Xiaomi stellt seinen gewohnten Fahrplan auf den Kopf: Das Xiaomi 17 Ultra soll deutlich früher erscheinen als sein Vorgänger und könnte damit eines der ersten großen Android-Flaggschiffe der kommenden Generation werden. 
Für Fans der Marke ist das eine spannende Entwicklung, denn die Ultra-Modelle waren bislang eher die Smartphones, auf die man geduldig bis weit in den Winter hinein warten musste.
Zur Erinnerung: Beim letzten Zyklus kam die Xiaomi-15-Reihe zunächst klassisch in China auf den Markt – Ende Oktober. Die wirklich begehrte Kamera-Variante, das Xiaomi 15 Ultra, tauchte dann erst rund um Februar auf und wurde parallel zum globalen Rollout vorgestellt. Genau dieses Muster hatte viele Beobachter glauben lassen, dass auch das Xiaomi 17 Ultra wieder ein Spätstarter wird.
Doch Xiaomi hat beim 17er-Jahrgang eine andere Strategie gewählt. Das normale Xiaomi 17 wurde in China bereits im September präsentiert – ungewöhnlich früh für die Reihe. Damit lag die Frage auf der Hand: Zieht das 17 Ultra diesmal zeitnah nach oder bleibt es bei einem mehrmonatigen Abstand zwischen Standard- und Ultra-Modell?
Ein bekannter Leaker, Digital Chat Station auf Weibo, spricht Klartext: Laut seinen Informationen wird das Xiaomi 17 Ultra in China schon im Dezember offiziell gemacht. Das bedeutet, dass zwischen Basis- und Ultra-Version nur wenige Monate liegen dürften. Für Xiaomi ist das ein cleverer Zeitpunkt – die Marke platziert ihr Kamera-Flaggschiff mitten ins Weihnachtsgeschäft und mitten in die Phase, in der auch andere Hersteller ihre Topgeräte in Stellung bringen.
Allerdings heißt ein früher Launch in China nicht automatisch, dass internationale Nutzer sofort zugreifen können. Xiaomi geht bei Ultra-Modellen oft zweistufig vor: Zuerst wird der Heimatmarkt bedient, während man parallel Software, Kameraabstimmung und Kleinigkeiten im System nachschärft. Erst danach folgt der globale Rollout. Sehr wahrscheinlich wird also auch das Xiaomi 17 Ultra im Dezember zunächst nur in China erhältlich sein, während Europa & Co. erst später dran sind – ähnlich wie beim 15 Ultra, nur insgesamt etwas nach vorne gezogen.
Technisch soll das Xiaomi 17 Ultra alles auffahren, was aktuell im Android-Lager möglich ist. Im Zentrum steht der Snapdragon 8 Elite Gen 5, Qualcomms neues High-End-SoC mit massivem Fokus auf KI, Effizienz und dauerhafter Performance. Wer viel zockt, mit mehreren Apps parallel arbeitet oder sein Smartphone als mobilen Mini-Computer nutzt, dürfte von stabileren Framerates, weniger Drosselung und einem insgesamt kühleren Gerät profitieren.
Das eigentliche Aushängeschild bleibt aber die Kamera. Die Ultra-Reihe hat sich als Spielplatz für experimentelle und besonders starke Kamera-Setups etabliert, und beim Xiaomi 17 Ultra deuten die Gerüchte auf ein klar aufgerüstetes System hin. Erwartet wird ein neuer 50-MP-Hauptsensor mit verbessertem In-Sensor-Zoom, der mehr Details direkt aus dem Sensor herausholt, statt sich auf klassischen Digitalzoom zu verlassen. Ergänzt werden soll das Ganze durch eine 200-MP-Tele-Makro-Kamera, die sowohl für extreme Nahaufnahmen als auch für kreativen Zoom interessant sein könnte, dazu ein Ultraweitwinkel-Modul und vermutlich ein zusätzlicher kurzreichweiten Tele-Sensor für natürliche Porträts.
In Kombination ergibt sich eine Brennweiten-Palette, mit der man vom Super-Weitwinkel über Alltags-Schnappschüsse bis hin zu starken Zoomshots fast jede Situation abdecken kann. Entscheidend wird sein, wie gut Xiaomi die Softwareseite im Griff hat – von der Bildverarbeitung über Nachtmodus und Porträtfreistellung bis hin zu Video-Features, die immer stärker in den Fokus rücken.
Beim Akku bleibt Xiaomi seiner Schnelllade-Philosophie treu. Dem 17 Ultra werden 100 W kabelgebundenes Laden nachgesagt. Im Alltag heißt das: Selbst wenn der Akku einmal komplett in den roten Bereich rutscht, reichen wenige Minuten an der Steckdose, um wieder mehrere Stunden komfortable Nutzung herauszuholen – vorausgesetzt, man nutzt das passende Netzteil. In einem Markt, in dem viele Konkurrenten noch deutlich langsamer laden, bleibt das ein spürbarer Vorteil.
Das Display soll sich laut Gerüchten stark am Panel des Xiaomi 17 Pro Max orientieren: ein hochwertiges AMOLED mit hoher Bildwiederholrate, hoher Spitzenhelligkeit für gute Ablesbarkeit in der Sonne, feiner Auflösung und sehr schmalen Rändern. Für Nutzer eines Xiaomi 15 Ultra dürfte sich das alles wie eine konsequente Weiterentwicklung anfühlen – vertrautes Premium-Design, ähnliche Haptik, aber mit einem sichtbar aufpolierten Gesamtpaket.
Falls Xiaomi den Dezember-Termin tatsächlich hält, könnte das Xiaomi 17 Ultra den Startschuss für den gesamten Flaggschiff-Jahrgang 2025 geben und die Messlatte für Kamera, Leistung und Schnellladen deutlich höher legen. Für alle, die mit einem Upgrade liebäugeln, zeichnet sich damit schon jetzt ein Gerät ab, das in so gut wie jeder Disziplin auf Angriff spielt.