Gehäuse? Das wird ein Ofen, lol

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SunnySide January 3, 2026 - 3:50 pm

Die silberne Box ist kein Netzteil, da sind zwei GreatWall BlackBox 2400W verbaut. Geniale Konstruktion!

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